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Lungenimpedanz-gesteuerte Therapie bei HFpEF

ACC-Kongress 2026 | IMPEDANCE-HFpEF: In einer kleinen randomisierten monozentrischen Studie bei HFpEF konnte eine nichtinvasive Lungenimpedanz‑Überwachung mit dem CardioSet‑System Herzinsuffizienz‑Hospitalisierungen und Herzinsuffizienz‑bedingte Todesfälle signifikant reduzieren. Prof. Michael Kleiner Shochat (Hadera, Israel) stellte die Daten vor.

 

Prof. Birgit Aßmus (Universitätsklinikum Gießen) berichtet und kommentiert.

Von:

Prof. Birgit Aßmus

Rubrikleiterin Herzinsuffizienz

 

 

29.03.2026

Bildquelle (Bild oben): pisaphotography / Shutterstock.com

Hintergrund und Studiendesign

HFpEF ist durch hohe Hospitalisierungsraten aufgrund wiederholter Episoden progredienter pulmonaler Kongestion gekennzeichnet, während valide nicht-invasive Instrumente zur frühzeitigen Stauungserkennung noch nicht im klinischen Alltag angekommen sind. Die Lungenimpedanz-Messung mit dem FDA‑zugelassenen CardioSet‑System erfasst Lungenflüssigkeit über Änderungen der elektrischen Impedanz und filtert Störsignale aus der Thoraxwand durch eine Mehr‑Elektroden‑Konfiguration heraus.

 

In der monozentrischen randomsierten, aber nur einfach verblindeten IMPEDANCE‑HF‑Studie wurden 150 Patientinnen und Patienten mit HFpEF (NYHA II–IV) 1:1 einer Lungenimpedanz‑geführten Therapie oder Standardversorgung zugeteilt. In beiden Gruppen wurde monatlich die Lungenimpedanz gemessen, im Interventionsarm waren die Werte jedoch für die Ärzte und Ärztinnen sichtbar und Therapieanpassungen erfolgten nach vordefinierten Schwellen. Primärer Endpunkt waren wiederholte HF‑Hospitalisierungen, sekundäre Endpunkte umfassten Gesamt‑ und HF‑Mortalität sowie Zeit bis zur ersten HF‑Hospitalisierung bei einem medianen Follow‑up von 38,4 Monaten. 

Ergebnisse

Die Baseline‑Charakteristika waren in beiden Gruppen vergleichbar. Unter Lungenimpedanz‑gesteuerter Therapie traten 19 HF‑Hospitalisierungen gegenüber 93 im Standardarm auf (HR 0,23; p<0,01), mit einer deutlichen Verlängerung der Zeit bis zur ersten HF‑Hospitalisierung (602 vs. 83 Tage).

 

Die Gesamt-Mortalität war im Interventionsarm um etwa 60 % reduziert (9 vs. 20 Todesfälle; HR 0,40; p=0,02), die Herzinsuffizienz-bedingte Mortalität um ca. 74 % (4 vs. 13 Todesfälle; HR 0,26; p<0,02). Der Lungenimpedanz‑Index (LRI) verbesserte sich kontinuierlich in der Interventionsgruppe, während er sich in der Kontrollgruppe nach dem ersten Jahr nicht weiter besserte; Patientinnen und Patienten mit nahezu normalem LIR (0 bis −10 %) hatten kaum HF‑Hospitalisierungen oder Todesfälle. Geräteassoziierte unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. 


Wichtige Limitationen der Studie sind neben der kleinen Fallzahl die fehlende Verblindung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, sowie das monozentrische Design.

Fazit und Kommentar

Die Lungenimpedanz‑gesteuerte Therapie mithilfe des CardioSet führte in dieser HFpEF‑Population zu einer ausgeprägten Reduktion von HF‑Hospitalisierungen und Mortalität bei guter Verträglichkeit. Der beobachtete Nutzen dürfte wesentlich durch frühzeitige, intensivere Diuretikaanpassungen im präklinischen Stadium der Stauung vermittelt sein. Aufgrund des monozentrischen Designs, der begrenzten Patientenzahl und möglichem Investigator Bias sind die Resultate jedoch mit Vorsicht zu genießen, dürfen aber dennoch als Hypothesen-generierend betrachtet werden. Insofern ist es essenziell, die Ergebnisse in multizentrischen, international durchgeführten Studien weiter zu überprüfen.

Zur Person

Prof. Birgit Aßmus

Prof. Birgit Aßmus ist leitende Oberärztin und W3-Professorin in der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Gießen (UKGM) sowie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u. a. Telemedizin sowie evidenzbasierte Versorgungsoptimierung und Pathophysiologie bei Herzinsuffizienz.
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Key Facts der Studie

Vergleich der Lungenimpedanz-gesteuerten Therapie gegenüber der konventionellen Therapie bei Personen mit HFpEF.

Die Lungenimpedanz‑gesteuerte Therapie mittels CardioSet führte zu einer ausgeprägten Reduktion von HF‑Hospitalisierungen und Mortalität bei guter Verträglichkeit. 

Aufgrund des monozentrischen Designs, der begrenzten Patientenzahl und möglichem Investigator Bias sind die Resultate jedoch mit Vorsicht zu genießen, dürfen aber dennoch als Hypothesen-generierend betrachtet werden. Insofern ist es essenziell, die Ergebnisse in multizentrischen, international durchgeführten Studien weiter zu überprüfen.

Referenzen

  1. Kleiner Shochat M et al. Lung Impedance-guided Therapy In Heart Failure With Preserved Ejection Fraction: Results Of A Randomized Clinical Trial. Late-Breaking Clinical Trials IV, 29.03. (10:45-11:45 am), New Orleans, ACC 2026.

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