Patientinnen und Patienten nach VHF-Ablation stellen eine klinisch relevante Subgruppe dar, bei der die optimale Strategie zur Schlaganfallprophylaxe weiterhin diskutiert wird. Während direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) der Standard sind, könnte der Verschluss des linken Vorhofohrs (LAAC) eine Alternative darstellen – insbesondere zur Reduktion von Blutungsrisiken.
In der multinationalen, randomisierten Studie CHAMPION-AF wurde die Nicht-Unterlegenheit des LAAC (WATCHMAN FLX-System) gegenüber der DOAK-Therapie nachgewiesen im Hinblick auf den primären Wirksamkeitsendpunkt (Komposit aus kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall oder systemische Embolie) über 3 Jahre. Eingeschlossen wurden 3.000 Patientinnen und Patienten mit nicht-valvulärem VHF und erhöhtem Schlaganfallrisiko (CHA₂DS₂-VASc-Score ≥2 bei Männern bzw. ≥3 bei Frauen).2
In der Subanalyse erfolgte eine Stratifikation nach vorausgegangener VHF-Ablation innerhalb des letzten Jahres vor Randomisierung gegenüber der Subgruppe ohne Ablation. Als primärer Wirksamkeitsendpunkt wurde der Komposit aus kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall und systemischer Embolie erfasst und als primärer Sicherheitsendpunkt nicht-prozedurale Blutungen (gemäß ISTH-Kriterien). Zu den sekundären Endpunkten gehörten u. a. Gesamtblutungen sowie ein kombinierter Netto-Nutzen-Endpunkt.
Von den insgesamt 3.000 randomisierten Teilnehmenden hatten 606 Personen eine vorhergehende VHF-Ablation (innerhalb von 0–12 Monaten), während 1.565 Personen keine Ablation erhalten hatten. Die Personen mit Ablation waren im Durchschnitt etwas jünger (67 vs. 73 Jahre), wiesen ein niedrigeres Risiko für schwere Blutungen auf (HAS-BLED-Score 1,25 % vs. 1,4 %) und hatten seltener einen vorhergehenden Schlaganfall (12,5 % vs. 14,7 %).
Für den primären Wirksamkeitsendpunkt war in beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied für den Vergleich LAAC vs. DOAK erkennbar (Ablation: LAAC 3,0 % vs. DOAK 3,1 %; p=0,98 und keine Ablation: LAAC 7,5 % vs. DOAK 5,7 %: p=0,17). Für die Einzelkomponenten zeigte sich ein signifikanter Unterschied nur in der Gruppe ohne Ablation ausschließlich für die Schlaganfallrate zugunsten von DOAK (LAAC 4,5 % vs. DOAK 1,7 %; p<0,01).
Der primäre Sicherheitsendpunkt (nicht-prozedurale Blutungen) kam signifikant häufiger mit DOAK vor – sowohl mit als auch ohne Ablation, allerdings war der LAAC-Vorteil ausgeprägter in der Subgruppe mit Ablation (LAAC 7,2 % vs. DOAK: 21,5 %; p<0,001) gegenüber der Subgruppe ohne Ablation (LAAC: 12,8 % vs. DOAK: 20,8 %; p<0,001). Für schwere Blutungen gab es allerdings keine signifikanten Unterschiede zwischen LAAC und DOAK in beiden Subgruppen (mit Ablation: LAAC 3,1 % und DOAK 6,7 %; p=0,044 und ohne Ablation: LAAC 5,9 % vs. DOAK 7,5 %; p=0,21).
Der klinische Netto-Benefit (Komposit aus dem primären Wirksamkeits- und Sicherheitsendpunkt) fiel in der Subgruppe mit Ablation deutlicher zugunsten von LAAC aus (LAAC 9,1 % vs. DOAK: 22,7 %; p<0,001) als in der Subgruppe ohne Ablation (LAAC 18,2 % vs. 23,9 % DOAK, p=0,007).
Die beim HRS 2026 präsentierten Daten lieferten starke Hinweise darauf, dass der Vorhofohrverschluss insbesondere bei Patientinnen und Patienten nach kürzlich erfolgter VHF-Ablation eine Alternative zur DOAK-Therapie darstellt. Neben vergleichbarer Wirksamkeit zeigt sich ein deutlich reduziertes Blutungsrisiko und ein klarer klinischer Gesamtnutzen. Diese Ergebnisse könnten die zukünftige Strategie zur Schlaganfallprophylaxe nach VHF-Ablation maßgeblich beeinflussen – insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko.
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