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Vorteile für die TAVI-in-Mitral

ACC-Kongress 2026 | SURVIV: Die randomisierte Studie untersuchte die Outcomes nach TAVI-in-Mitral versus Re-Operation bei Patientinnen und Patienten mit hochgradiger Degeneration der biologischen Mitralklappenprothese. Die Ergebnisse präsentierte Dr. Dimytri Alexandre Siqueira (São Paulo, Brasilien).1

 

Prof. Tanja Rudolph (Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen) berichtet und kommentiert.

Von:

Prof. Tanja Rudolph

Rubrikleiterin Strukturelle Herzerkrankungen

 

 

31.03.2026

Bildquelle (Bild oben): pisaphotography / Shutterstock.com

Hintergrund und Studiendesign

Retrospektive Registerdaten hatten in der Vergangenheit für eine Re-Operation der Mitralklappe eine hohe Mortalität von 7–22 % gezeigt. Die kathetergestützte Therapie mit Implantation einer TAVI in die biologische Mitralklappenprothese hat sich in den letzten Jahren als alternative Therapie etabliert, obwohl prospektiv randomisierte Studien bisher fehlten. Retrospektive Registerdaten hatten in der Vergangenheit für eine Re-Operation der Mitralklappe eine hohe Mortalität von 7–22 % gezeigt. Die kathetergestützte Therapie mit Implantation einer TAVI in die biologische Mitralklappenprothese hat sich in den letzten Jahren als alternative Therapie etabliert, obwohl prospektiv randomisierte Studien bisher fehlten.

 

Die multizentrische SURVIV-Studie schloss 150 Patientinnen und Patienten mit hochgradiger Degeneration einer biologischen Prothese ein. Ausgeschlossen waren Personen mit begleitender schwerer koronaren Herzerkrankung oder Erkrankung der Aortenklappe, einer EF <20 %, einem Neo-LVOT <170 mm2 sowie das Vorliegen eines intrakardialen Thrombus. Es erfolgte eine 1:1-Randomisierung, der kombinierte Endpunkt Mortalität und schwerer Schlaganfall wurde nach 1 Jahr erfasst.

Ergebnisse

Die Patientinnen und Patienten waren im Schnitt 57 Jahre alt, 72 % weiblich. Die durchschnittliche Zeit seit der letzten OP lag bei 13,9 Jahren. 25 % der Patientinnen und Patienten hatten bereits mehr als eine kardiale Voroperation. Die mittlere EF lag bei 57 % und 35 % hatten eine schwere pulmonale Hypertonie. In der interventionellen Gruppe wurde zu 98 % ein transseptaler Zugangsweg gewählt. 


Der kombinierte Endpunkt nach einem Jahr wurde nach operativer Therapie bei 20,8 % und nach interventioneller Therapie bei 5,3 % beobachtet (HR 0,23; 95%KI [0,07; 0,68]; p=0,005). Für die sekundären Endpunkte kardiovaskulärer Tod (0 % vs. 8,3 %), relevante Blutung (1,3 % vs. 11,1 %) und akutes Nierenversagen (0 % vs. 15,3 %) ergab sich ein signifikant schlechteres Ergebnis für die operative Therapie. Die transvalvulären Gradienten sowie die Öffnungsfläche favorisierten die interventionelle Therapie. Hinsichtlich der Symptomatik (NYHA-Klasse und Lebensqualität) wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet.


Schwere Komplikationen wie TAVI-Migration/Embolisation, Konversion zu offener OP oder Verschluss des intraatrialen Septum wurden in der interventionellen Gruppe nicht beobachtet. Bei 73 % der Patientinnen und Patienten wurde eine Ballon-expandierende Prothese der Größe 29 mm implantiert. In der chirurgischen Gruppe erhielten 14 % eine begleitende Rekonstruktion der Trikuspidalklappe, 26 % einen LAA-Verschluss und 2,8 % eine Vorhofflimmerablation.

Fazit und Kommentar

Die interventionelle Therapie der Mitralklappe bei degenerierter Bioprothese mittels Ballon-expandierender TAVI ist eine sichere und effektive Therapie. Eine entscheidende Limitation ist allerdings die kurze Follow-Up-Zeit von nur einem Jahr.

Zur Person

Prof. Tanja Rudolph

Prof. Tanja Rudolph ist als Oberärztin und Leiterin der Interventionellen Kardiologie in der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, in Bad Oeynhausen tätig. Ihre fachlichen Zusatzqualifikationen (DGK) erwarb sie in den Bereichen der Interventionellen Kardiologie und Herzinsuffizienz.
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Key Facts der Studie

Die multizentrische Studie verglich die Outcomes eines transkathetergestützten Mitralklappen-in-Klappen-Ersatz (TAVI-in-Mitral) versus Re-Operation bei hochgradiger Degeneration einer biologischen biologischen Mitralklappenprothese.

Der primäre kombinierte Endpunkt (Mortalität und schwerer Schlaganfall) nach einem Jahr fiel deutlich zugunsten der TAVI gegenüber der Re-Operation aus (5,3 % vs. 20,8 %), wie auch die sekundären Endpunkte, kardiovaskulärer Tod, relevante Blutung und akutes Nierenversagen.

Die interventionelle Therapie der Mitralklappe bei degenerierten Bioprothese mittels Ballon-expandierender TAVI ist eine sichere und effektive Therapie. Eine entscheidende Limitation ist allerdings die kurze Follow-Up Zeit von nur einem Jahr.

Referenzen

  1. Siqueira DA et al. Redo-Surgery Versus Transcatheter Valve-In-Valve for Mitral Bioprosthetic Dysfunction: The SURVIV Trial. Late-Breaking Clinical Trials V, 29.03. (4:00-5:00 pm), New Orleans, ACC 2026.

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