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TRISCEND II: 2-Jahresdaten der TTVR

ACC-Kongress 2026 | TRISCEND II: Die randomisierte Studie hatte den katheterbasierten Trikuspidalklappenersatz durch die Evoque-Prothese mit einer rein medikamentösen Therapie verglichen. Die 1-Jahresdaten überzeugten mit einer Reduktion der Insuffizienz bei über 95 % der Betroffenen und einer signifikanten Besserung der klinischen Symptomatik. Mit Spannung wurden die 2-Jahresdaten, insbesondere auch mit Blick auf harte klinische Endpunkte, erwartet – diese stellte nun Prof. Vinod H. Thourani (Atlanta, USA) vor.1

 

Dr. Jonathan Curio und Prof. Stephan Baldus (beide Herzzentrum der Universität Köln) berichten und kommentieren.

Von:

Dr. Jonathan Curio

Herzzentrum der Universität Köln

 

Prof. Stephan Baldus

Rubrikleiter Strukturelle Herzerkrankungen

 

31.03.2026

Bildquelle (Bild oben): pisaphotography / Shutterstock.com

Hintergrund

Der Transkatheter-Trikuspidalklappenersatz (TTVR) wird neben der etablierten Methode der segelbasierten Edge-to-edge-Reparatur der Trikuspidalklappe (T-TEER) zuletzt zunehmend häufig als Behandlungsmodalität für Personen mit einer signifikanten symptomatischen Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) eingesetzt. Die TRISCEND-II-Studie randomisierte 400 Patientinnen und Patienten mit hochgradiger TI in einem Verhältnis von 1:2 auf eine rein medikamentöse oder zusätzlich auf eine TTVR-Therapie. Die 1-Jahresdaten zeigten eine äußerst effektive TI-Reduktion (95 % mit maximal milder Rest-Insuffizienz) und konnten eine signifikant gebesserte klinische Symptomatik im Vergleich zur medikamentös behandelten Kontrollgruppe feststellen.2

 

Allerdings hatten sich auf harte Endpunkte wie Hospitalisierungen und Tod nach einem Jahr keine signifikanten Auswirkungen durch eine TTVR ergeben, weshalb die nun auf dem ACC vorgestellten 2-Jahresdaten mit großer Spannung erwartet wurden.1

Ergebnisse

Von 400 initial 2:1 randomisierten Personen wurden 133 zunächst in der rein medikamentösen Kontrollgruppe geführt, bei 58 dieser Patientinnen und Patienten wurde dann nach dem 1-Jahres-Follow-Up jedoch im Sinne eines Cross-Over eine Behandlung mittels TTVR durchgeführt. In den präsentierten Analysen zeigte sich in der Kontrollgruppe nun also auch der Behandlungs-Effekt dieses großen Anteils von im Cross-Over therapierten Betroffenen.


Der positive Behandlungseffekt im Sinne einer TI-Elimination verblieb auch nach 2 Jahren – mit einem Anteil von 95 % ≤milder TI in der TTVR-Gruppe. Ebenso zeigten sich die signifikanten Verbesserungen in der klinischen Symptomatik bzw. der Lebensqualität in dem jetzt erweiterten Nachbeobachtungszeitraum.


Mit Blick auf den kombinierten Endpunkt aus Tod jeglicher Ursache und Herzinsuffizienz-Hospitalisationen nach 2 Jahren zeigte sich in der Analyse entsprechend der initialen Behandlungszuschreibung (also inklusive des Cross-Over-Effektes in der eigentlich initial nur medikamentös behandelten Gruppe) kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen. Betrachtete man jedoch die TTVR-Gruppe gegenüber den auch nach 2 Jahren rein medikamentös geführten Patientinnen und Patienten, so zeigte sich eine signifikante Reduktion des kombinierten Endpunktes (36,0 % vs. 57,4 %, p=0,004). Dies war vor allem getrieben durch eine signifikant reduzierte Mortalität in der TTVR-Gruppe (19,1 % vs. 44,9 %, p<0,001). Eine Bayesianische Analyse mit multiplen Imputationen, um im Sinne einer Post-hoc-Betrachtung zu untersuchen, welche Resultate sich gezeigt hätten, wäre ein Cross-Over der Kontrollgruppe nicht erlaubt gewesen, konnte diese Mortalitäts-Reduktion in der TTVR-Gruppe nach 2 Jahren statistisch signifikant bestätigen.


Bei den Personen aus der initial rein medikamentös geführten Kontrollgruppe, die nach einem Jahr doch eine TTVR erhielten, konnte auch mit einem Jahr Verzögerung eine ähnlich effektive TI-Reduktion erreicht werden (ebenfalls 95 % mit ≤milder TI), es zeigte sich ein ebenso stark ausgeprägter symptomatischer Benefit wie in der initial interventionell behandelten Gruppe und die Ereignis-Kurven bezüglich Mortalität und Herzinsuffizienz-Hospitalisationen liefen nun parallel zu jenen der initial mit TTVR behandelten Personen.

Fazit und Kommentar

Nachdem die initialen Studien bezüglich T-TEER und TTVR zur Behandlung einer signifikanten TI in der 1-Jahres-Nachverfolgung zwar eine TI-Reduktion und eine symptomatische Verbesserung der behandelten Patienten zeigen konnten, blieben positive Auswirkungen auf harte klinische Endpunkte zu diesem Beobachtungszeitraum noch aus. Bereits die 2-Jahresdaten der TRILUMINATE-Studie sowie die, nun ebenfalls auf dem ACC präsentierten 2-Jahresdaten der TRI-FR-Studie, welche jeweils das T-TEER-Verfahren gegenüber einer rein medikamentösen Therapie randomisierten, konnten eine signifikante Reduktion von Herzinsuffizienz-Hospitalisationen zu diesem späteren Nachbeobachtungszeitpunkt feststellen.3,4 Die TRISCEND-II-Studie zeigt im 2-Jahres-Follow-up nun erstmals ein – wenngleich durch das Cross-Over-Design in der Aussagekraft sicher abgeschwächtes – Signal bezüglich einer reduzierten Mortalität durch eine TTVR-Therapie.

 

In Summe scheinen all diese Ergebnisse die klinische Annahme zu stützen, dass durch eine effektive TI-Reduktion in letzter Instanz auch harte klinische Endpunkte reduziert werden können. Sollte die Sicherheit der Prothese und ihre Haltbarkeit auch über ein noch längeres Follow-up Bestand haben, bestehen berechtigte Hoffnungen, den Patientinnen und Patienten erstmals auch für die Therapie der isolierten Trikuspidalklappensinsuffizienz eine Verbesserung der Prognose in Aussicht stellen zu können.

Zum Autor

Dr. Jonathan Curio

Dr. Jonathan Curio ist als Assistenzarzt für Innere Medizin und Kardiologie an der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin am Herzzentrum der Universität zu Köln tätig.
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Zum Autor

Prof. Stephan Baldus

Prof. Stephan Baldus ist seit 2012 Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin am Herzzentrum der Universität zu Köln. Von 2021 bis 2023 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
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Key Facts der Studie

Die TRISCEND-II-Studie verglich bei Personen mit hochgradiger TI eine rein medikamentöse mit einer zusätzlichen TTVR-Therapie. Nun wurden die 2-Jahresdaten vorgestellt.

Die TRISCEND-II-Studie zeigt im 2-Jahres-Follow-up erstmals ein – wenngleich durch das Cross-Over-Design in der Aussagekraft sicher abgeschwächtes – Signal bezüglich einer reduzierten Mortalität durch die TTVR-Therapie.

Die Ergebnisse scheinen die klinische Annahme zu stützen, dass durch eine effektive TI-Reduktion auch harte klinische Endpunkte reduziert werden können. Sollte die Sicherheit der Prothese und ihre Haltbarkeit auch über ein noch längeres Follow-up Bestand haben, bestehen berechtigte Hoffnungen, den Patientinnen und Patienten erstmals auch für die Therapie der isolierten Trikuspidalklappensinsuffizienz eine Verbesserung der Prognose in Aussicht stellen zu können.

Referenzen

  1. Thourani VH. Two-Year Outcomes of Transcatheter Tricuspid Valve Replacement for Severe Tricuspid Regurgitation: The TRISCEND II Randomized Trial. Featured Clinical Research V, 30.03. (10:00–11:00 am) New Orleans, ACC 2026.
  2. Hahn RT et al. Transcatheter Valve Replacement in Severe Tricuspid Regurgitation. N Engl J Med 2025;392:115-126.
  3. Kar S et al. Two-Year Outcomes of Transcatheter Edge-to-Edge Repair for Severe Tricuspid Regurgitation: The TRILUMINATE Pivotal Randomized Controlled Trial. Circulation 2025;151:1630-1638.
  4. Donal E et al. Two-year Outcomes After Transcatheter Tricuspid Repair Without Cross-over In The Randomized Tri-fr Trial. Late-Breaking Clinical Trials V, 29.03. (4:00–5:00 pm), New Orleans, ACC 2026.

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