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Präzisionsmedizin

Intersektorale Kardiologie: sektorenverbindende Versorgung mit digitaler Technologie – DGK-Positionspapier

Aus der Kommission für Klinische Praxis und Leitlinien

Autoren

Peter W. Radke · Lena Dimde · Thorsten Ebermann · Simon Glück · Franz Goss ·
Friedrich Köhler · Eimo Martens · Benjamin Meder · Bernd Nowak ·
Christian A. Perings · Marvin Schwarz · Jana Boer*

* Für die Kommission für Klinische Praxis und Leitlinien

Zusammenfassung

Die kardiologische Versorgung in Deutschland ist weiterhin durch starre Grenzen
zwischen ambulanter, stationärer und rehabilitativer Behandlung geprägt. Diese
sektorale Fragmentierung führt zu Informationsverlusten, Versorgungsbrüchen,
Doppeluntersuchungen und erhöhten Risiken für die Patientensicherheit. Trotz
vorhandener digitaler Technologien verhindern Medienbrüche (Fax, Papier,
PDF), fehlende Interoperabilität und isolierte Datensilos eine kontinuierliche,
patientenzentrierte Versorgung entlang des gesamten Behandlungspfads. Dieses
Positionspapier der DGK skizziert das Zielbild einer durchgängig digitalen,
intersektoralen Kardiologie, in der Prävention, Diagnostik, Akuttherapie, Rehabilitation
und Langzeitnachsorge über eine leistungsfähige, interoperable Infrastruktur
verbunden sind. Telemonitoring bei Herzinsuffizienz, DiGA, Wearables und KI-basierte
Systeme werden als zentrale Bausteine sektorenübergreifender Versorgungspfade
beschrieben, deren Mehrwert insbesondere in der frühzeitigen Risikodetektion,
verbesserten Koordination und „Outcome“-orientierten Betreuung liegt. Das
Papier adressiert rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen und
betont die Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte für den sachgerechten
Einsatz digitaler Methoden sowie für Aufklärung bei „Neulandmethoden“.
Digitale Gesundheitskompetenz von Patienten und Gesundheitsberufen wird als
entscheidender Wirkverstärker erfolgreicher digitaler Versorgung hervorgehoben.
Internationale Best-Practice-Modelle (v. a. SWEDEHEART, NHS-Integrated Care Systems)
zeigen, wie standardisierte Datensätze, nationale Register und „Outcome“-orientierte
Steuerung die Versorgungsqualität und Effizienz steigern können. Ökonomisch
entsteht der Mehrwert digitaler Kardiologie v. a. durch skalierte, standardisierte
Versorgungspfade und passende Finanzierungsmodelle (Regelversorgung,
§ 140a-Verträge, HZV, Innovationsfonds).
In zehn Forderungen formuliert die DGK Kernbausteine einer sektorenübergreifenden
digitalen Kardiologie: eindeutiger Patientenidentifikator, verbindliche Interoperabilität,
strukturierte Mindestdatensätze, kardiologisches Logbook in der ePA, nationales
Qualitätsregister, outcomeorientierte Vergütung, Förderung digitaler Gesundheitskompetenz, Integration validierter KI,

Ausbau digitaler Versorgungspfade inkl.
Telemonitoring sowie klare Governance-Strukturen für Datenschutz, Datennutzung,
Evaluation und Patientensouveränität.

Literaturnachweis

Radke, P.W., Dimde, L., Ebermann, T. et al.

Intersektorale Kardiologie: sektorenverbindende Versorgung mit digitaler Technologie – DGK-Positionspapier. 

Kardiologie (2026). https://doi.org/10.1007/s12181-026-00841-4

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