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Alles rund um Prävention

Ein großer Teil der Herzinfarkte und Schlaganfälle könnte verhindert werden – durch eine konsequente Prävention. Denn in der Regel entsteht eine Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht von einem Tag auf den anderen. Veränderungen in den Gefäßen entwickeln sich meist über Jahre, beeinflusst durch verschiedene Risikofaktoren. Diese Schwerpunktseite soll Ihnen mit aktuellen Beiträgen rund ums Thema einen Überblick verschaffen, welche Risikofaktoren für die Herzgesundheit besonders entscheidend sind, wie man sie reduziert – und warum eine gezielte Prävention Ihnen viele gesunde Lebensjahre schenken kann.

Von Kerstin Kropac

 

31.08.2026


Bildquelle (Bild oben): adriaticfoto / Shutterstock.com

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören noch immer zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Vor allem fünf Risikofaktoren werden für mindestens die Hälfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht: Rauchen, Übergewicht, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte und Bluthochdruck. Eine aktuelle Studie kam zu dem Ergebnis: Wer im Alter von 50 Jahren keinen der fünf klassischen Risikofaktoren aufweist, lebt im Durchschnitt zehn Jahre länger als eine Person, bei der alle fünf Risikofaktoren vorliegen. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Wir haben unsere Herzgesundheit also – zumindest zum Teil – selbst in der Hand. Denn: All diese Risikofaktoren können wir beeinflussen.

Zunächst einmal: Was ist Prävention überhaupt?

Das Wort ‚Prävention‘ stammt aus dem Lateinischen. Es bedeutet soviel wie ‚zuvorkommen‘. Prävention ist also der Versuch, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem schwerwiegenden Herzereignis wie einem Herzinfarkt zuvorzukommen.

 

In der kardiovaskulären Prävention unterscheidet man vor allem zwischen der Primär- und der Sekundärprävention.

 

Bei der Primärprävention ist das Ziel, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu verhindern, bevor sie auftritt. Hat also beispielsweise eine Patientin oder ein Patient Bluthochdruck und erhöhte LDL-Werte, aber noch keine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, zählen alle Maßnahmen, um ein Auftreten zu verhindern, zur Primärprävention. 

 

Bei der Sekundärprävention geht es darum, dass eine bereits bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht fortschreitet – oder aber nicht noch einmal auftritt. So soll beispielsweise nach einem Herzinfarkt verhindert werden, dass die Patientin oder der Patient einen zweiten Herzinfarkt erleidet. Hier kann eine sogenannte Anschlussheilbehandlung in einer kardiologischen Rehaklinik sinnvoll sein. Hier lernen die Betroffenen, welche Lebensstilveränderungen notwendig sind, um ihr Herz zu schützen.

 

Zusammengefasst zählen zur Prävention also sämtliche Maßnahmen, die dazu beitragen können,

 

  • das Auftreten einer Herzerkrankung zu verhindern,
  • sie möglichst früh zu erkennen und zu behandeln,
  • ihre Verschlechterung oder ihr Wiederauftreten zu vermeiden. 

 

Als wichtigste Präventionsmaßnahme gilt – neben einem herzgesunden Lebensstil – die Reduzierung bestehender Risikofaktoren. 

Broschüre „Alles rund um Prävention“

Unsere Broschüre zum Thema finden Sie in bestimmten Kardiologie-Praxen oder hier zum Download!

Die Broschüre "Alles rund um Prävention" Die Broschüre "Alles rund um Prävention"

Warum ist ein konsequenter Rauchstopp eine wichtige Präventionsmaßnahme?

Jedes Jahr sterben deutschlandweit etwa 40.000 Menschen an einer tabakbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankung. „In Summe ist bei Raucherinnen und Rauchern das Herzinfarktrisiko um fast zwei Drittel (65 Prozent) gegenüber einem Nichtrauchenden erhöht“, sagt Prof. Dr. Stephan Gielen, Direktor der Klinik für Kardiologie am Klinikum Lippe. Etwa 80 Prozent aller Herzinfarkte bei Patientinnen und Patienten unter 45 Jahren lassen sich direkt auf das Rauchen zurückführen. Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Herzinfarktrisiko deutlich! Zu den schädlichen Effekten des Rauchens von Zigaretten zählen unter anderem: Gefäßverengung und -schädigung, Blutdruckerhöhung, eine gesteigerte Blutgerinnung und eine mangelhafte Sauerstoffversorgung.

 

Darüber hinaus fördern die in Zigaretten enthaltenen Giftstoffe das Auftreten von Entzündungen im Herz-Kreislauf-System sowie die Aufnahme von LDL-Cholesterin. Letzteres kann sich an den geschädigten Wänden der Blutgefäße ablagern und zu einer Arteriosklerose führen. Nur ein vollständiger Rauchstopp und ein bewusstes Vermeiden von Passivrauchen schützen die eigene Herzgesundheit!

Was hat unser Körperfett mit der Herzgesundheit zu tun?

Übergewicht kann dramatische Folgen für das Herz haben – es ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Erkrankungen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit und schlimmstenfalls einen Herzinfarkt. Laut dem RKI sind in Deutschland knapp 50 Prozent der Frauen und mehr als 60 Prozent der Männer von Übergewicht betroffen. Fast ein Fünftel der Erwachsenen (19 Prozent) weisen eine Adipositas auf. Das Problem: Fettgewebe erzeugt Entzündungsstoffe. „Durch die kontinuierlichen Entzündungsfaktoren am Herzen vernarbt es und wird dadurch steifer“, erklärt Prof. Dr. Martin Halle, Ärztlicher Leiter der Präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie der Technischen Universität München. Und auch die Blutgefäße versteifen, sodass sie sich nicht mehr richtig weiten können. Dadurch können sie das Blut nicht mehr gut transportieren. Die gute Nachricht: Regelmäßige Bewegung kann das kardiovaskuläre Risiko deutlich senken – auch bei Menschen mit Übergewicht. Daher ist auch regelmäßige Bewegung eine effektive Präventionsmaßnahme!

Wie kann eine gut eingestellte Diabetes-Erkrankung die Herzgesundheit schützen?

Ein Diabetes kann langfristig die Blutgefäße schädigen und zu einer Erkrankung des Herzmuskels führen. „Zudem geht der hohe Blutzucker häufig einher mit Übergewicht und anderen Risikofaktoren, wie hohem Blutdruck und einem gestörten Fettstoffwechsel“, sagt Prof. Dr. Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen.

 

So trägt die Zuckererkrankung selbst, aber auch die Kombination mit den weiteren Risikofaktoren zu Herzerkrankungen wie koronarer Herzerkrankung, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall bei. Umso wichtiger ist es, den Diabetes mit Medikamenten gut einzustellen und auch die anderen Risikofaktoren zu reduzieren. Durch Lebensstil-Änderungen lässt sich zum Beispiel der Blutdruck senken und der Fettstoffwechsel verbessern. So können Betroffene Herzerkrankungen gezielt vorbeugen.

Warum sind bei hohen Cholesterinwerten auch Check-ups und Medikamente wichtige Präventionsmaßnahmen?

Erhöhte LDL-Cholesterinwerte fördern die Entstehung der Atherosklerose – und damit das Risiko für Verengungen und Durchblutungsstörungen. Brechen die atherosklerotischen Plaques auf, können sie Blutgerinnsel und Gefäßverschlüsse verursachen und so einen Herzinfarkt auslösen. Da erhöhte Cholesterinwerte keine Symptome verursachen, ist es eine wichtige Präventionsmaßnahme, das Cholesterin im Rahmen von Gesundheits-Untersuchungen – zum Beispiel bei der Hausärztin oder dem Hausarzt – durch eine Blutuntersuchung zu bestimmen. Da sich deutlich erhöhte LDL-Cholesterinwerte durch Lebensstilveränderungen nur begrenzt beeinflussen lassen, kann auch eine medikamentöse Therapie notwendig werden.

Warum ist es für die Herzgesundheit entscheidend, hohe Blutdruckwerte zu senken?

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schädigt wichtige Organe wie das Herz, Gehirn, Nieren, Augen und Gefäße. Daher kann ein unbehandelter Bluthochdruck auf Dauer schwerwiegende Folgen haben: Es drohen zum Beispiel Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenversagen oder Schädigungen der Augennetzhaut. Da auch ein hoher Blutdruck zunächst keine Beschwerden verursacht, ist es auch hier besonders wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Um einen hohen Blutdruck zu vermeiden oder zu senken, können schon relativ kleine Anpassungen im Alltag viel bewirken.

 

  • Regelmäßige körperliche Aktivität senkt den Blutdruck auf natürliche Weise.
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch wirkt ebenfalls blutdrucksenkend. 
  • Falls Übergewicht vorliegt, ist auch Abnehmen sehr effektiv. Schon 5 bis 10 kg Gewichtsabnahme können den Blutdruck signifikant senken.
  • Dauerhafter Stress kann den Blutdruck in die Höhe treiben. Nutzen Sie Entspannungstechniken und gönnen Sie sich regelmäßige Pausen im Alltag.
  • Ein hoher Salzkonsum trägt ebenfalls zu Bluthochdruck bei. Die Aufnahme von Kochsalz sollte auf unter fünf Gramm pro Tag gesenkt werden (das entspricht etwa einem Teelöffel).
  • Auch ein hoher Alkoholkonsum kann den Blutdruck steigern und das Schlaganfallrisiko erhöhen.
  • Nicht rauchen! Nikotin fördert die Verengung der Blutgefäße und erhöht unmittelbar den Blutdruck. Zudem verschärft Rauchen die schädlichen Effekte des hohen Blutdrucks auf die Gefäße erheblich.

Warum können auch Impfungen gegen Infekte das Herz schützen?

Impfungen schützen nicht nur effektiv vor Infektionen – sie schützen auch das Herz! Prof. Dr. Stephan Baldus, Klinikdirektor am Herzzentrum der Uniklinik Köln, erklärt: „Viren, die erkältungsähnliche Symptome auslösen, können auch das Herz angreifen. Studien zeigen, dass das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der ersten sieben Tage nach der Diagnose einer Grippe um das Sechsfache steigt. Für Menschen, die wissentlich oder unwissentlich an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, kann eine Grippe deshalb lebensgefährlich sein.“

 

Auch andere Infektionen wie COVID-19, Pneumokokken, Gürtelrose und das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) können das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen erhöhen. Daher ist ein vollständiger Impfschutz ein zentraler Baustein der Prävention: Impfungen helfen, Infektionen zu vermeiden – und damit auch Herzinfarkte, Krankenhausaufenthalte und andere schwere Komplikationen.

Welche Rolle spielt eine kardiologische Reha bei der Prävention?

Sowohl in der Primär- als auch der Sekundärprävention kann eine kardiologische Rehabilitation sinnvoll sein: Entweder als Vorbeugungsmaßnahme, wenn eine Person ein hohes Risiko für künftige Herzerkrankungen hat oder als Reaktion auf ein zuvor eingetretenes Ereignis wie einen Herzinfarkt oder eine Herzoperation. Eine vorbeugende Reha wird als „allgemeine Rehabilitation“ bezeichnet, eine akut bedingte als „Anschlussheilbehandlung“ (AHB), welche dabei unmittelbar auf den stationären Krankenhausaufenthalt folgt.

 

„Zu den Gründen für eine AHB gehören unter anderem Herzoperationen, Herzinfarkte oder Herzrhythmusstörungen“, sagt Dr. Eike Langheim, Chefarzt am Reha-Zentrum Seehof in Teltow (Brandenburg). „Die allgemeine Rehabilitation führen wir hingegen vorbeugend bei gefährdeten Personen durch.“ Dabei sind beispielsweise Menschen mit den Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht 

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