Autoren
Stephan Achenbach · Norbert Smetak · Alexander Assmann · Hilmar Dörge · Holger Thiele · Jan Gummert · Michaela M. Hell · Tanja K. Rudolph · Torsten Doenst · Volkmar Falk · Christian A. Perings* · Jochen Börgermann
* Für die Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin
Zusammenfassung
Die koronare CT-Angiographie (koronare CTA) bietet eine hohe diagnostische Genauigkeit zum Nachweis oder Ausschluss obstruktiver Stenosen bei Patienten mit niedriger bis mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit. Die diagnostische Genauigkeit hängt jedoch entscheidend von hoher Bildqualität ab, die wiederum moderne CT-Systeme, eine konsequente Patientenpräparation und optimierte Untersuchungsprotokolle voraussetzt. Nach aktuellen Leitlinien wird die koronare CTA gemeinsam mit bildgebenden Verfahren zum Ischämienachweis als diagnostische Methode der ersten Wahl bei Verdacht auf ein chronisches Koronarsyndrom im Bereich niedriger bis mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit empfohlen („Klasse I-A“-Indikation). Mit einer „Klasse I-B“-Empfehlung wird sie gegenüber anderen Verfahren bevorzugt. Dies allerdings nur, wenn Patientencharakteristika eine uneingeschränkte Bildqualität erwarten lassen. Ein vollständig unauffälliger Befund, also der Ausschluss von Stenosen und das Fehlen nichtobstruktiver atherosklerotischer Läsionen, ist mit einer ausgezeichneten Prognose verbunden, während der Nachweis von Stenosen eine nachfolgende Risikomodifikation, ggf. weiterführende Ischämiediagnostik und – abhängig von Symptomatik und Anatomie – potenziell eine invasive Therapie erfordert. Der Nachweis nichtobstruktiver Atherosklerose weist auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hin, insbesondere bei hoher Plaquelast. Ab welcher Menge atherosklerotischer Plaques eine risikomodifizierende Therapie initiiert werden sollte, ist aber bisher nicht durch klinische Daten abgesichert. Aufgrund unzureichender Daten besteht derzeit auch keine Indikation zur Risikostratifikation asymptomatischer Personen. Bei Patienten mit vorangegangener Revaskularisation ist die klinische Bedeutung der koronaren CTA begrenzt. Vor Reoperationen an Herz oder Koronargefäßen sowie bei minimalinvasiven herzchirurgischen Eingriffen kann die koronare CTA hilfreich sein, um die kardiale und koronare Anatomie zuverlässig zu klären.
Literaturnachweis
Achenbach, S., Smetak, N., Assmann, A. et al.
Stellenwert der Computertomographie-basierten Angiographie der Koronararterien
(koronare CT-Angiographie) für die Kardiologie und Herzchirurgie 2026
Kardiologie 2026
https://doi.org/10.1007/s12181-025-00785-1