HERZMEDIZIN: Herr Prof. Hagendorff, vom 25. bis 28. Juni 2026 findet der nächste DEK – Deutscher Echokardiographie-Kongress in Leipzig statt. Welche Schwerpunkte erwarten die Teilnehmenden in diesem Jahr?
Hagendorff: Der Leipziger Kubus verwandelt sich erneut vom 25. bis 28. Juni 2026 zum Treffpunkt für alle, die die Echokardiographie leben und lieben. Die Echokardiographie bleibt das unverzichtbare Fundament der kardiologischen Diagnostik – von der initialen Abklärung jeglicher Herzerkrankungen bis hin zur hochdifferenzierten Entscheidungsfindung in komplexen therapeutischen Situationen. Gleichzeitig steigen die methodischen Anforderungen stetig: differenzierte Funktionsanalysen des Myokards, die Integration von 3D-Techniken, das Monitoring von Katheter-Interventionen, und zunehmend auch Algorithmen der künstlichen Intelligenz.
Damit erklären sich auch die Schwerpunkte: die quantitative Echokardiographie bei Herzklappenerkrankungen, der Einsatz künstlicher Intelligenz, und neue Indikationen bei asymptomatischen und moderaten Herzklappenerkrankungen. Dazu kommen bewährte und notwendige Standards bei spezifischen transösophagealen echokardiographischen Untersuchungen
HERZMEDIZIN: Welche Themen sind gerade im Bereich der kardialen Bildgebung besonders relevant?
Hagendorff: Die Echokardiographie muss in der Kompetition zu MRT und CT zunehmend auf quantitative Aspekte in der kardialen bildgebenden Diagnostik Wert legen. Indikationsstellungen zu Therapien bei Herzklappenerkrankungen sind diesbezüglich ein gutes Beispiel, da rein qualitative Analysen zu unberechtigten Interventionen führen können. Die neuen Modalitäten in der Echokardiographie sind genauso wie Fragen der Standardisierung in der Echokardiographie extrem relevante Themen.
HERZMEDIZIN: Waren bei der Programmgestaltung erneut Arbeitsgruppen und Sektionen der DGK an der Auswahl der Themen beteiligt?
Hagendorff: Die Programmgestaltung und Auswahl der Themen erfolgte wie immer in den letzten Jahren über die Korrespondenz mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe kardiovaskulärer Ultraschall (AG 5) der DGK. Zusätzlich wurden viele weitere Arbeitsgruppen und Sektionen angesprochen und mit diesen diskutiert. Letztlich hat die Program-Kommission des DEKs das Programm festgelegt.
HERZMEDIZIN: Welche Vorträge legen Sie den Teilnehmenden in diesem Jahr besonders ans Herz?
Hagendorff: Es beginnt gleich mit einem Hot Topic in der ersten Sitzung „Echokardiographie: Quo vadis – Strukturierung der Echokardiographie per se auch im Zeitalter der „künstlichen Intelligenz“. Natürlich ist die Ehren-Lecture über kombinierte Aortenvitien von Prof. Unger aus Brüssel ein Highlight. Durch mehrere Sitzungen zieht sich die Thematik der strukturierten transösophagealen Echokardiographie – insbesondere bei Vitien.
HERZMEDIZIN: Im Programm finden sich, neben theoretischen Grundlagen, auch praktische Anwenderkurse. Können Sie beschreiben, was die Teilnehmenden in der Praxis erlernen können?
Hagendorff: Das Programm des Kongresses besteht aus intensiven Workshops, Hands-on Seminaren, inspirierenden wissenschaftliche Sitzungen und lebendigen Symposien. Für Einsteiger gibt es zudem wieder den Basis-Kurs, der alle Anfänger und Lernende mit dem „Virus des schönen Bildes“ infizieren soll. Junge Kolleginnen und Kollegen können auch ihre Forschungsprojekte präsentieren – und Studierende haben Freitag und Samstag freien Eintritt.
HERZMEDIZIN: Was hat sich im Vergleich zu den vergangenen Kongressen verändert, gibt es Neuerungen oder Besonderheiten?
Hagendorff: Nach den guten Erfolgen der vergangenen DEK-Jahre ist die Struktur weitgehend beibehalten worden. Die Themen der Praxis-Seminare wurden, basierend auf Umfragen und Rückmeldungen, ausgewählt. Zudem wollen wir für die junge Generation den wissenschaftlichen Austausch in den Mittelpunkt unseres Kongresses rücken Ich bin überzeugt: der DEK 2026 wird wieder ein Kongress voller Energie, Austausch und neuer Impulse. Kommt nach Leipzig, erlebt die Echo-Community – und gestaltet die Zukunft der Echokardiographie mit!