HERZMEDIZIN: Prof. Tiefenbacher, Prof. Diemert, wie verliefen die ersten Wochen Ihrer Amtszeit?
Diemert & Tiefenbacher: Die ersten wenigen Wochen unserer Amtszeit waren eine Phase der Orientierung. Wir haben uns mit der neuen Geschäftsordnung vertraut gemacht und sind vom bisherigen Akademievorsitzenden, Prof. Frey, sowie von den Akademieverantwortlichen der DGK über den aktuellen Stand informiert worden. Da wir beide bereits vorher in der Akademie vertreten waren, waren die Themen für uns nicht komplett neu. Mit den meisten Mitgliedern des Steuerungsgremiums und den Ausschussvorsitzenden haben wir schon innerhalb der Akademie zusammengearbeitet.
HERZMEDIZIN: Was sind die nächsten Schritte und Aufgaben, die Sie nun angehen werden?
Diemert & Tiefenbacher: Im Steuerungsgremium und in den Ausschüssen haben wir eine gute Mischung von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen die für Kontinuität, aber auch einige neu nominierte Mitglieder, die neue Impulse in die Akademie einbringen werden. Wir müssen als neu gebildetes Gremium zusammenfinden, aber dafür sind wir bestens aufgestellt. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass die Vorsitzenden der Ausschüsse (Weiterbildung/Zertifizierung und Curricula/Kurse) große Erfahrung in ihren Themengebieten mitbringen, sodass die Arbeit der Akademie hier reibungslos weiterlaufen kann. Die intensive Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Steuerungsgremium und den Ausschüssen ist sicher von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren der Akademie. Gleichzeitig müssen die Vorsitzenden dafür sorgen, dass auch eine gute Abstimmung mit der Kommission für klinische Kardiologie und dem DGK-Vorstand erfolgt. In diesen Gremien ist die Vorsitzende als ständiger Gast mitvertreten.
HERZMEDIZIN: Welche Themen werden derzeit im Bereich „Fort- und Weiterbildung“ besonders diskutiert?
Diemert & Tiefenbacher: Im Bereich der Weiterbildung ist im Moment einiges in Bewegung. Ein aktuelles Thema ist z.B. die Aktualisierung der Muster-Weiterbildungsordnung. Spannend werden auch die Veränderungen für viele Weiterbildungsstätten durch die Krankenhausreform, bei der ja möglicherweise durch Verlagerung von Schwerpunkten bzw. Zentralisierung von Leistungen Weiterbildungsverbünde geschaffen werden müssen. Hierzu müssen möglicherweise bei den Landesärztekammern aber auch im Arbeitsrecht Anpassungen erfolgen. Viel zu tun gibt es auch durch die Umsetzung der auf dem Deutschen Ärztetag 2024 beschlossen (Muster-) Fortbildungsordnung in den einzelnen Landesärztekammern. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, wodurch der organisatorische und finanzielle Aufwand steigt.
HERZMEDIZIN: Welche Ziele haben Sie für die nächsten Jahre?
Diemert & Tiefenbacher: Grundsätzlich müssen die bereits bestehenden Curricula, Zertifizierungen und Weiterbildungsinhalte regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft werden. Die klinische Kardiologie ist durch die Wissenschaft in ständigem Wandel und da muss auch die DGK-Akademie ihre Inhalte überprüfen, ggf. anpassen und aktualisieren. Das wird in den nächsten Jahren sicher auch die Etablierung neuer Kurse und Curricula beinhalten.
HERZMEDIZIN: Gibt es neue Kurse oder Kursformate, die in der nächsten Zeit geplant sind?
Diemert & Tiefenbacher: Ja, die gibt es: Zu nennen wäre da beispielsweise die Veranstaltung der AGEP/S1 „Fachassistenz Spezielle Rhythmologie“, die in 6 Blöcken stattfinden wird. Das Curriculum dazu wurde 2025 veröffentlicht. Damit bieten wir erstmals ein bundesweites, strukturiertes und berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot für nichtärztliches Personal in der invasiven Rhythmologie an. Ein weiteres neues Kursangebot ist der „Online Refresherkurs Sportkardiologie“. Diese Refresher sind nach dem Update des Curriculums Sportkardiologie In Planung haben wir auch, in Zusammenarbeit mit der AGIK, zwei zusätzliche Summits für die interventionelle Kardiologie: einen AGIK Summit: Koronare Physiologie und Bildgebung und einen AGIK Summit zur Lungenarterienembolie. Zuletzt werden wir in Kürze einen Kardio-MRT-Kurs anbieten, der sich speziell an Kolleginnen und Kollegen kurz vor der Facharztprüfung Kardiologie wendet.
Zusammenfassend haben wir also ein breites Spektrum an Themen, das von der Akademie abgebildet wird, mit vielen neuen Formaten. Unsere Aufgabe ist es, das Weiterbildungsbedürfnis aller DGK-Mitglieder abzubilden und durch unsere Curricula und Zertifizierungen die kardiologische Versorgung in Deutschland auf einem hohen Niveau und auf dem Stand der Wissenschaft zu halten. Wir freuen uns sehr, daran mitwirken zu dürfen.