Ältere Frau spricht mit Ärztin

Stark im Arztgespräch: Drei Fragen zu Impfungen

Ein klar geführtes Arztgespräch hilft Herzpatientinnen und -patienten, den richtigen Impfschutz zu finden. Erfahren Sie, welche drei Fragen Sie stellen sollten, wie Sie sich vorbereiten und warum Impfungen Ihr Herz vor schweren Infektionen schützen können. Ein Berliner Kardiologe erklärt, worauf es ankommt.

Von Daniela Goldscheck

 

10.07.2026


Bildquelle oben: ChasingMagic/peopleimages.com / stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein persönliches Arztgespräch hilft, Impfentscheidungen individuell zu treffen.
  • Viele Herzpatientinnen und -patienten unterschätzen ihr Infektionsrisiko ohne Impfschutz.
  • Eine gute Vorbereitung erleichtert das Gespräch und schafft Sicherheit. 
  • Drei gezielte Fragen helfen, den eigenen Impfbedarf besser zu verstehen.
  • Impfungen schützen nicht nur vor Infektionen, sondern auch vor zusätzlichen Belastungen für das Herz.

Warum das Arztgespräch beim Impfschutz so wichtig ist

Im Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt lassen sich Fragen zum Impfschutz gezielt klären – besonders bei Herzerkrankungen. Infektionen können das Herz zusätzlich belasten und das Risiko für Komplikationen erhöhen. Impfungen helfen, dieses Risiko zu senken. Gleichzeitig entstehen häufig Fragen und Unsicherheiten.

 

Für Ihre Impfentscheidung ist der persönliche Austausch in der Arztpraxis besonders wichtig. So beschreibt es der Berliner Kardiologe Dr. Benny Levenson, Mitinhaber einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis sowie Auslandsvorsitzender (Chair of Assembly of International Governor) des American College of Cardiology. Ein solches Gespräch ist Teil eines persönlichen Vertrauensverhältnisses und berücksichtigt die individuelle gesundheitliche Situation.

 

Deshalb gilt: Impfungen schützen nicht nur vor Infektionen, sondern auch Ihr Herz, indem sie schwere Krankheitsverläufe verhindern können.

Zum Experten

Dr. Benny Levenson

Dr. Benny Levenson ist Mitinhaber einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis in Berlin. Im American College of Cardiology (ACC) bekleidet er die Position des Vorsitzenden und Sprechers der „Assembly of International Governors“ (AIG).

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Warum das Thema Impfung oft nicht angesprochen wird

Viele Menschen wissen, dass Impfungen wichtig sind. Sie beziehen diese Empfehlung jedoch nicht auf ihre eigene Situation. Im Praxisalltag zeigt sich, dass das persönliche Risiko häufig unterschätzt wird. Deshalb bleibt das Thema im Termin oft unausgesprochen. Der Experte beschreibt, dass genau diese Fehleinschätzung ein zentraler Grund dafür ist. Deshalb ist es wichtig, Impfschutz aktiv anzusprechen.

Arztgespräch vorbereiten: So gehen Sie optimal in den Termin

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für einen erfolgreichen Termin in der Arztpraxis. Der Kardiologe rät: „Bringen Sie Ihren Impfausweis, wichtige Gesundheitsinformationen und Ihre Fragen mit.“ Gerade weil viele Themen in kurzer Zeit besprochen werden, fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Notierte Fragen helfen, wichtige Punkte nicht zu vergessen und den Austausch aktiv mitzugestalten.

Die drei wichtigsten Fragen zum Impfschutz

Dr. Levenson empfiehlt, sich vor dem Termin gezielt drei zentrale Fragen zu notieren:

 

  1. Welche Impfungen brauche ich?
    Die Antwort hängt von Ihrer individuellen Gesundheitssituation ab. Ärztinnen und Ärzte können einschätzen, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind und dabei Vorerkrankungen, Alter und persönliches Risiko berücksichtigen.  
  2. Wie oft muss ich die Impfungen auffrischen?
    Ein vollständiger Impfschutz besteht oft nur, wenn Impfungen regelmäßig aufgefrischt werden. Wichtig ist, die richtigen Zeitabstände zu kennen, um dauerhaft geschützt zu bleiben.
  3. Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?
    Sprechen Sie mögliche Impfreaktionen offen an. So können Sie besser einschätzen, welche Reaktionen häufig und unbedenklich sind und wann es sinnvoll ist, ärztlichen Rat einzuholen. Grundlage sind wissenschaftlich geprüfte Daten und Erfahrungen aus der Praxis.

Was im Arztgespräch besonders wichtig ist

Das Arztgespräch dient nicht nur dazu, Informationen zu sammeln. Es geht vor allem darum, Ihr persönliches Risiko richtig einzuschätzen. Dabei sollte laut dem Experten besonders im Fokus stehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe ohne Impfschutz ist. Gerade für Herzpatientinnen und Herzpatienten ist das entscheidend, da Infektionen das Herz zusätzlich belasten und Komplikationen begünstigen können.

Sicherheit und Nebenwirkungen richtig einordnen

Sorgen vor möglichen Nebenwirkungen sind weit verbreitet. Gleichzeitig sind Impfreaktionen gut untersucht und wissenschaftlich bewertet. Der Kardiologe weist darauf hin, dass ärztliche Empfehlungen auf großen Studien basieren und Risiken realistisch eingeschätzt werden können.

 

Im Termin können Sie klären:

 

  • welche Reaktionen häufig vorkommen
  • welche Reaktionen selten sind
  • wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Fazit

Ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Gespräch kann Unsicherheiten abbauen und Orientierung geben. Ärztinnen und Ärzte sprechen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Empfehlungen aus. Die Entscheidung treffen Sie selbst. Ein solches Gespräch hilft, Sorgen einzuordnen und Sicherheit zu gewinnen.

 

 

Sprechen Sie beim nächsten Arzttermin aktiv über Ihren Impfschutz und lassen Sie Ihren Impfstatus überprüfen.

FAQ – Häufige Fragen zum Arztgespräch und Impfen

Sprechen Sie das Thema direkt zu Beginn des Gesprächs an, zum Beispiel mit der Frage: „Sollte ich meinen Impfschutz überprüfen lassen?“ So signalisieren Sie, dass Ihnen das Thema wichtig ist und schaffen eine klare Gesprächsgrundlage.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihren Impfstatus gemeinsam mit Ihnen anhand Ihres Impfpasses überprüfen. Dabei wird festgestellt, welche Impfungen fehlen oder aufgefrischt werden sollten, um einen vollständigen Schutz zu erreichen.

In vielen Fällen ist es möglich, mehrere Impfungen in einem Termin zu erhalten. Ob das sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab und sollte im Termin geklärt werden.

Wenn Sie nach einer Impfung ungewöhnliche Beschwerden bemerken oder unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis. Dort kann eingeschätzt werden, ob es sich um eine normale Reaktion handelt oder weiterer Handlungsbedarf besteht.

Infektionen können das Herz zusätzlich belasten und das Risiko für Komplikationen erhöhen. Ein vollständiger Impfschutz hilft, solche Verläufe zu vermeiden und das Herz zu schützen.

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