Diskussionen und Berichte im berufspolitischen Umfeld der Ärzteschaft zeigen, dass Machtmissbrauch und der Umgang mit Machtstrukturen auch innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung einer offenen und kritischen Auseinandersetzung bedürfen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie sieht es als Teil ihrer Verantwortung, zu diesem Thema Stellung zu beziehen und zur Weiterentwicklung einer respektvollen Fachkultur beizutragen.
Unabhängig von seiner Ausprägung widerspricht Machtmissbrauch den Werten, für die die DGK einsteht.
Machtmissbrauch kann in unterschiedlichen Kontexten und in vielfältigen Formen auftreten. Er entsteht dort, wo Autorität und Abhängigkeitsverhältnisse zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil anderer ausgenutzt werden. Dies kann sich beispielsweise in Einschüchterung, Benachteiligung, Diskriminierung, Grenzüberschreitungen oder sexualisierter Belästigung und Gewalt äußern. Unabhängig von seiner Ausprägung widerspricht Machtmissbrauch den Werten, für die die DGK einsteht. Mit Initiativen wie dem Konsensuspapier zur ärztlichen Weiterbildung in Schwangerschaft und Stillzeit, dem Positionspapier zur kardiologischen Weiterbildung, einer regelmäßigen, transparenten Berichterstattung zum Thema Chancengerechtigkeit in der Kardiologie in Deutschland und zuletzt der Mitgliederbefragung zum Thema „Karriere und Chancengerechtigkeit“ hat sie wichtige Themen der Fachkultur in den letzten Jahren aufgegriffen. Diese Auseinandersetzung versteht die DGK als kontinuierlichen Prozess, was sich nicht zuletzt in der Gründung einer Sektion für Chancengerechtigkeit widerspiegelt.
Zur Vermeidung von Willkür und Übergriffigkeit sind sowohl präventive Maßnahmen als auch klare Konsequenzen für entsprechende Handlungen erforderlich.
Die DGK positioniert sich klar an der Seite der von Machtmissbrauch betroffenen Personen und bekennt sich zu einem respektvollen, diskriminierungsfreien und sicheren Miteinander in Klinik, Wissenschaft und Weiterbildung. Zur Vermeidung von Willkür und Übergriffigkeit sind sowohl präventive Maßnahmen als auch klare Konsequenzen für entsprechende Handlungen erforderlich. Hierzu bedarf es transparenter Strukturen und Entscheidungsprozesse, Diversität, eindeutiger Leitlinien, aber auch klarer Kommunikation, Zivilcourage und unabhängiger Anlauf- und Beschwerdestellen. Sie setzt sich dafür ein, Maβnahmen gegen den Machtmissbrauch voranzutreiben, den offenen Austausch über dieses Thema zu ermöglichen und somit Rahmenbedingungen für dessen Bekämpfung zu schaffen.