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MRT-gesteuerte ICD-Implantation bei Herzinsuffizienz

ESC Congress 2026 | CMR GUIDE: Die Phase-3-Studie untersuchte, ob Personen mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 36-50 % und einer im Cardio-MRT nachgewiesenen Myokardnarbe von der Implantation eines Defibrillators (ICD) profitieren. Prof. Joseph Selvanayagam (Adelaide, Australien) stellte die Daten in der Session Hot Line 1 vor, die zeitgleich publiziert wuirden.1,2


Prof. Johann Bauersachs (Medizinische Hochschule Hannover) berichtet und kommentiert.

Von:

Prof. Johann Bauersachs

Rubrikleiter Herzinsuffizienz

 

 

28.08.2026

Bildquelle (Bild oben): Sergii Figurnyi / Shutterstock.com

Studiendesign und Methodik

In CMR-GUIDE, einer offenen, randomisierten klinischen Studie, wurden zwischen 2015 und 2022 insgesamt 353 Erwachsene mit ischämischer oder nicht-ischämischer Kardiomyopathie, einer LVEF von 36–50 % sowie einer im Cardio-MRT nachgewiesenen Myokardnarbe in Australien, Deutschland und dem Vereinigten Königreich randomisiert einer primärpräventiven ICD-Implantation (n = 180) oder der Implantation eines Loop-Recorders (ILR; n = 173) zugeteilt.


Der primäre kombinierte Endpunkt umfasste den plötzlichen Herztod (SCD) bzw. hämodynamisch signifikante ventrikuläre Arrhythmien (HSVA) nach 6 Jahren.

Ergebnisse

353 Patienten waren im Median 65 Jahre alt, 18 % weiblich und 72 % hatten eine ischämische Kardiomyopathie, 70 % hatten eine LVEF von 40 % oder mehr. Die medikamentöse Vorbehandlung war sehr gut mit einem hohen Anteil von RAS-Inhibitoren und Beta-Blockern.


Bei Patientinnen und Patienten mit einer LVEF von 36-50 % und einer im Cardio-MRT nachgewiesenen Myokardnarbe reduzierte die Implantation eines ICD nicht den primären kombinierten Endpunkt (SCD bzw. HSVA), welcher bei 14 Personen (7,8 %) der ICD-Gruppe und 16 Personen (9,2 %) der ILR-Gruppe auftrat (HR 0,76; 95%KI [0,37; 1,58]).

 

Sekundäre Endpunkte waren SCD, HSVA, Herzinsuffizienz-Hospitalisierung, kardiovaskuläre Mortalität und Gesamtmortalität. Der SCD für sich genommen war reduziert: 3 Personen (1,7 %) in der ICD-Gruppe vs. 10 Personen (5,8 %) in der ILR-Gruppe (HR 0,26; 95%KI [0,07; 0,95]). HSVA traten bei 12 Personen (6,7%) vs. 6 Personen (3,5%) auf (HR 1,77; 95%KI [0,65; 4,81]). Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität und Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen waren vergleichbar zwischen den Gruppen. In einer präspezifizierten Analysis trat der primäre kombinierten Endpunkt weniger häufig bei Personen unter 70 Jahren in der ICD-Gruppe auf (3,3 %) vs. ILR-Gruppe (10,0 %) (HR 0,28; 95%KI [0,09; 0,89]). 

Fazit und Kommentar

Beobachtungsstudien hatten nachgewiesen, dass eine im Cardio-MRT nachgewiesene Myokardnarbe mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen SCD im weiteren Verlauf assoziiert ist, auch wenn die LVEF über 35 % liegt.. Basierend hierauf stellt CMR GUIDE eine wichtige randomisierte Studie dar, um nachzuweisen, ob eine primärpräventive ICD Implantation tatsächlich harte klinische Endpunkte verbessert. 


CMR GUIDE zeigte bei Patientinnen und Patienten mit einer LVEF von 36-50 % und einer im Cardio-MRT nachgewiesenen Myokardnarbe keinen signifikanten Effekt auf den zusammengesetzten primären Endpunkt. Allerding fand sich - bei sehr geringen Eventraten - eine verminderte SCD-Rate. 

 

Somit muss zusammengefasst werden, dass sich keine generelle Indikation für eine ICD-Implantation ergibt. Insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten (<70 Jahre) kann jedoch im Einzelfall eine ICD-Implantation erwogen werden, wenn im Cardio-MRT Narben nachgewiesen werden können und die LVEF zwischen 36 und 50 % ist. 

Zur Person

Prof. Johann Bauersachs

Prof. Johann Bauersachs ist seit 2010 Direktor und W3-Professor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen insbesondere akutes Koronarsyndrom, linksventrikuläre Heilung und Remodeling, akute und chronische Herzinsuffizienz sowie Intensivmedizin.

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Key Facts der Studie

In der multizentrischen Studie erhielten Personen mit LVEF von 36-50 % und einer im Cardio-MRT nachgewiesenen Myokardnarbe entweder einen ICD oder einen ILR (implantierbaren Loop-Recorder). Als primärer Endpunkt wurde der Komposit aus plötzlichem Herztod oder hämodynamisch signifikanter ventrikulärer Arrhythmie über 6 Jahre erfasst.

Die Implantation eines ICD reduzierte den den primären kombinierten Endpunkt (plötzlichen Herztod und hämodynamisch signifikante ventrikuläre Arrhythmien) nicht, allerdings fand sich - bei sehr geringen Eventraten - eine verminderte Rate an plötzlichem Herztod. 

Aus den Daten ergibt sich keine generelle Indikation für eine ICD-Implantation. Insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten (<70 Jahre) kann jedoch im Einzelfall eine ICD-Implantation erwogen werden, wenn im Cardio-MRT Narben nachgewiesen werden und die LVEF zwischen 36 und 50% liegt. 

Referenzen

  1. Selvanayagam J. Cardiac magnetic resonance GUIDEd management of mild-moderate left ventricular systolic dysfunction with an ICD. Hot Line 1, 28.08.2026, München, ESC 2026
  2. Selvanayagam JB et al. Cardiovascular Magnetic Resonance–Guided Management of Mild to Moderate Left Ventricular Systolic Dysfunction Trial Investigators. Cardiovascular Magnetic Resonance to Guide Defibrillator Implantation for LVEF of 36% to 50%: The CMR GUIDE Randomized Clinical Trial. JAMA. 2026 Aug 28. doi: 10.1001/jama.2026.17078. Epub ahead of print. 

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