Die Inzidenz bei der KHK bei Patientinnen und Patienten mit geplanter TAVI liegt bei etwa 50 % und 10–20 % werden mit einer PCI behandelt. Daten zum optimalen Timing der PCI im Hinblick auf die TAVI-Prozedur existieren bisher wenig. Retrospektive Registerdaten ergaben widersprüchliche Ergebnisse, einige deuteten auf eine erhöhte Komplikationsrate bei PCI vor TAVI hin.
In der TAVI-PCI-Studie wurden 986 Personen mit geplanter TAVI bei hochgradiger Aortenklappenstenose und behandlungsbedürftiger KHK eingeschlossen. Es erfolgte eine 1:1-Randomisierung auf TAVI first oder PCI first. Das mittlere Alter lag bei 82 Jahren, 34 % waren weiblich.
Der primäre Endpunkt – eine Kombination aus Tod, nicht-fatalem Myokardinfarkt, Ischämie-bedingter Revaskularisation, Klappen-Prozedur oder Herzinsuffizienz-bedingter Hospitalisation oder schwere Blutung nach einem Jahr – war nicht signifikant unterschiedlich (22,2 % bei TAVI first vs. 24 % bei PCI first; (Risiko-Differenz −2,0 %; 95%KI [-7,4;-3,4}; p für Nicht-Inferiorität <0,001).
Die individuellen Komponenten des primären Endpunktes waren nicht signifikant unterschiedlich. Das Ereignis schwere Blutung trat numerisch häufiger in der PCI-first-Gruppe auf (9,7 % vs. 6,6 %). In den präspezifizierten Subgruppen ergaben sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Bei 65 % der Patientinnen und Patienten wurde nur ein Koronargefäß behandelt, der Syntax-Score war mit 11 Punkten eher niedrig. Bei 33 % der Patientinnen und Patienten erfolgte eine funktionelle Beurteilung der Stenosen, der Anteil an intravaskulärer Bildgebung lag bei 25 %. In 95 % der Fälle erfolgte die Behandlung mit einer Ballon-expandierbaren TAVI-Prothese.
Frau Stähli berichtete weiterhin, dass in der TAVI-first-Gruppe insgesamt weniger Patientinnen und Patienten eine PCI erhielten. Dies ist möglicherweise auf eine Änderung der klinischen Entscheidung nach erfolgreicher TAVI zurückzuführen.
TAVI PCI zeigt als erste randomisierte Studie, dass die Durchführung einer PCI nach TAVI der Durchführung einer PCI vor TAVI nicht unterlegen ist. Dieses Ergebnis bestätigt, dass wir als Interventionalistinnen und Interventionalisten die Wahl haben und individualisiert entscheiden können, welche der beiden Prozeduren wir zuerst durchführen.
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