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IVUS oder OCT im Hauptstamm

ESC Congress 2026 | ISOLEDS: Die bisher größte klinische Studie zum Vergleich der IVUS- vs. OCT-gesteuerten PCI bei Personen mit Läsionen an der distalen Bifurkation der LMCA untersuchte die Nicht-Unterlegenheit der OCT. Prof. Yong Zeng (Peking, China) stellte die Daten in der Session Hot Line 11 vor.1


PD Dr. Luise Gaede (Klinikum Herrsching, Starnberger Kliniken) berichtet und kommentiert.

Von:

PD Dr. Luise Gaede

Rubrikleiterin Vaskuläre Herzerkrankungen

 

 

30.08.2026

Bildquelle (Bild oben): Sergii Figurnyi / Shutterstock.com

Hintergrund

Eine PCI des Hauptstamms ist aufgrund der komplexen Anatomie besonders anspruchsvoll und sollte daher bildgebungsgestützt erfolgen. Aufgrund des großen Gefäßlumens stellt sich jedoch die Frage, ob IVUS gegenüber OCT Vorteile bietet, da die begrenzte Eindringtiefe und die Notwendigkeit der Blutleere bei der OCT aufgrund des größeren Gefäßdiameter insbesondere im Hauptstamm eine potenzielle Limitation darstellt.

Ergebnisse

Die ISOLEDS Studie randomisierte 664 Patienten aus 24 Zentren in China mit einer wahren distalen Hauptstamm-Bifurkationsstenose zu entweder OCT oder IVUS geführter PCI. Das mittlere Alter war 63,5 Jahre und 22,1% waren Frauen.


Der primäre kombinierte Endpunkt Zielgefäßversagen (Target Lesion Failure, TLF) bestehend aus kardialem Tod, TL-Myokardinfarkt und erneuter Revaskularisation der TL unterschied sich nach 1 Jahr nicht zwischen beiden Gruppen. Es zeigte sich eine Nicht-Unterlegenheit für das OCT (14,4% vs. 19,6%; adj. HR 0,90, 95%KI [0,59-1,36], pNicht-Unterlegenheit=0,0003).

Fazit und Kommentar

Die ISOLEDS-Studie liefert damit wichtige Evidenz gegen die Annahme, dass IVUS bei der PCI des Hauptstamms aufgrund seiner höheren Eindringtiefe und der fehlenden Notwendigkeit eines blutleeren Gefäßlumens grundsätzlich überlegen ist. Da die Studie jedoch auf Non-Inferiority ausgelegt war, lässt sich daraus keine Überlegenheit von OCT ableiten. Für den klinischen Alltag bedeutet dies: Auch bei der komplexen Hauptstamm-PCI sollte wie bei jeder komplexen PCI primär überhaupt intravaskuläre Bildgebung dringend zum Einsatz kommen; die Wahl zwischen IVUS und OCT kann dabei abhängig von Anatomie, Verfügbarkeit und Erfahrung des Untersuchers getroffen werden.

Zur Person

PD Dr. Luise Gaede

PD Dr. Luise Gaede ist Standortleitung der Kardiologie/Intensivmedizin am Klinikum Herrsching, Starnberger Kliniken. Ihre fachlichen Zusatzqualifikationen (DGK) erwarb sie in den Bereichen der Interventionellen Kardiologie, Herzinsuffizienz sowie Intensiv- & Notfallmedizin.
PD Dr. Luise Gaede

Key Facts der Studie

ISOLEDS untersucht die Nicht-Unterlegenheit der IVUS- vs. OCT-gesteuerten PCI für den primären Endpunkt, Target Lesion Failure (TLF), nach 12 Monaten.

Der primäre Endpunkt (TLF) unterschied sich nach 1 Jahr nicht zwischen beiden Gruppen. Damit war die Nicht-Unterlegenheit für OCT vs. IVUS gezeigt.

Auch bei der komplexen Hauptstamm-PCI sollte wie bei jeder komplexen PCI primär überhaupt intravaskuläre Bildgebung dringend zum Einsatz kommen; die Wahl zwischen IVUS und OCT kann dabei abhängig von Anatomie, Verfügbarkeit und Erfahrung des Untersuchers getroffen werden.

Referenzen

  1. Zeng Y. ISOLEDS: IVUS vs OCT Guidance for PCI of Distal Left Main Bifurcation Lesions. Hot Line 11, 30.08.2026, München, ESC 2026. 

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