Was sind Anlass und Ziel der Publikation?
Anlass und Ziel sind die Überarbeitung und Aktualisierung des Curriculums Herzinsuffizienz, welches erstmals 2018 erschienen ist.
An wen richtet sich das Curriculum?
An die Weiterzubildenden in Innere Medizin und Kardiologie, aber auch Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie. Das Curriculum definiert die notwendigen praktischen Fähigkeiten und Voraussetzungen für die Zusatzqualifikation „Herzinsuffizienz“ zur optimalen Versorgung herzinsuffizienter Patienten.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?
Ziel des Curriculums Herzinsuffizienz ist eine über den Facharztstandard hinausgehende intensivierte und detailliertere Weiterbildung (Zusatzqualifikation) zur Ätiologie, Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz. Dabei werden umfassende Kenntnisse in der bildgebenden Diagnostik, der medikamentös-konservativen und der interventionellen, elektrophysiologischen „Device“- bzw. operativen Therapie der Herzinsuffizienz erworben.
Was ist der größte Mehrwert, den das Curriculum für Patientinnen und Patienten schafft?
Das Curriculum definiert den Rahmen, innerhalb dessen interessierte Kolleginnen und Kollegen vertiefte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz erwerben können und diese auch von der DGK attestiert bekommen. Gerade Personen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz oder speziellen Krankheitsbildern (z. B. seltene Kardiomyopathien) können von der Behandlung durch vertieft und strukturiert im Rahmen eines Curriculums ausgebildete Kolleginnen und Kollegen profitieren. Hierzu gehört auch ein hohes Maß an Interdisziplinarität und Expertise in Nachbardisziplinen wie Nephrologie, Onkologie oder Herzchirurgie im modernen Verständnis der Herzinsuffizienz als „Systemerkrankung“.
Wie ist die Zertifizierung strukturiert – (Zeiten, Blöcke)?
Das Curriculum ist modular aufgebaut:
- 1. Jahr - Grundkenntnisse, diese können auch schon vor der Facharztprüfung erworben werden,
- 2. Jahr - Spezialisierung.
Es erlaubt damit unterschiedliche Schwerpunktsetzungen; im Rahmen der Spezialisierung sind mindestens zwei aus vier Modulen für jeweils sechs Monate abzuleisten: Fortgeschrittene Herzinsuffizienz inkl. ventrikuläre Unterstützungssysteme/Transplantation; Device-Therapie bei Herzinsuffizienz; interventionelle Herzinsuffizienztherapie; ambulante Versorgung/Rehabilitation/Psychokardiologie.
Gibt es Überschneidungen mit internationalen Standards / Zertifizierungen?
Im Interesse einer europaweiten Kompatibilität orientiert sich das Curriculum Herzinsuffizienz in seiner Grundstruktur an einem Vorschlag der Heart Failure Association (HFA) der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).
Ausblick: Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?
Generell wird international und in Deutschland immer mehr Wert auf Kompetenzen als auf reine abzuleistende Zahlen gelegt. Wenn Mindestzahlen von der DGK für die Zertifizierung als erforderlich angesehen werden, sind diese im Text des aktualisierten Curriculums angegeben; insbesondere gilt dies für die Bildgebung. Der immer weiter gehenden Spezialisierung wird Rechnung getragen, indem zwei von vier spezifischen Modulen abgeleistet werden müssen; eine wenigstens 12-monatige Basis-Weiterbildung in der Herzinsuffizienz ist unerlässlich.
Curriculum Herzinsuffizienz, Update 2026
Bauersachs, J., Aßmus, B., Birner, C. et al. Herzinsuffizienz 2026 – DGK-Curriculum.
Kardiologie (2026). https://doi.org/10.1007/s12181-026-00830-7