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Quick Dive: Überarbeitung des Curriculums Herzinsuffizienz

In unserer Reihe "Quick Dive" stellen die Autorinnen und Autoren von Publikationen medizinischer Fachgesellschaften prägnant die wichtigsten Hintergründe und Inhalte der jeweiligen Veröffentlichung vor. Dieses Mal wird eingetaucht in:

Curriculum Herzinsuffizienz

Aus der DGK-Akademie

29.07.2026 | Verfasst von: J. Bauersachs,  B. Aßmus, C. Birner, I. Kindermann, U. Laufs, A. Luchner, M. Pauschinger, P. Raake, S. Sack, N. Smetak, B. Subin, N. Frey

 

Von:

Melissa Wilke

DGK-Redaktion

XX.08.2026

Bildquelle (Bild oben): vovan / Shutterstock.com

Fragen an den Erstautor

Prof. Dr. Johann Bauersachs, Medizinische Hochschule Hannover

Was sind Anlass und Ziel der Publikation?

 

Anlass und Ziel sind die Überarbeitung und Aktualisierung des Curriculums Herzinsuffizienz, welches erstmals 2018 erschienen ist.

 

An wen richtet sich das Curriculum?

 

An die Weiterzubildenden in Innere Medizin und Kardiologie, aber auch Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie. Das Curriculum definiert die notwendigen praktischen Fähigkeiten und Voraussetzungen für die Zusatzqualifikation „Herzinsuffizienz“ zur optimalen Versorgung herzinsuffizienter Patienten.

 

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt? 

 

Ziel des Curriculums Herzinsuffizienz ist eine über den Facharztstandard hinausgehende intensivierte und detailliertere Weiterbildung (Zusatzqualifikation) zur Ätiologie, Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz. Dabei werden umfassende Kenntnisse in der bildgebenden Diagnostik, der medikamentös-konservativen und der interventionellen, elektrophysiologischen „Device“- bzw. operativen Therapie der Herzinsuffizienz erworben. 

 

Was ist der größte Mehrwert, den das Curriculum für Patientinnen und Patienten schafft? 

 

Das Curriculum definiert den Rahmen, innerhalb dessen interessierte Kolleginnen und Kollegen vertiefte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz erwerben können und diese auch von der DGK attestiert bekommen. Gerade Personen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz oder speziellen Krankheitsbildern (z. B. seltene Kardiomyopathien) können von der Behandlung durch vertieft und strukturiert im Rahmen eines Curriculums ausgebildete Kolleginnen und Kollegen profitieren. Hierzu gehört auch ein hohes Maß an Interdisziplinarität und Expertise in Nachbardisziplinen wie Nephrologie, Onkologie oder Herzchirurgie im modernen Verständnis der Herzinsuffizienz als „Systemerkrankung“.

 

Wie ist die Zertifizierung strukturiert – (Zeiten, Blöcke)?

 

Das Curriculum ist modular aufgebaut:

  • 1. Jahr - Grundkenntnisse, diese können auch schon vor der Facharztprüfung erworben werden,
  • 2. Jahr - Spezialisierung.

Es erlaubt damit unterschiedliche Schwerpunktsetzungen; im Rahmen der Spezialisierung sind mindestens zwei aus vier Modulen für jeweils sechs Monate abzuleisten: Fortgeschrittene Herzinsuffizienz inkl. ventrikuläre Unterstützungssysteme/Transplantation; Device-Therapie bei Herzinsuffizienz; interventionelle Herzinsuffizienztherapie; ambulante Versorgung/Rehabilitation/Psychokardiologie.

 

Gibt es Überschneidungen mit internationalen Standards / Zertifizierungen?

 

Im Interesse einer europaweiten Kompatibilität orientiert sich das Curriculum Herzinsuffizienz in seiner Grundstruktur an einem Vorschlag der Heart Failure Association (HFA) der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC).

 

Ausblick: Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?


Generell wird international und in Deutschland immer mehr Wert auf Kompetenzen als auf reine abzuleistende Zahlen gelegt. Wenn Mindestzahlen von der DGK für die Zertifizierung als erforderlich angesehen werden, sind diese im Text des aktualisierten Curriculums angegeben; insbesondere gilt dies für die Bildgebung. Der immer weiter gehenden Spezialisierung wird Rechnung getragen, indem zwei von vier spezifischen Modulen abgeleistet werden müssen; eine wenigstens 12-monatige Basis-Weiterbildung in der Herzinsuffizienz ist unerlässlich.

 

Weiter zur vorgestellten Publikation:

Curriculum Herzinsuffizienz, Update 2026

Bauersachs, J., Aßmus, B., Birner, C. et al. Herzinsuffizienz 2026 – DGK-Curriculum.

Kardiologie (2026). https://doi.org/10.1007/s12181-026-00830-7

 

Zur Person

Prof. Dr. Johann Bauersachs

Prof. Johann Bauersachs ist seit 2010 Direktor und W3-Professor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen insbesondere akutes Koronarsyndrom, linksventrikuläre Heilung und Remodeling, akute und chronische Herzinsuffizienz sowie Intensivmedizin.
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Kurzinfo: Die Formate der DGK-Publikationen

Leitlinien sind für Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Stütze im klinischen Alltag, um ihre Patientinnen und Patienten nach neuestem Stand der Wissenschaft bestmöglich zu behandeln. Dabei dienen die Leitlinien als verlässliche Handlungsempfehlungen in spezifischen Situationen.

Pocket-Leitlinien sind Leitlinien in kompakter, praxisorientierter Form. Bei Übersetzungen von Pocket-Leitlinien der ESC werden alle Empfehlungsklassen und Evidenzgrade der Langfassung übernommen.

Master Pocket-Leitlinien stellen eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der Leitlinienempfehlungen in Form von grafischen Diagnose- und Therapiealgorithmen dar. Als Quelle der Empfehlungen dienen dabei vorwiegend die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien erstellten Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) sowie deren deutsche Übersetzung durch die DGK.

Kommentare beinhalten Hinweise, wie sich die neuen von den alten Leitlinien unterscheiden, Hinweise auf wesentliche Neuerungen, die seit dem Erscheinen der ESC-Leitlinien bekannt geworden sind, Diskussion kontroverser Empfehlungen in den ESC-Leitlinien sowie Möglichkeiten und Grenzen der Leitlinienumsetzung im Bereich des deutschen Gesundheitswesens.

Ein Positionspapier behandelt eine Fragestellung von großem allgemeinen Interesse, für die keine aktuelle Leitlinie vorliegt.

Bei einem Konsensuspapier handelt es sich um ein von mehreren Fachgesellschaften getragenes Statement.

Diese Veröffentlichungen enthalten Empfehlungen einer DGK-Arbeitsgruppe zu einer speziellen Frage von großem Interesse.

Stellungnahmen der DGK beziehen sich auf gesundheitspolitische Fragestellungen und erfolgen durch den Vorstand, gemeinsam mit Kommissionen und Projektgruppen. Sofern möglich und sinnvoll, werden auch Fachgesellschaft-übergreifende Stellungnahmen ausgearbeitet.

Ein Manual ist eine praktisch orientierte Expertenempfehlung für wesentliche kardiovaskuläre Prozeduren.

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