Frau trinkt Wasser bei Hitze Frau trinkt Wasser bei Hitze

Herzgespräche: Hitze – was sollten Herzkranke beachten?

Unsere Video-Reportage-Reihe „Herzgespräche“ liefert Patienten und Interessierten wertvolle Einblicke in zentrale Themen der Herzgesundheit. Diesmal: Wie wirkt sich Hitze auf Betroffene von Herzkrankheiten aus?

 

Klinikleiter Dr. Lars-Uwe Kühne, Chefarzt der Kardiovaskulären Rehabilitation der Segeberger Kliniken, gibt wertvolle Ratschläge für Herzkranke bei Hitze: Was muss bei körperlicher Belastung beachtet werden, können Medikamente einfach selbstständig zeitweise reduziert werden und was ist der ideale Weg bei der Flüssigkeitszufuhr?

Von Kerstin Kropac

 

06.08.2026


Bildquelle oben: KieferPix / Shutterstock.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Sportliche Aktivität sollte idealerweise in Zeiten gelegt werden, in denen kühlere Temperaturen herrschen.
  • In aller Regel wird eher zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen als zu viel.
  • Personen, denen eine beschränkte Trinkmenge vorgeschrieben wurde, können diese etwas großzügiger auslegen – müssen aber weiter täglich ihr Gewicht kontrollieren.
  • Medikamente sollten generell nicht selbstständig reduziert und auch bei stabilen Blutdruckwerten weiter normal eingenommen werden.
  • Änderungen an der Medikation sollten nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin vorgenommen werden.

Zum Experten

Dr. Lars-Uwe Kühne

Dr. Lars-Uwe Kühne ist Chefarzt der kardiologischen Rehabilitation an den Segeberger Kliniken in Bad Segeberg.

Dr. Lars-Uwe Kühne Dr. Lars-Uwe Kühne

„Hitze bedeutet Stress für den Patienten, Stress für das Herz.“

Dr. Lars-Uwe Kühne

Hitzeschutz im Alltag: Was Sie tun können

  • Warnzeichen wie Schwindel oder Kopfschmerzen immer ernst nehmen und direkt Schatten oder kühle Orte aufsuchen.
  • Regelmäßig und ausreichend trinken – auch ohne Durst. Ältere Menschen sollten besonders darauf achten.
  • Aufenthalte in der prallen Sonne vermeiden, lieber schattige oder klimatisierte Räume nutzen.
  • Körperliche Anstrengung bei Hitze reduzieren, vor allem um die Mittagszeit Pausen einlegen.
  • Wer Blutdrucksenker oder wassertreibende Medikamente nimmt, sollte an Hitzetagen Gewicht, Blutdruck und Puls kontrollieren und Dosierungen immer mit dem Arzt absprechen.

FAQ – Häufige Fragen zu Hitze und Herzgesundheit

Von Hitze spricht man in Deutschland, wenn die Tageshöchsttemperatur 30 °C oder mehr erreicht. Eine einheitliche Definition einer Hitzewelle gibt es nicht.

Grundsätzlich versucht der menschliche Körper, seine Kerntemperatur von etwa 37 Grad Celsius zu halten. Dafür stehen ihm vor allem zwei Mechanismen zur Verfügung: Er weitet die Blutgefäße, damit möglichst viel Blut an die Körperoberfläche kommt und dort von der Umgebungstemperatur abgekühlt werden kann. Außerdem bildet der Körper Schweiß – denn Verdunstung sorgt für Abkühlung. Für beide Prozesse muss das Herz mehr leisten.

Bei Hitze produziert der Körper mehr Schweiß. Die Gefäße weiten sich, um die Wärme nach außen abzugeben. Diese körpereigene Kühlung ist für Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sehr anstrengend: Sie erfordert eine höhere Pumpleistung des Herzens, um die geweiteten Gefäße mit Blut zu versorgen. Dadurch sinkt der Blutdruck. Die Betroffenen fühlen sich müde, abgeschlagen und unkonzentriert. Bei Menschen mit einem schwachen Herz kann es sogar zum Kreislaufkollaps kommen.

Am besten spricht man mit der Kardiologin oder dem Kardiologen rechtzeitig über Vorsichtsmaßnahmen an den heißen Tagen. Auch über mögliche Dosisanpassungen. Im schlimmsten Fall könnten die Medikamente sonst sogar die Entstehung von Herz-Kreislauf-Problemen begünstigen.

Herzkranke sollten darauf achten, bei Hitze nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel zu trinken. Wenn man zu viel trinkt, schafft es das Herz unter Umständen nicht, das Wasser aus dem Körper zu schaffen – dann kann es sich in Lungen oder Beinen stauen. Zu wenig Wasser ist aber auch problematisch. Menschen mit einer Herzschwäche oder bestimmten Nierenerkrankungen sollten ihre Trinkmenge daher individuell mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abstimmen.

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