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Metformin bei Herzinsuffizienz und Diabetes

ESC Congress 2026 | Met-HeFT: Ob Metformin einen zusätzlichen klinischen Nutzen bei Herzinsuffizienz hat, untersuchte die dänische Studie Met-HeFT und eine Metaanalyse. Prof. Henrik Wiggers (Aarhus, Dänemark) stellte die Daten in der Session Hot Line 6 vor.1,2


Prof. Johann Bauersachs (Medizinische Hochschule Hannover) berichtet und kommentiert.

Von:

Prof. Johann Bauersachs

Rubrikleiter Herzinsuffizienz

 

 

30.08.2026

Bildquelle (Bild oben): Sergii Figurnyi / Shutterstock.com

Studiendesign und Methodik

Met-HEFT war Teil einer dänischen randomisierten, Placebo-kontrollierten verblindeten Herzinsuffizienz-Studie, in der in einem 2x2 Design Metformin und/oder ISDN Hydralazin bei HFrEF untersucht wurden. In Met-HEFT wurden 940 Patientinnen und Patienten mit HFrEF aus Dänemark zwischen 2018 und 2022 eingeschlossen, die zusätzlich zu einer LVEF ≤40 % noch eines der folgenden Kriterien aufweisen mussten: Typ 2 Diabetes mellitus (T2DM), Prädiabetes oder BMI ≥30 kg/m2. Der primäre kombinierte Endpunkt umfasste Gesamtmortalität, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Myokardinfarkt oder Schlaganfall nach einer mittleren Beobachtungszeit von 3,7 Jahren. Aufgrund von niedrigen Eventraten und langsamerem Einschluss als ursprünglich geplant, musste diese Investigator-initiierte Studie mit weniger Patientinnen und Patienten beendet werden, als geplant. Die Patientinnen und Patienten erhielten Metformin 2 x 1000 mg oder Placebo bzw. 2 x 500 mg Metformin bei einer GFR zwischen 35 und 60 ml/min/1,73 m2. Personen mit einer GFR <35 ml/min/1,73 m2 waren ausgeschlossen.

Ergebnisse

940 Patientinnen und Patienten waren im Median 70 Jahre alt, 16 % weiblich und 55 % hatten eine ischämische Kardiomyopathie. Die medikamentöse Vorbehandlung war sehr gut mit einem hohen Anteil von RAS-Inhibitoren, Beta-Blockern, MRA und SGLT2-Hemmern. Auffällig war, dass fast alle Teilnehmenden im NYHA-Stadium II waren, nur 5 % wiesen NYHA III/IV auf. Außerdem hatten nur 10 % der Patientinnen und Patienten einen manifesten T2DM.

 

Bei sehr gut vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit HFrEF und T2DM, Prädiabetes oder BMI ≥30 reduzierte die zusätzliche Gabe von Metformin nicht den primären kombinierten Endpunkt (Gesamtmortalität, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Myokardinfarkt oder Schlaganfall) (HR 1,10; 95%KI [0,85-1,42], p=0,48) und auch keiner der einzelnen Komponenten wurde relevant beeinflusst.

 

Sekundäre Endpunkte waren Gesamtzahl der Events (erste und wiederholte), Gesamtmortalität und Herzinsuffizienzverschlechterung. Keiner dieser Endpunkte wurde signifikant oder im Trend beeinflusst durch Metformin-Behandlung.

Fazit und Kommentar

T2DM und Prädiabetes sind bei Patientinnen und Patienten mit HFrEF mit einer schlechteren Prognose assoziiert. Nicht-randomisierte Beobachtungsstudien hatten nahegelegt, dass Metformin die Prognose bei Herzinsuffizienz verbessert. Basierend hierauf stellt Met-HeFT eine wichtige randomisierte Studie dar, um nachzuweisen, ob die zusätzliche Gabe von Metformin tatsächlich harte klinische Endpunkte bei HFrEF verbessert. 


Bei sehr gut vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit HFrEF und Typ 2 Diabetes mellitus, Prädiabetes oder BMI ≥30kg/m2 reduzierte die zusätzliche Gabe von Metformin nicht klinische Endpunkte wie Gesamtmortalität, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Myokardinfarkt oder Schlaganfall. Somit muss zusammengefasst werden, dass sich keine generelle Indikation für Metformin bei HFrEF ergibt, auch nicht bei vorliegendem Prädiabetes. Leider waren nur sehr wenige Patientinnen und Patienten mit manifestem T2DM in Met-HeFT eingeschlossen. Es muss jedoch konstatiert werden, dass Metformin sicher ist, und bei Patientinnen und Patienten mit T2DM weitergeführt werden kann, auch wenn eine HFrEF diagnostiziert wird. 

Zur Person

Prof. Johann Bauersachs

Prof. Johann Bauersachs ist seit 2010 Direktor und W3-Professor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen insbesondere akutes Koronarsyndrom, linksventrikuläre Heilung und Remodeling, akute und chronische Herzinsuffizienz sowie Intensivmedizin.

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Key Facts der Studie

Met-HeFT untersuchte den klinischen Nutzen von Metformin (2 x tgl.) vs. Placebo zusätzlich zur optimalen Herzinsuffizienz-Therapie bei Personen mit HFrEF (LVEF≤40 %), T2DM oder Insulinresistenz und BMI ≥30 kg/m2

Die zusätzliche Gabe von Metformin reduzierte weder den primären kombinierten Endpunkt (Gesamtmortalität, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Myokardinfarkt oder Schlaganfall) noch die sekundären Endpunkte (Gesamtzahl der Events, Gesamtmortalität und Herzinsuffizienzverschlechterung).

Metformin ist sicher und kann bei Patientinnen und Patienten mit T2DM weitergeführt werden, auch wenn eine HFrEF diagnostiziert wird. Es gibt aber keine generelle Indikation für Metformin bei HFrEF.

Referenzen

  1. Hostrup Larsen A. Met-HeFT: Metformin and chronic heart failure. Hot Line 6, 30.08.2026, München, ESC 2026
  2. Hostrup Larsen A. Met-HeFT meta-analysis: Metformin in heart failure and ischemic heart disease: a systematic review and meta-analyses. Hot Line 6, 30.08.2026, München, ESC 2026

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