Die Investigator-initiierte Studie PREMIUM aus Japan untersuchte, ob die Prasugrel-Monotherapie vs. DAPT (beide über 12 Monate) Vorteile bei 2.280 Personen mit STEMI bringt.
Die große prospektive Studie SWITCH SWEDEHEART aus Schweden untersuchte, welche Effekte die sukzessive regionale Umstellung der teilnehmenden Zentren von Ticagrelor auf Prasugrel für die Sekundärprävention von Personen mit ACS hat. Insgesamt wurden über 17.000 Personen nach der PCI eingeschlossen, einschließlich Älteren und Patientinnen und Patienten mit vorhergehendem Schlaganfall.
A-CLOSE aus Süd-Korea prüfte die Nicht-Unterlegenheit der Clopidogrel-Monotherapie gegenüber der verlängerten DAPT über weitere 24 Monate bei 3.203 Personen, die 12 Monate zuvor ein DES (Drug-Eluting Stent) erhalten hatten und ein hohes Risiko für Ischämie oder Blutungen aufwiesen.
EPIDAURUS ging der Frage nach, ob Personen mit VHF und ACS von der Intensivierung der P2Y12-Hemmung mit Prasugrel oder Ticagrelor über 4 Wochen und anschließender Deeskalation auf Clopidogrel gegenüber der etablierten Therapie profitieren. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen aufgrund von Sicherheitsbedenken nachdem 1.474 Personen eingeschlossen waren.
In SWITCH SWEDEHEART war Prasugrel bei Patientinnen und Patienten mit ACS und PCI hinsichtlich Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall mit Ticagrelor gleichwertig, ging jedoch mit weniger schweren Blutungen einher. Diese Daten reproduzieren die Kenntnisse von ISAR-REACT 5.
Demgegenüber konnte PREMIUM bei Personen mit STEMI eine Prasugrel-Monotherapie bereits zum Zeitpunkt der Primär-PCI gegenüber einer DAPT nicht als nichtunterlegen bestätigen; zwar traten weniger schwere Blutungen auf, ischämische Ereignisse waren jedoch häufiger.
Bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und ACS zeigte EPIDAURUS, dass die Kombination eines DOAK mit einem potenten P2Y12-Hemmer gegenüber Clopidogrel zu mehr Blutungen führte, ohne einen erkennbaren zusätzlichen Schutz vor ischämischen Ereignissen.
Schließlich zeigte A-CLOSE bei Patientinnen und Patienten mit hohem ischämischem Risiko ein Jahr nach Stentimplantation, dass eine Clopidogrel-Monotherapie hinsichtlich des kombinierten Nettoendpunkts einer verlängerten DAPT nicht unterlegen war und deutlich weniger Blutungen verursachte. Allerdings waren ischämische Ereignisse unter der verlängerten DAPT seltener.
Insgesamt unterstreichen diese Studien und die aktuelle Literatur folgendes: ASS kann insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit ACS nicht innerhalb der ersten 30 Tage nach PCI abgesetzt werden. Eine Monotherapie mit Clopidogrel ist einer langfristigen Monotherapie mit Aspirin überlegen. Personen unter oraler Antikoagulation weisen ein besonders hohes Blutungsrisiko auf, sodass auf eine zusätzliche Intensivierung der antithrombotischen Therapie möglichst verzichtet werden sollte. Insgesamt kann weder eine Intensivierung noch eine Verkürzung der antithrombotischen Therapie pauschal empfohlen werden; vielmehr sollte die Therapiedauer und -intensität individuell anhand der Balance zwischen Blutungs- und Ischämierisiko festgelegt werden.
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