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Quick Dive: Spezielle Rhythmologie

In unserer Reihe "Quick Dive" stellen die Autorinnen und Autoren von Publikationen medizinischer Fachgesellschaften prägnant die wichtigsten Hintergründe und Inhalte der jeweiligen Veröffentlichung vor. Dieses Mal wird eingetaucht in:

DGK-Curriculum Spezielle Rhythmologie

10.09.2026 | Verfasst von: Thomas Deneke · Isabel Deisenhofer · Lars Eckardt · J. Christoph Geller · Karl Mischke · Thomas Rostock · Philipp Sommer · Johannes Sperzel · Daniel Steven · Roland Richard Tilz · Christian Veltmann · Stephan Willems

Von:

Melissa Wilke

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

29.10.2026

Bildquelle (Bild oben): vovan / Shutterstock.com

7 Fragen an den Erstautor

Prof. Thomas Deneke, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Nürnberg

Was sind Anlass und Ziel der Publikation?

 

Der Anlass ist ein Update des Curriculums aus dem Jahre 2012 mit Aktualisierung der Ausbildungsinhalte und Voraussetzungen zur Erlangung der Zusatzqualifikation.

 

An wen richtet sich die Zertifizierung?

 

An alle ärztlichen Kolleginnen, Kollegen und Zentren, die sich mit der Ausbildung zur Rhythmologin und zum Rhythmologen beschäftigen oder hieran Interesse haben. Hier erfolgt die strukturierte Abbildung des Ausbildungspfades für die invasive Elektrophysiologie und Herzrhythmusimplantate für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

 

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?

 

Die Ausbildungsinhalte wurden aktualisiert und die Voraussetzungen für Ärztinnen und Ärzte und Zentren zur Erlangung der Zusatzqualifikation wurden an die Ausbildungsstruktur der European Heart Rhythm Association angepasst.

 

Was ist der größte Mehrwert, den das Curriculum für Patientinnen und Patienten schafft?

 

Für Patientinnen und Patienten wird durch die qualifizierte und standardisierte Ausbildung der Ärzteschaft die Versorgungsqualität besser. Grundvoraussetzung für die effektive Katheterablation von Herzrhythmusstörungen und die Behandlung mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren ist eine standardisierte hochwertige Ausbildung von ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Dies erfolgt inhaltlich und formal-strukturell an den Ausbildungszentren der Zusatzqualifizierung Spezielle Rhythmologie, die klar definierten Qualitätskriterien finden sich ebenfalls im Curriculum. Das Siegel ermöglicht somit Patientinnen und Patienten die Identifikation von sehr gut ausgebildeten und hochqualifizierten Rhythmologen.

 

Wie ist die Zertifizierung strukturiert?

 

Die Dauer der Zusatzqualifikation ist in der Regel zwischen 15 bis 24 Monate, die auch in Teilzeit bewältigt werden können, und setzt eine vorwiegende Tätigkeit in dem Gebiet der Zertifizierung voraus. Neben einer Vermittlung der Inhalte ist die praktische Durchführung von Untersuchungen und Implantationen in unterschiedlichen Stufen gegliedert (eins bis drei, je nach Komplexität der Prozeduren und Selbständigkeit der Kandidatin und des Kandidaten). Die Erteilung der Zusatzqualifikation ist nur an Fachärztinnen und Fachärzte möglich, die Zusatzqualifikation kann aber jederzeit im Rahmen der Facharztausbildung begonnen werden.

 

Gibt es Überschneidungen mit internationalen Standards oder Zertifizierungen?

 

Bei diesem Update haben wir gezielt darauf geachtet, die Standards der EHRA zu übernehmen und somit die Zertifizierung an den europäischen Standard anzupassen.

 

Ausblick: Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?

 

Die Rhythmologie bleibt ein ganz entscheidender Teil der Kardiologie. Die vermittelten Inhalte sind entscheidend für die Qualität der Versorgung von Personen mit Rhythmusstörungen in Deutschland. Aufgrund des Trends zu kürzeren Verweildauern und „ambulanten“ Device-Operationen und Katheterablationen ist die persönliche Ausbildung und Zertifizierung entscheidend für die positive Entwicklung und sichere sowie qualitativ hochwertige Patientenversorgung.

 

Weiter zur vorgestellten Publikation:

Spezielle Rhythmologie – DGK-Curriculum

Deneke, T., Deisenhofer, I., Eckardt, L. et al.

Kardiologie (2026)

https://doi.org/10.1007/s12181-026-00835-2

 

Zur Person

Prof. Thomas Deneke

Prof. Deneke ist Chefarzt der Rhythmologie am Klinikum Nürnberg und als Mitherausgeber für den Bereich „Patienten und Interessierte“ auf Herzmedizin.de verantwortlich. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Gremiums zur Zertifizierung von Vorhofflimmer-Zentren sowie Mitglied im Ausschuss „Zertifizierung und Curricula“ der DGK.

prof-thomas-deneke-it

Kurzinfo: Die Formate der DGK-Publikationen

Die Curricula der DGK beschreiben den Prozess einer Weiterbildung zur Erlangung einer speziellen Zusatzqualifikation für Kardiologinnen und Kardiologen. Weitere Informationen unter curricula.dgk.org

Leitlinien sind für Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Stütze im klinischen Alltag, um ihre Patientinnen und Patienten nach neuestem Stand der Wissenschaft bestmöglich zu behandeln. Dabei dienen die Leitlinien als verlässliche Handlungsempfehlungen in spezifischen Situationen.

Pocket-Leitlinien sind Leitlinien in kompakter, praxisorientierter Form. Bei Übersetzungen von Pocket-Leitlinien der ESC werden alle Empfehlungsklassen und Evidenzgrade der Langfassung übernommen.

Master Pocket-Leitlinien stellen eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte der Leitlinienempfehlungen in Form von grafischen Diagnose- und Therapiealgorithmen dar. Als Quelle der Empfehlungen dienen dabei vorwiegend die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien erstellten Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) sowie deren deutsche Übersetzung durch die DGK.

Kommentare beinhalten Hinweise, wie sich die neuen von den alten Leitlinien unterscheiden, Hinweise auf wesentliche Neuerungen, die seit dem Erscheinen der ESC-Leitlinien bekannt geworden sind, Diskussion kontroverser Empfehlungen in den ESC-Leitlinien sowie Möglichkeiten und Grenzen der Leitlinienumsetzung im Bereich des deutschen Gesundheitswesens.

Ein Positionspapier behandelt eine Fragestellung von großem allgemeinen Interesse, für die keine aktuelle Leitlinie vorliegt.

Bei einem Konsensuspapier handelt es sich um ein von mehreren Fachgesellschaften getragenes Statement.

Diese Veröffentlichungen enthalten Empfehlungen einer DGK-Arbeitsgruppe zu einer speziellen Frage von großem Interesse.

Stellungnahmen der DGK beziehen sich auf gesundheitspolitische Fragestellungen und erfolgen durch den Vorstand, gemeinsam mit Kommissionen und Projektgruppen. Sofern möglich und sinnvoll, werden auch Fachgesellschaft-übergreifende Stellungnahmen ausgearbeitet.

Ein Manual ist eine praktisch orientierte Expertenempfehlung für wesentliche kardiovaskuläre Prozeduren.

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