Was sind Anlass und Ziel der Publikation?
Der Anlass ist ein Update des Curriculums aus dem Jahre 2012 mit Aktualisierung der Ausbildungsinhalte und Voraussetzungen zur Erlangung der Zusatzqualifikation.
An wen richtet sich die Zertifizierung?
An alle ärztlichen Kolleginnen, Kollegen und Zentren, die sich mit der Ausbildung zur Rhythmologin und zum Rhythmologen beschäftigen oder hieran Interesse haben. Hier erfolgt die strukturierte Abbildung des Ausbildungspfades für die invasive Elektrophysiologie und Herzrhythmusimplantate für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Ausbildungsinhalte wurden aktualisiert und die Voraussetzungen für Ärztinnen und Ärzte und Zentren zur Erlangung der Zusatzqualifikation wurden an die Ausbildungsstruktur der European Heart Rhythm Association angepasst.
Was ist der größte Mehrwert, den das Curriculum für Patientinnen und Patienten schafft?
Für Patientinnen und Patienten wird durch die qualifizierte und standardisierte Ausbildung der Ärzteschaft die Versorgungsqualität besser. Grundvoraussetzung für die effektive Katheterablation von Herzrhythmusstörungen und die Behandlung mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren ist eine standardisierte hochwertige Ausbildung von ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Dies erfolgt inhaltlich und formal-strukturell an den Ausbildungszentren der Zusatzqualifizierung Spezielle Rhythmologie, die klar definierten Qualitätskriterien finden sich ebenfalls im Curriculum. Das Siegel ermöglicht somit Patientinnen und Patienten die Identifikation von sehr gut ausgebildeten und hochqualifizierten Rhythmologen.
Wie ist die Zertifizierung strukturiert?
Die Dauer der Zusatzqualifikation ist in der Regel zwischen 15 bis 24 Monate, die auch in Teilzeit bewältigt werden können, und setzt eine vorwiegende Tätigkeit in dem Gebiet der Zertifizierung voraus. Neben einer Vermittlung der Inhalte ist die praktische Durchführung von Untersuchungen und Implantationen in unterschiedlichen Stufen gegliedert (eins bis drei, je nach Komplexität der Prozeduren und Selbständigkeit der Kandidatin und des Kandidaten). Die Erteilung der Zusatzqualifikation ist nur an Fachärztinnen und Fachärzte möglich, die Zusatzqualifikation kann aber jederzeit im Rahmen der Facharztausbildung begonnen werden.
Gibt es Überschneidungen mit internationalen Standards oder Zertifizierungen?
Bei diesem Update haben wir gezielt darauf geachtet, die Standards der EHRA zu übernehmen und somit die Zertifizierung an den europäischen Standard anzupassen.
Ausblick: Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?
Die Rhythmologie bleibt ein ganz entscheidender Teil der Kardiologie. Die vermittelten Inhalte sind entscheidend für die Qualität der Versorgung von Personen mit Rhythmusstörungen in Deutschland. Aufgrund des Trends zu kürzeren Verweildauern und „ambulanten“ Device-Operationen und Katheterablationen ist die persönliche Ausbildung und Zertifizierung entscheidend für die positive Entwicklung und sichere sowie qualitativ hochwertige Patientenversorgung.