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EARLY-TAVR: Intermediäres Follow-up

New York Valves 2026 | EARLY TAVR: Eine interventionelle Behandlung bei Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer hochgradiger Aortenklappenstenose (AS) ohne Risikofaktoren, die nicht geeignet sind für eine chirurgische Therapie, ist in der aktuellen ESC-Leitlinie mit einer Klasse-IIA-Indikation versehen worden. Diese Empfehlung basiert unter anderem auf den Ergebnissen der EARLY-TAVR-Studie. In New York wurden nun die aktuellsten Follow-up-Daten vorgestellt.1

Von:

Prof. Tanja Rudolph

Leiterin Rubrik Strukturelle Herzerkrankungen

 

26.06.2026

Bildquelle (Bild oben): Stephan Guarch / Shutterstock.com

Studiendesign

Insgesamt wurden 901 asymptomatische AS-Patientinnen und -Patienten mit einem Alter >65 Jahre, einem STS-Score <10 und einer EF>50 % in diese prospektive Studie eingeschlossen. Es erfolgte eine Randomisierung auf TAVI mit einer Ballon-expandierenden Prothese (Sapien 3 Ultra) versus klinische Kontrolle.

Ergebnisse

Nach einem medianen Follow-up von 3,8 Jahren war der kombinierte Endpunkt aus Tod, Schlaganfall und ungeplanter Hospitalisierung signifikant häufiger in der Gruppe mit der klinischen Kontrolle beobachtet worden. Hinsichtlich der Mortalität hatte sich kein Unterschied gezeigt (13,6 % vs. 13.4 %). 

 

In den aktuell vorgestellten 5-Jahres-Daten blieb weiterhin ein signifikanter Unterschied im kombinierten Endpunkt (Tod, Schlaganfall und Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz: 15,2 % vs. 24,2 %) zugunsten der TAVI.

 

Hinsichtlich der Mortalität ergab sich weiterhin kein signifikanter Unterschied (10,3 % vs. 12,3 %). Die Rate an Schlaganfällen war numerisch in der TAVI-Gruppe niedriger, verfehlte aber die Signifikanz (4,8 % vs. 7,6 %, p=0,09) Für den Endpunkt Hospitalisation bei Herzinsuffizienz zeigte sich ein signifikant niedrigeres Auftreten nach TAVI (3,5 % vs. 10,3 %).

Fazit

Zusammenfassend zeigen die Daten, dass nach intermedärem Follow-up von 5 Jahren der Benefit einer frühen Therapie mit TAVI bei Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer hochgradiger AS weiterhin gegenüber der engmaschigen klinischen Kontrolle bestehen bleibt.

Expertenkommentar

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer Aortenklappenstenose ohne Risikofaktoren wird in der aktuellen ESC-Leitlinie mit einer Klasse-IIA-Empfehlung bewertet. Die aktualisierten Daten der EARLY- TAVR-Studie sowie die kürzlich publizierten 8-Jahres-Daten der Recovery-Studie2 bestätigen diese Empfehlung. 

 

Asymptomatische AS-Patientinnen und -Patienten sollten frühzeitig für einen Eingriff evaluiert werden. Anschließend sollte gemeinsam mit den Betroffenen die Therapiestrategie unter Berücksichtigung des individuellen Risikos und des Lifetime-Managements festgelegt werden.

Zur Person

Prof. Tanja Rudolph

Prof. Tanja Rudolph ist als Oberärztin und Leiterin der Interventionellen Kardiologie in der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, in Bad Oeynhausen tätig. Ihre fachlichen Zusatzqualifikationen (DGK) erwarb sie in den Bereichen der Interventionellen Kardiologie und Herzinsuffizienz.
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Key Facts der Studie

Die ESC-Leitlinie empfiehlt bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer hochgradiger Aortenklappenstenose eine frühe interventionelle Therapie (Klasse IIA). Neue Follow-up-Daten der EARLY-TAVR-Studie bestätigen diese Empfehlung.

Auch nach fünf Jahren bleibt der Vorteil einer frühen TAVI bei Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer hochgradiger Aortenstenose gegenüber einer engmaschigen klinischen Kontrolle bestehen.

Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer AS sollten frühzeitig evaluiert und die Therapie individuell unter Berücksichtigung des Risikos geplant werden.

Referenzen

  1. Genereux, P. TAVR for Asymptomatic Severe AS: Updated Results from the EARLY-TAVR trial. Late-Breaking Clinical Science: TAVR Session I. New York Valves 2026. 
  2. Kang, D.-H. et al. Early Surgery for Asymptomatic Aortic Stenosis at 10 Years, New England Journal of Medicine, 394, 22, (2279-2280), (2026)./doi/full/10.1056/NEJMc2605699

 

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