Nahaufnahme-eines-Chirurgen-shutterstock-1152711437-1920x540px Nahaufnahme-eines-Chirurgen-shutterstock-1152711437-1920x540px

Größenbestimmung von Aortenklappen vor TAVI mittels VR

Eine detaillierte Visualisierung und präzise Vermessung der Aortenklappe ist mitentscheidend, damit eine Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) zum Erfolg führt. Inwieweit kann Virtual Reality (VR) dabei unterstützen? Dieser Frage ist ein Forschungsteam um Prof. Christian Jung, Universitätsklinikum Düsseldorf, nachgegangen. Im Interview mit PD Dr. Stefan Perings berichtet der Studienleiter über die Ergebnisse, die bald im Journal der American Heart Association (JAHA) veröffentlicht werden.

Von:

Romy Martínez & Martin Nölke

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

02.07.2024

 

Bildquelle (Bild oben): Gorodenkoff / Shutterstock.com

Videointerview: Aortenklappen-Sizing per VR

Mit Prof. Christian Jung, Universitätsklinikum Düsseldorf. Moderation: PD Dr. Stefan Perings, Herausgeber Herzmedizin.de

Die Studie im Überblick

Derzeit ist die Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) der Goldstandard für die Beurteilung des Aortenannulus und der umgebenden Strukturen, um die Prothesengröße zu bestimmen. In der neuen Studie wurde untersucht, ob auch der Einsatz virtueller Realität zur präprozeduralen Größenbestimmung bei TAVI geeignet ist.


Die retrospektive Single-Center-Studie mit 60 Patientinnen und Patienten kam hinsichtlich Durchführbarkeit, Genauigkeit und Reproduzierbarkeit zu folgenden Ergebnissen:

 

  • Die Vermessung der Aortenklappe und der angrenzenden Strukturen mittels VR auf der Grundlage von MSCT-Daten ist machbar
  • Die VR-Messungen korrelierten sehr gut mit den herkömmlichen MSCT-Messungen
  • Die Analyse zeigte eine hohe Intra- und Interobserver-Reliabilität
  • Die dreidimensionale Visualisierung durch VR verbesserte gemäß Anwenderbefragung die Wahrnehmung und das Verständnis der individuellen Patientenanatomie und -morphologie im Vergleich zur MSCT-Darstellung auf einem 2D-Bildschirm


„Das Ausmaß der Begeisterung ist unterschiedlich, aber alle finden, dass VR einen Mehrwert generiert“, fasst Prof. Christian Jung die aktuellen Erkenntnisse zusammen. Bis zur Routineanwendung in der interventionellen Kardiologie sei jedoch weitere Forschung nötig. Das Potenzial sei aber groß:

 

„Virtual Reality kann die maßgeschneiderte Therapie potenziell auf ein ganz neues Niveau heben.“

Referenzen

Kanschik D et al. Feasibility, Accuracy, and Reproducibility of Aortic Valve Sizing for Transcatheter Aortic Valve Implantation using Virtual Reality. Manuskript akzeptiert beim Journal der American Heart Association, 2024

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Praxis nach der TIM-HF2-Studie, um durch Monitoring HI-Hospitalisationen zu antizipieren. Mit Dr. F. Kerwagen und Dr. K. Betz.

Ein Überblick über die Aufgaben der Telenurse, den Nutzen des Telemonitorings und die Entwicklung neuer Kompetenzprofile. Von A. Dirksen und A. Schelske.

Digitale Zusammenarbeit im Heart Team: Mit Dr. C. Walther, Prof. T. Walther, Dr. K. Betz und PD Dr. P. Breitbart.