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ICU matters: OHCA (1/4)

Wie kann moderne kardiovaskuläre Intensivmedizin aussehen? Im Video-Format „ICU matters“ werden Fragen und Unsicherheiten adressiert sowie wissenschaftliche Neuerungen in den Kontext moderner Behandlungen gestellt – für ein klares Bild der kardiologischen Sicht auf die Intensivmedizin, konzipiert als Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen, die vor ihrer ersten Intensivrotation stehen. 
 
In der ersten Folge des Themenblocks zum Out-of-Hospital Cardiac Arrest (außerklinischer Herzstillstand) spricht PD Dr. Benedikt Schrage (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) zur Studienlage zu eCPR.

 

Jetzt Folge 1 ansehen (Dauer: 17 Minuten).

 

„ICU matters“ ist ein Format von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kardiovaskuläre Intensivmedizin“ (AG 3) in der Rubrik Intensiv- und Notfallmedizin. In vier Folgen werden jeweils verschiedene Aspekte eines intensivmedizinischen Themas behandelt.

Von: 

PD Dr. Anselm Derda

Medizinsche Hochschule Hannover

 

16.09.2026

Bildquelle (Bild oben): hxdbzxy / Shutterstock.com

Take-aways

  • Die ARREST-Studie1 lieferte bei hochselektierten Patientinnen und Patienten mit refraktärem OHCA den Proof of Concept für einen Überlebensvorteil durch eine ECPR-basierte Strategie. Prague-OHCA2 zeigte ein vielversprechendes, aber im primären Endpunkt statistisch nicht signifikantes Ergebnis einer invasiven Strategie einschließlich ECPR. INCEPTION3 zeigte schließlich keinen signifikanten Vorteil einer ECPR-Strategie gegenüber konventioneller Reanimation. Zusammengenommen sprechen die Studien dafür, dass der Erfolg wesentlich von der Selektion der Patientinnen und Patienten, der Erfahrung, der Geschwindigkeit und Versorgungsstruktur abhängt.    

  • In ARREST1 und Prague-OHCA2 wurde die extrakorporale Zirkulation besonders rasch etabliert, die gesamte Arrest-to-ECMO-Zeit lag ungefähr bei einer Stunde. In INCEPTION3 waren die Low-flow-Zeiten länger. Dies könnte zum neutralen Studienergebnis beigetragen haben, beweist aber keine Kausalität. Entscheidend ist, dass nicht nur die richtige Selektion erfolgt, sondern auch eine möglichst kurze Zeit bis zum ECMO-Flow erreicht wird.

  • Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt: Ist die Ursache des Kreislaufstillstands potenziell reversibel bzw. behandelbar? Besteht eine realistische Chance auf ein gutes neurologisches Outcome? Ein beobachteter Kreislaufstillstand, eine kurze No-flow-Zeit, ein initialer schockbarer Rhythmus und eine hochwertige CPR sprechen für eine günstigere Ausgangssituation.

  • Das neutrale Ergebnis der frühzeitigen VA-ECMO beim infarktbedingten kardiogenen Schock darf nicht direkt auf ECPR bei refraktärem Kreislaufstillstand übertragen werden4. ECPR-Patientinnen und -Patienten waren in ECLS-SHOCK nicht die untersuchte Population. Der kardiogene Schock mit vorhandenem Spontankreislauf und ein refraktärer Herzkreislaufstillstand unter laufender CPR sind unterschiedliche klinische Situationen mit unterschiedlicher Ausgangsprognose.

Referenzen

Mehr zum Thema

Alle Folgen auf der Übersichtsseite „ICU matters“

 

 

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