Prof. Thomas Lüscher, ESC-Präsident:
- Der EU Safe Hearts Plan fokussiert sich stark auf Prävention und nutzt künstliche Intelligenz für personalisierte Prävention (Deep Phenotyping).
- Zentrale Herausforderungen sind Finanzierung und Umsetzung präventiver Maßnahmen, wobei KI-gestützte Tools (z. B. Patienten-Apps) die Compliance von Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten verbessern sollen.
- Register und Daten sind essenziell – sowohl für Forschung als auch Qualitätskontrolle; zusätzlich sollten gesundheitsschädliche Produkte stärker besteuert werden, um Prävention zu finanzieren.
Prof. Stefan Blankenberg, DGK-Präsident:
- Das Nationale Herz-Netz ist ein zentraler Bestandteil des EU Safe Hearts Plan und soll eine umfassende, frei zugängliche Datenbasis für Diagnostik, Therapie und Nachverfolgung schaffen.
- Schlüsselkomponenten sind Screening, Prävention, gerechte Versorgung, Digitalisierung und KI, wobei Daten die Grundlage für moderne Medizin darstellen.
- Maßnahmen wie Medizinregistergesetz und höhere Tabaksteuern können Datenverfügbarkeit verbessern und gleichzeitig Prävention sowie Finanzierung des Gesundheitssystems stärken.
Prof. Christina Magnussen, Präventionsexpertin UKE Hamburg:
- Deutschland ist stark in der Versorgung, aber schwach in Prävention und Risikoprädiktion; präventive Maßnahmen werden bisher unzureichend umgesetzt.
- Das 3B-Screening (Blutdruck, Blutfette, Blutzucker) ist wichtig, muss aber durch konsequente Therapie, Beratung und Follow-up ergänzt werden.
- Das Nationale Herz-Netz wird wichtige Real-World-Daten zur Identifikation von Versorgungslücken liefern.