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DGK/ESC-Talk: Der EU Safe Hearts Plan

DGK-Jahrestagung 2026 | In gemeinsamer Runde sprechen Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der European Society of Cardiology (ESC) über den EU Safe Hearts Plan: Prof. Christina Magnussen, Expertin für Prävention (UKE Hamburg), Prof. Thomas Lüscher, Präsident der ESC und Prof. Stefan Blankenberg, Präsident der DGK, thematisieren sowohl Ziele und Umsetzung der Initiative, die Rolle des Nationalen Herz-Netzes und die Frage einer einheitlichen kardiologischen Versorgung in Europa.

Von:

Romy Martínez

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

14.04.2026

Bildquelle (Bild oben): m:con / Ben van Skyhawk

Take-aways

Prof. Thomas Lüscher, ESC-Präsident:

  • Der EU Safe Hearts Plan fokussiert sich stark auf Prävention und nutzt künstliche Intelligenz für personalisierte Prävention (Deep Phenotyping).
  • Zentrale Herausforderungen sind Finanzierung und Umsetzung präventiver Maßnahmen, wobei KI-gestützte Tools (z. B. Patienten-Apps) die Compliance von Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten verbessern sollen.
  • Register und Daten sind essenziell – sowohl für Forschung als auch Qualitätskontrolle; zusätzlich sollten gesundheitsschädliche Produkte stärker besteuert werden, um Prävention zu finanzieren.


Prof. Stefan Blankenberg, DGK-Präsident:

  • Das Nationale Herz-Netz ist ein zentraler Bestandteil des EU Safe Hearts Plan und soll eine umfassende, frei zugängliche Datenbasis für Diagnostik, Therapie und Nachverfolgung schaffen.
  • Schlüsselkomponenten sind Screening, Prävention, gerechte Versorgung, Digitalisierung und KI, wobei Daten die Grundlage für moderne Medizin darstellen.
  • Maßnahmen wie Medizinregistergesetz und höhere Tabaksteuern können Datenverfügbarkeit verbessern und gleichzeitig Prävention sowie Finanzierung des Gesundheitssystems stärken.


Prof. Christina Magnussen, Präventionsexpertin UKE Hamburg:

  • Deutschland ist stark in der Versorgung, aber schwach in Prävention und Risikoprädiktion; präventive Maßnahmen werden bisher unzureichend umgesetzt.
  • Das 3B-Screening (Blutdruck, Blutfette, Blutzucker) ist wichtig, muss aber durch konsequente Therapie, Beratung und Follow-up ergänzt werden.
  • Das Nationale Herz-Netz wird wichtige Real-World-Daten zur Identifikation von Versorgungslücken liefern.

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