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Herzgespräche: Wie sieht der Alltag in einer kardiologischen Reha aus?

Unsere Video-Reportage-Reihe „Herzgespräche“ liefert Patienten und Interessierten wertvolle Einblicke in zentrale Themen der Herzgesundheit. Diesmal: Wie sieht der Alltag in einer kardiologischen Reha aus?

 

Klinikleiter Dr. Lars-Uwe Kühne von den Segeberger Kliniken gibt einen ganzheitlichen Überblick des Ablaufs der Reha in der Einrichtung, während Christian Zahn und Nicola Heister, die Leiter der Bewegungstherapie, das Konzept der Klinik zur Mobilisierung der Patientinnen und Patienten vorstellen. Dazu wird der Reha-Alltag von Ingeborg Kinkele begleitet: Die Patientin schildert, wie sie in die Klinik gekommen ist und zeigt, wie ein Aufenthalt in der Reha aussehen kann.

Von Kerstin Kropac

 

13.08.2026


Bildquelle oben: iStock / Hispanolistic

Zum Experten

Dr. Lars-Uwe Kühne

Dr. Lars-Uwe Kühne ist Chefarzt der kardiologischen Rehabilitation an den Segeberger Kliniken in Bad Segeberg.

Dr. Lars-Uwe Kühne Dr. Lars-Uwe Kühne

„Reha ist eine Teamleistung, die sich bei uns aus Physio- und Sporttherapie, Psychologie, der Pflege, den Servicekräften und den Ärztinnen und Ärzten zusammensetzt.“

Dr. Lars-Uwe Kühne

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine kardiologische Reha kann in zwei Fällen sinnvoll sein: Einerseits als Vorbeugungsmaßnahme, um die Verschlechterung einer Herzerkrankung zu verhindern. Oder aber als sogenannte Anschlussheilbehandlung nach einem Herzinfarkt, einer Lungenembolie, einer Herzklappenoperation oder anderen kardio- oder gefäßchirurgischen Eingriffen.
  • Kardiologische Reha-Maßnahmen sollen Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, mit Ihrer Erkrankung umzugehen, nach einer Operation wieder auf die Beine zu kommen und Ihre Herzgesundheit langfristig zu verbessern.
  • Zum Ablauf der kardiologischen Reha gehören zum Beispiel: Schulungen zur jeweiligen Erkrankung, körperliches Training, Physiotherapie, Ernährungstherapie, Ergotherapie, Entspannungstraining und Stressbewältigung, sozialdienstliche Beratung, psychologische Betreuung, Pflege und Mobilisierung, Rauchstopp, medikamentöse Behandlung.
  • Dabei stehen folgende Ziele im Fokus: Körperliche Leistungsfähigkeit wiederherstellen, Psyche stabilisieren, medikamentöse Behandlung optimieren, einen herzgesunden Lebensstil etablieren, Rückkehr in den privaten und beruflichen Alltag erleichtern, Risiko von Folgeschäden reduzieren.
  • Leider nimmt nur etwa die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung die kardiologische Rehabilitation, die ihnen zusteht, in Anspruch. 

Warum eine kardiologische Reha?

  • Die sogenannte Leitlinie zur kardiologischen Rehabilitation empfiehlt Patientinnen und Patienten mit einer KHK, chronischer Herzschwäche und nach Operationen an den Herzklappen die Teilnahme an einer kardiologischen Reha. Diese kann die Prognose und Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
  • Wer beispielsweise mit einer KHK an einer Reha-Maßnahme teilnimmt, hat ein geringeres Risiko für Herzinfarkt, Krankenhausaufnahme und Herztod. 
  • Bei Patientinnen und Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Herzschwäche werden unter anderem körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität deutlich verbessert.
  • Was viele Betroffene unterschätzen: Eine Reha bietet auch psychologische Unterstützung. Und die ist wichtig! So entwickelt zum Beispiel etwa jeder fünfte Herzinfarkt-Betroffene eine depressive Episode.
  • Trotz der vielen Vorteile, die eine kardiologische Reha bietet, nehmen sie nur etwa 50 Prozent der Berechtigten in Anspruch. 
  • 2023 hatten laut Herzbericht 186 000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt – aber nur etwa 28 500 von ihnen haben anschließend an einer Reha-Maßnahme teilgenommen.

FAQ: Häufige Fragen zu Kardiologische Reha

Beim medizinischen Heilverfahren geht es vor allem darum, schweren kardiologischen Ereignissen oder der Verschlechterung chronischer Krankheiten vorzubeugen. Daher eignet sich eine solche Maßnahme zum Beispiel für Patientinnen oder Patienten mit einer chronischen Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder einer chronischen koronaren Herzkrankheit.

Eine kardiologische Rehabilitationsmaßnahme sollte als sogenannte Anschlussheilbehandlung unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt, spätestens innerhalb von 14 Tagen nach einer stationären Behandlung beginnen – zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, einer Bypass-Operation, einer Herzklappenoperation oder anderen kardio- oder gefäßchirurgischen Eingriffen. Auch nach einer Lungenarterienembolie macht eine Anschlussheilbehandlung Sinn.

Hier sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen: Wie schwer war das Ereignis oder der Eingriff? Wie gut wurde es überstanden? Und was hat der Mensch vorher gemacht? Wer zum Beispiel in einem körperlich anstrengenden Beruf arbeitet, wird womöglich noch einige Zeit arbeitsunfähig bleiben. Betroffene, die einem Job im Büro nachgehen, können oftmals kurz nach der Reha wieder arbeiten. Das Ziel ist, dass die Patientin oder der Patient zügig wieder beschwerdefrei das alltägliche Leben meistern kann.

In ambulanten Herzsportgruppen kommen Patientinnen und Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Krankheiten mindestens einmal pro Woche zusammen, um gemeinsam Sport zu treiben und so ihre körperliche Belastbarkeit zu trainieren. Sie werden dabei von ausgebildeten Fachleuten angeleitet und immer von einem Arzt oder einer Ärztin betreut. Deutschlandweit gibt es mehr als 6000 Herzgruppen.

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