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Herzgespräche: Lipoprotein(a) – Was bedeutet ein hoher Wert?

Unsere Video-Reihe „Herzgespräche“ liefert Patientinnen und Patienten sowie Interessierten wertvolle Einblicke in zentrale Themen der Herzgesundheit. Diesmal: Was bedeutet ein hoher Lipoprotein(a)-Wert?

 

Prof. Dr. Thomas Klingenheben, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in Bonn sowie Herausgeber von HERZMEDIZIN.de, erläutert die grundsätzliche Wirkweise von Lp(a) und warum es Sinn ergibt, den Wert bestimmen zu lassen. Zudem gibt der Kardiologe Ratschläge, worauf bei einem erhöhten Wert geachtet werden sollte, und einen Überblick zu aktuellen und sich in Entwicklung befindenden Behandlungsmethoden.

Von Kerstin Kropac

 

06.11.2026


Bildquelle (Bild oben): iStock / supersizer

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein hoher Lp(a)-Wert steigert das Risiko für Gefäß-Verkalkungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Beinarterienverschlüsse und Aortenklappenstenosen – und das schon in jungen Jahren.
  • Das kardiovaskuläre Risiko steigt mit zunehmender Lp(a)-Konzentration.
  • Der Lp(a)-Wert kann durch den Lebensstil kaum beeinflusst werden. Er ist zu etwa 80 bis 90 Prozent genetisch bedingt.
  • Personen mit hohen Lp(a)-Werten profitieren bislang vor allem von einer optimalen Einstellung aller anderen Risikofaktoren.
  • Derzeit sind eine Reihe von Wirkstoffen bereits im fortgeschrittenen Stadium der klinischen Entwicklung. Sie sollen die Lp(a)-Werte um 80 bis 90 Prozent senken können.
  • Fachgesellschaften empfehlen, den Lp(a)-Wert einmal im Leben bestimmen zu lassen.
  • Da erhöhte Lp(a)-Werte überwiegend genetisch bedingt sind, kann es sinnvoll sein, auch nahe Angehörige von Personen mit erhöhten Werten untersuchen zu lassen.

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Prof. Dr. Thomas Klingenheben

Prof. Dr. Thomas Klingenheben ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie in Bonn.

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„Das ist tatsächlich ein echter Risikofaktor, dessen Erhöhung wir auch unbedingt behandeln sollten bei Patienten, die sonst auch einen weiteren Risikoparameter haben oder sogar schon gefäß- oder herzkrank sind.“

Prof. Dr. Thomas Klingenheben

FAQ – Häufige Fragen zu Lipoprotein(a) und Herzgesundheit

Oft schaut man sich diese Blutwerte erst an, wenn es zu spät ist – wenn ein Herzinfarkt passiert oder eine Herzschwäche diagnostiziert worden ist. Regelmäßige Kontrollen wichtiger Gesundheitswerte und Biomarker können helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen oder deren Fortschreiten zu verlangsamen. Zu diesen Werten gehören Blutdruck, Cholesterin- und Blutzucker-Spiegel, aber auch Blutwerte zur Beurteilung der Nierenfunktion und Lipoprotein(a). Werden Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt, können gezielte Maßnahmen dazu beitragen, das Herz langfristig zu schützen.

Zu viel Cholesterin im Blut begünstigt Gefäßverkalkung, medizinisch Atherosklerose. Wie stark die schädigende Wirkung auf die Gefäßinnenhaut ist, richtet sich nicht nur nach der Höhe des Cholesterinwerts, sondern auch nach der Dauer, die der Körper dem Übermaß an Cholesterin im Blut ausgesetzt ist.

Die Effekte der Ernährung auf den Cholesterinspiegel werden häufig überschätzt und hängen stark vom Ausgangzustand ab. So führt zum Beispiel selbst eine vollständige und dauerhafte Umstellung auf rein vegetarische oder vegane Diät im Mittel nur zu einer Senkung des LDL-Cholesterins um zehn Prozent. Bei stark erhöhten Cholesterinwerten kann eine Diät nicht die Einnahme von Medikamenten ersetzen.

Im Tabakrauch stecken über 7.000 Chemikalien – darunter zahlreiche Stoffe, die zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies (ROS) fördern zum Beispiel die Entstehung der Atherosklerose. Dieser Effekt wird durch den enthaltenen Feinstaub noch verstärkt – und zwar nicht nur, wenn man selbst, sondern auch, wenn man passiv raucht.

Fünf Risikofaktoren werden für mindestens die Hälfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht: Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Wer im Alter von 50 Jahren keinen der fünf klassischen Risikofaktoren aufweist, lebt über zehn Jahre länger als eine Person, bei der alle fünf Risikofaktoren vorliegen. Die gute Nachricht: All diese Risikofaktoren können wir beeinflussen!

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