Autoren
Mark Weber-Krüger · Moritz Blum · Bernd Alt-Epping · Marc Dittrich · Franz Goss · Tanja Henking · Hashim Abdul-Khaliq · Ingrid Kindermann* · Dorit Knappe · Volker Köllner · Gerald Neitzke · Christian Perings · Harald Rittger · Jürgen in der Schmitten · Daniel Schwittek · Henrikje Stanze · Klaus K. Witte · Jochen Dutzmann
* Für die Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin
Zusammenfassung
Die partizipative Entscheidungsfindung (Shared Decision Making [SDM]) stellt einen strukturierten Prozess dar, der medizinische Expertise und Indikationsstellung mit den Werten, Präferenzen und Lebenszielen von Patienten verbindet. Sie basiert auf rechtlichen Anforderungen an Aufklärung und Einwilligung, ethischen Konzepten der Patientenautonomie sowie einer wachsenden Evidenzbasis. Dieses interdisziplinäre Konsensuspapier der herzmedizinischen Fachgesellschaften beschreibt die rechtlichen, ethischen und praktischen Grundlagen von SDM in der Herzmedizin. Neben der Bedeutung von Präferenzklärung und informierter Einwilligung werden strukturelle Herausforderungen der Umsetzung diskutiert. Ein besonderer Fokus liegt auf Decision Aids als standardisierten Instrumenten der Entscheidungsunterstützung. Internationale Studien zeigen, dass strukturierte Entscheidungshilfen Wissen verbessern, Entscheidungskonflikte reduzieren und die aktive Beteiligung von Patienten fördern können. Das Papier stellt das Three-Talks-Modell als praktikablen Rahmen für die Integration von Decision Aids in klinische Versorgungspfade vor und formuliert Empfehlungen für deren qualitätsgesicherte Entwicklung und Anwendung in der Herzmedizin. Die beteiligten Fachgesellschaften sehen die Förderung partizipativer Entscheidungsprozesse als wichtigen Bestandteil einer patientenzentrierten und qualitativ hochwertigen Versorgung.
Literaturnachweis
Weber-Krüger, M., Blum, M., Alt-Epping, B. et al.
Entscheidungsfindung und Entscheidungsunterstützung in der Herzmedizin. Kardiologie (2026).
https://doi.org/10.1007/s12181-026-00824-5