Autoren
Christian Meyer · Arash Arya · Kerstin Bode · Nikolaos Dagres · Thomas Deneke · Christiane Jungen · Christian Veltmann · Lars Eckardt*
* Für die Kommission für Klinische Praxis und Leitlinien
Zusammenfassung
Ein elektrischer Sturm (ES) als Häufung rezidivierender ventrikulärer Arrhythmien
(mindestens 3 anhaltende Episoden innerhalb von 24 Stunden) ist ein lebensbedrohlicher Zustand kardialer,
elektrischer und oftmals hämodynamischer Instabilität mit hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko,
dessen Behandlung eine besondere interprofessionelle Herausforderung darstellt. Demografische und medizinische
Entwicklungen sowie die verbesserte Prognose bei strukturellen Herzerkrankungen
und fortgeschrittener Herzinsuffizienz haben das Risiko für einen ES trotz verbesserter
Versorgungsstrukturen in den vergangenen Jahren erhöht. Rezidivierende ventrikuläre
Arrhythmien sind dabei bereits vor Entwicklung eines manifesten ES Ausdruck einer
prognostisch bedeutsamen Arrhythmieprogression. Entsprechend ist ein ES oftmals
Endpunkt eines Kontinuums progredienter elektrischer Instabilität, das verhindert
oder möglichst früh durchbrochen werden sollte. Die Adressierung des zugrunde
liegenden arrhythmogenen Substrats, arrhythmogener Trigger und die detaillierte
Arrhythmiecharakterisierung bilden unter Berücksichtigung der hämodynamischen
Gesamtsituation die Grundlage für Risikostratifikation, Diagnostik und spezifische
Therapie des ES. Diese 3 Dimensionen – Substrat, Trigger und Arrhythmie – werden im
vorliegenden Positionspapier als STA-Triade des elektrischen Sturms zusammengefasst.
Die meisten ES treten bei Menschen mit struktureller Herzerkrankung auf, insbesondere
bei ischämischer oder nichtischämischer Kardiomyopathie und damit einhergehender
fortgeschrittener Herzinsuffizienz. Seltener liegen primär elektrische bzw. hereditäre
Arrhythmiesyndrome zugrunde. Neben der Behandlung reversibler Ursachen stellen
Device-Management einschließlich der Reprogrammierung von implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren,
antiarrhythmische Medikation, Sedierung, Katheterablation, autonome Modulation,
optimierte Behandlung der kardialen Grundkrankheit inklusive
Herzinsuffizienz und mechanische Kreislaufunterstützung zentrale Eckpfeiler der
spezialisierten Akuttherapie dar. Zentrales therapeutisches Ziel ist die Vermeidung
rezidivierender ventrikulärer Arrhythmien und – bei ICD-Trägern – repetitiver ICDTherapien.
Begleitende Herausforderungen und aktuelle Möglichkeiten werden im
vorliegenden Positionspapier adressiert.
Literaturnachweis
Meyer, C., Arya, A., Bode, K. et al.
Management des elektrischen Sturms – DGK-Positionspapier.
Kardiologie (2026). https://doi.org/10.1007/s12181-026-00837-0