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PFO-Verschluss ohne TEE?

DGK Herztage 2026: In einer monozentrischen, retrospektiven Kohorten-Studie wurde untersucht, ob die periprozedurale Transoesophageale Echokardiographie (TEE) bei einem Transkatheter-PFO-Verschluss zwingend erforderlich ist. Dr. Jelena Zickwolf (medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem, Cottbus) stellte die Daten im Rahmen der Postersession vor und erhielt dafür den Sven-Effert-Posterpreis.1

Von:

Dr. Jelena Zickwolf

Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem, Cottbus

 

06.10.2026

Bildquelle (Bild oben): Sina Ettmer Photography / Shutterstock.com 

Hintergrund

Der Transkatheter-Verschluss eines persistierenden Foramen ovale (PFO) mit Doppel-Scheiben-Occludern ist heute der evidenzbasierte  Standard zur Sekundärprophylaxe der paradoxen Embolie. Die Durchführung der Prozedur erfolgt heute in den meisten Zentren TEE-gesteuert in tiefer Sedation. Der Vorteil dieser patientenbelastenden, kostenintensiven Bildgebung ist im Vergleich zum fluoroskopisch-angiographischen Vorgehen bisher nicht gesichert.

Studiendesign

In einer monozentrischen, retrospektiven,  biphasischen Kohorten-Studie mit insgesamt 180 Patientinnen und Patienten wurden die Akut- und Langzeitergebnisse nach TEE-geführtem PFO-Verschluss (TEE, n=65) versus fluoroskopisch/angiographisch-geführtem PFO-Verschluss (Angio, n=115) untersucht. Alle Patientinnen und Patienten wurden nach 6 Wochen und 6 Monaten nach der Implantation mittels Kontrast-TEE untersucht.

 

Primärer kombinierter Endpunkt der Studie war die komplette Dichtigkeit des Occluders im Kontrast-TEE , keine Thrombenauflagerung auf dem Occluder, keine klinischen Ereignisse wie TIA/Stroke oder Tod. Sekundäre Endpunkte waren die technische Erfolgsrate einschliesslich Untersuchungszeit, Durchleuchtungszeit, Kontrastmittelmenge.

Ergebnisse

Die Akutergebnisse zwischen TEE und Angiographie waren mit prozeduralen Erfolgsraten von 98,0 % vs. 99 % nicht signifikant unterschiedlich (p=0,8), die mediane Prozedurzeit war signifikant höher mit 43,5 min vs. 26,0 min (p<0,001) unter TEE. Das mediane Dosisflächenprodukt und die mediane Kontrastmittelmenge waren jeweils  mit 746 vs. 1.354 cGy·cm² (p<0,001) und 20 ml vs. 100 ml (p<0,001) unter TEE signifikant niedriger. Der primäre Endpunkt war in beiden Gruppen mit  92,8 % (TEE) vs. 95,0 % (Angio)  nicht signifikant unterschiedlich.

Fazit

Der fluoroskopisch-angiographisch  geführte Transkatheter-PFO-Verschluss ist dem TEE-geführten nicht unterlegen, sonder vereinfacht und verschlankt die Prozedur und sollte daher präferiert werden. 

Zur Person

Dr. Jelena Zickwolf

Dr. Jelena Zickwolf ist Oberärztin für interventionelle Kardiologie an der medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen insbesondere in der Versorgungsforschung und der nachhaltigen Weiterentwicklung einer modernen, evidenzbasierten kardiologischen Versorgung.

Dr. Jelena Zickwolf

Key Facts der Studie

Monozentrische, retrospektive  Studie zu den Outcomes nach TEE- vs. fluoroskopisch/angiographisch-geführtem PFO-Verschluss.

Der primäre Endpunkt war in beiden Gruppen vergleichbar, aber die Prozedurdauer war in der Gruppe ohne TEE deutlich kürzer.

Der fluoroskopisch-angiographisch-geführte Transkatheter-PFO-Verschluss vereinfacht und verschlankt die Prozedur gegenüber der TEE-geführten Prozedur und sollte daher präferiert werden. 

Referenzen

  1. Zickwolf J et al. Transesophageal echocardiography-guided versus fluoroscopy-guided patent foramen ovale closure using transcatheter double-disc-occluder. Herztage 2026, Hamburg

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