Krankenhausgang mit Personen

ICU matters: ARDS (4/4)

Wie kann moderne kardiovaskuläre Intensivmedizin aussehen? Im Video-Format „ICU matters“ werden Fragen und Unsicherheiten adressiert sowie wissenschaftliche Neuerungen in den Kontext moderner Behandlungen gestellt – für ein klares Bild der kardiologischen Sicht auf die Intensivmedizin, konzipiert als Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen, die vor ihrer ersten Intensivrotation stehen. 
 
In der dritte Folge des Themenblocks zum Adult Respiratory Distress Syndrome (ARDS) spricht Prof. Tobias Wengenmayer (Universitätsklinikum Freiburg) zur vv-ECMO.

 

Jetzt Folge 4 ansehen (Dauer: 16 Minuten).

 

„ICU matters“ ist ein Format von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kardiovaskuläre Intensivmedizin“ (AG 3) in der Rubrik Intensiv- und Notfallmedizin. In vier Folgen werden jeweils verschiedene Aspekte eines intensivmedizinischen Themas behandelt.

Von: 

PD Dr. Anne Freund

Herzzentrum Leipzig

 

08.07.2026

Bildquelle (Bild oben): hxdbzxy / Shutterstock.com

Take-aways

  • Durch die VV-ECMO kann bei schwerem ARDS die Oxygenierung und Decarboxylierung extrakorporeal übernommen werden. Dies ermöglicht neben einer Sicherung des Gasaustauschs eine ultraprotektive Beatmung zur Reduktion beatmungsinduzierter Lungenschäden. Damit ist die VV-ECMO keine kausale Therapie, sondern eine zeitgewinnende Überbrückungstherapie: meist als Bridge-to-Recovery bei potenziell reversibler Ursache, in seltenen Fällen auch als Bridge-to-Transplantation.

  • Die Indikation sollte sehr eng gestellt werden, da das Verfahren mit einem deutlich erhöhten Risiko für Komplikationen, vor allem Blutungen und Zugangskomplikationen verbunden ist. Die aktuellen Empfehlungen orientieren sich an den Kriterien der randomisierten EOLIA-Studie: eine PaO2/FiO2-Ratio <50 mmHg über mehr als 3 Stunden, <80 mmHg über mehr als 6 Stunden oder eine schwere respiratorische Azidose mit pH <7,25 und PaCO2 >60 mmHg über mehr als 6 Stunden trotz optimierter Beatmung.

  • Die Evidenz zur VV-ECMO bleibt differenziert zu bewerten: Die große multizentrische EOLIA-Studie zeigte eine numerisch niedrigere 60-Tage-Mortalität in der ECMO-Gruppe, erreichte den primären Endpunkt jedoch nicht signifikant und ist durch Rescue-Crossover in der Kontrollgruppe schwer zu interpretieren. Die multizentrische CESAR-Studie zeigte dagegen einen Vorteil für die Strategie, Patientinnen und Patienten mit schwerem ARDS frühzeitig in ein ECMO-Zentrum zu verlegen; drei Viertel der Personen erhielten dabei eine VV-ECMO.

  • Vor VV-ECMO sollten etablierte ARDS-Therapien wie lungenprotektive Beatmung und Bauchlagerung ausgeschöpft sein; bei drohender Dekompensation ist die frühe Kontaktaufnahme mit einem erfahrenen ECMO-Zentrum entscheidend. 

Mehr zum Thema

Weitere Folgen der Videoreihe „ARDS“:  

 

 

Alle Folgen auf der Übersichtsseite „ICU matters“

 

 

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