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Der Tagungspräsident zu „Herzmedizin 2026“

DGK-Jahrestagung 2026 | Im Interview spricht Prof. Stephan Willems gemäß dem diesjährigen Tagungsmotto „Herzmedizin 2026 – Gemeinsam Grenzen überwinden, Standards setzen“ über das stärkere interdisziplinäre „Zusammendenken“ von kardiovaskulären Erkrankungen. Zudem blickt er u. a. auf Entwicklungen zur frühen Risikoerkennung in der Diagnostik und wirbt für ein Aufbrechen des „kardiovaskulären Kontinuums“.

Von:

Romy Martínez

HERZMEDIZIN-Redaktion

 

 

09.04.2026

Bildquelle (Bild oben): m:con / Ben van Skyhawk

Take-aways

  • KI hält zunehmend Einzug in die kardiovaskuläre Diagnostik und ist bereits in der Praxis angekommen (z. B. bei Echokardiografie); besonders vielversprechend ist die KI-gestützte EKG-Analyse zur Vorhersage von Vorhofflimmern, Herzinfarkt und Herzinsuffizienz, auch wenn sie noch nicht flächendeckend Routine ist.
  • In der Risikostratifizierung des plötzlichen Herztods besteht noch Datenbedarf: bisherige Studien sind veraltet, neue Standards müssen entwickelt und bestehende Kriterien kritisch hinterfragt werden.
  • Früherkennung wird immer wichtiger: Wearables und Biomarker ermöglichen es, Erkrankungen wie Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz früh zu identifizieren und deren Wechselwirkung frühzeitig zu durchbrechen.
  • Eine möglichst frühe, individuell abgestimmte Therapie kann Krankheitsprogression und Hospitalisierung verhindern und erlaubt oft schonende Eingriffe in einem frühen Stadium.
  • Ambulantisierung und Telemedizin gewinnen an Bedeutung: bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung sowie telemedizinische Netzwerke können insbesondere Herzinsuffizienz-Patienten langfristig stabilisieren.
  • Der wichtigste Hebel bleibt Prävention: Trotz guter Akutversorgung besteht in Deutschland Nachholbedarf bei präventiven Maßnahmen, um kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig zu verhindern.

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