Arzt hält eine Fettleber Arzt hält eine Fettleber

Fette Leber, krankes Herz: kardiovaskuläres Risiko bei MASLD

MASLD (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung) ist auch kardiovaskulär relevant: Aktuelle Daten zeigen einen Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz. Den Stellenwert von Lipidmanagement in diesem Kontext ordnet Prof. Ali Canbay bei einem von Daiichi Sankyo organisierten Symposium im Rahmen der DGK Herztage 2026 ein.

Bildquelle (Bild oben): iStock/horillaz 1439709036

Von Daiichi Sankyo

05.10.2026

Fettleber ist auch Herzenssache

Weltweit sind bis zu 38 % der Erwachsenen von einer Fettleber betroffen, die nicht mit Alkoholkonsum assoziiert ist.1 Die Bezeichnung MASLD (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung) stellt die metabolische Dysfunktion in den Vordergrund und hat den früheren Begriff NAFLD (nichtalkoholische Fettlebererkrankung) abgelöst.* MASLD ist eng mit metabolischen Faktoren wie Insulinresistenz, Adipositas und Dyslipidämie verbunden. Zugleich ist die Erkrankung mit kardiovaskulären Komplikationen, Typ-2-Diabetes und weiteren extrahepatischen Folgeerkrankungen assoziiert.1 Für Kardiolog:innen und Hausärzt:innen ist die Fettleber damit mehr als ein Begleitbefund und sollte im klinischen Alltag mitgedacht werden.

 

 

Apropos Herzenssache: 
Spendenquiz geht in die zweite Runde 

 

Testen Sie Ihr Wissen zur kardiovaskulären Prävention und zum Lipidmanagement, live am Stand H.02 bei den DGK Herztagen oder schon vorab online. Für jede richtig beantwortete Frage spendet Daiichi Sankyo zwei Euro an das Projekt „Elterncoaching und Workshop Starke Kidz" des Vereins Herzkranke Kinder Kohki e. V., der seit 34 Jahren Familien mit herzkranken Kindern begleitet. 

https://ds.fyi/dgk_spendenquiz2026 

 

 

Sprechblasen mit je einem Buchstaben des Wortes QUIZ
Schriftzug Starke Kidz

MASLD und koronare Herzkrankheit

Wie eng MASLD und atherosklerotische Gefäßerkrankungen miteinander verbunden sind, zeigt eine aktuelle Metaanalyse von 25 Studien mit knapp 600.000 MASLD-Fällen und rund 4,9 Millionen Kontrollpersonen. MASLD war deutlich mit dem Auftreten akuter Koronarsyndrome assoziiert (Odds Ratio 1,95; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 1,49–2,55). Auch Karotisplaques traten deutlich häufiger auf (Odds Ratio 2,08; 95%-KI 1,52–2,86).2 Eine höhere Anzahl signifikant stenosierter Koronararterien war zudem mit einer höheren Prävalenz von Leberfibrose verbunden.3

MASLD und Herzinsuffizienz

Auch zwischen MASLD und Herzinsuffizienz besteht eine relevante Assoziation. Insbesondere bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz bei erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) ist MASLD häufig: Die Prävalenz liegt in dieser Gruppe bei bis zu 50 % und damit höher als bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF).4 Eine aktuelle Kohortenstudie unterstreicht dies: MASLD war dort mit einem mehr als verdoppelten Risiko für eine neu auftretende Herzinsuffizienz assoziiert (Subdistribution Hazard Ratio 2,59; 95%-KI 1,84–3,64).5 Als mögliche Bindeglieder zwischen Leber und Herz gelten systemische Entzündungsprozesse und metabolische Veränderungen, die von der Leber ausgehen.

Gemeinsamer metabolischer Hintergrund

MASLD und kardiovaskuläre Erkrankungen teilen zentrale metabolische Risikofaktoren: Adipositas, Typ-2-Diabetes und Dyslipidämie treten bei Patient:innen mit MASLD häufig gemeinsam auf und erhöhen jeweils das kardiovaskuläre Risiko.1 Für die kardiologische und hausärztliche Praxis bedeutet das, dass Patient:innen mit Hyperlipidämie, Diabetes oder Adipositas oft zugleich ein erhöhtes Risiko für MASLD haben. Eine interdisziplinäre Abstimmung mit der Hepatologie kann dazu beitragen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Der gemeinsame metabolische Hintergrund lenkt damit auch den Blick auf den Lipidstoffwechsel.

Erste Hinweise zum Effekt von Lipidtherapie bei MASLD

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass Lipidtherapie und Lebergesundheit miteinander zusammenhängen könnten. In präklinischen Zellkulturexperimenten reduzierten Statine Lipidtröpfchen in Leberorganoiden und bereits in niedriger Konzentration auch inflammatorische Zytokine in Makrophagen. Sowohl in einer bevölkerungsbasierten als auch in einer biopsiegesicherten Patientenkohorte war eine Statintherapie mit einer niedrigeren Prävalenz von MASLD beziehungsweise MASH (metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis) assoziiert.6 Eine MASLD-spezifische Therapieempfehlung lässt sich aus den vorliegenden Beobachtungsdaten derzeit nicht ableiten. Weitere Erkenntnisse soll eine randomisierte, placebokontrollierte Phase-2-Studie zu Statinen bei MASH liefern, deren Abschluss für Dezember 2026 vorgesehen ist.7

Mehr zu MASLD und Lipidtherapie bei den DGK-Herztagen in Hamburg

 

Donnerstag, 24. September 2026, 12:45 bis 14:15 Uhr, Saal F: Beim Daiichi Sankyo Symposium „Lipidtherapie – kritisch nachgefragt: Sie fragen, Experten antworten" (Vorsitz: Prof. Ksenija Stach, Prof. Ulf Landmesser) hält Prof. Ali Canbay von 13:30 bis 13:50 Uhr den Vortrag „Viele Diagnosen, ein Patient: Wie gelingt Lipidtherapie bei MASLD". Weitere Themen: Praxisversorgung Lipide (Prof. Oliver Weingärtner), Plaques und LDL-C-Zielwerte (Prof. Wolfgang Bocksch) sowie eine abschließende Podiumsdiskussion.

 

Hier mehr zum Symposium erfahren

 

 

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