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ICU matters: Nierenersatzverfahren in der Intensivmedizin (3/4)

Wie kann moderne kardiovaskuläre Intensivmedizin aussehen? Im Video-Format „ICU matters“ werden Fragen und Unsicherheiten adressiert sowie wissenschaftliche Neuerungen in den Kontext moderner Behandlungen gestellt – für ein klares Bild der kardiologischen Sicht auf die Intensivmedizin, konzipiert als Unterstützung für Kolleginnen und Kollegen, die vor ihrer ersten Intensivrotation stehen. 
 
In der dritten Folge des Themenblocks zum Nierenersatzverfahren in der Intensivmedizin spricht Prof. Florian Custodis (Klinikum Saarbrücken) zu kontinuierlichen Nierenersatzverfahren.

 

Jetzt Folge 3 ansehen (Dauer: 13 Minuten).

 

„ICU matters“ ist ein Format von Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Kardiovaskuläre Intensivmedizin“ (AG 3) in der Rubrik Intensiv- und Notfallmedizin. In vier Folgen werden jeweils verschiedene Aspekte eines intensivmedizinischen Themas behandelt.

Von: 

Dr. med. univ. Saskia Stegmüller

SLK-Kliniken Heilbronn

 

19.08.2026

Bildquelle (Bild oben): hxdbzxy / Shutterstock.com

Take-aways

  • Die kontinuierlichen Nierenersatzverfahren unterscheiden sich durch ihre Transportmechanismen: CVVH nutzt Konvektion (gut für mittelgroße/große Moleküle wie Zytokine, Myoglobin oder Antibiotika), CVVHD nutzt Diffusion (effizient für kleine Moleküle wie Harnstoff, Kreatinin oder Elektrolyte) und CVVHDF kombiniert beide Methoden.

  • Obwohl Leitlinien bezüglich Mortalität keinen klaren Vorteil für kontinuierliche oder intermittierende Verfahren zeigen, werden kontinuierliche Verfahren bei hämodynamisch instabilen Patientinnen und Patienten bevorzugt, da sie geringere Volumenverschiebungen verursachen.

  • Für die Gerinnungshemmung am Filter stehen vor allem die regionale Zitratantikoagulation (extrakorporale Bindung von Calcium, ideal bei erhöhtem Blutungsrisiko) und die systemische Heparinisierung (gut steuerbar, aber höheres Blutungsrisiko) zur Verfügung. Ein Verzicht auf Antikoagulation ist nur in Ausnahmefällen ratsam.

  • Zitrat wird in der Leber zu Bicarbonat verstoffwechselt und wirkt als wichtiger Puffer alkalisierend. Bei eingeschränkter Leberfunktion droht jedoch eine Zitratakkumulation, die eine Azidose begünstigen kann. Der Trend in vielen Zentren geht zunehmend zur Zitratantikoagulation.

  • Bei der praktischen Anwendung auf der Intensivstation spielen zudem die Anpassung von Medikamentendosierungen (z. B. Antibiotika) sowie die genaue Überwachung des Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts eine entscheidende Rolle.

Weitere Folgen der Videoreihe „Nierenersatzverfahren in der Intensivmedizin“:  

 

 

Alle Folgen auf der Übersichtsseite „ICU matters“

 

 

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