Patient and doctor's assistant at the reception counter of a doctor's practice when registering Patient and doctor's assistant at the reception counter of a doctor's practice when registering

Impfschutz bei Herzpatienten – Praxiswissen für Medizinische Fachangestellte

Atemwegsinfektionen wie Influenza, das Respiratorische Synzytial Virus (RSV) oder COVID 19 können bei Menschen mit Herzerkrankungen das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen erhöhen. Die European Society of Cardiology (ESC) stuft Impfungen deshalb als eigenständige Säule der Herzprävention ein. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Impfungen besonders wichtig sind, wie Sie Impflücken erkennen und im Praxisalltag mit Impfeinwänden sicher umgehen können.

 

Hinweis: Die Inhalte basieren auf dem aktuellen Clinical Consensus Statement der European Society of Cardiology (ESC).

Von:

Daniela Goldscheck

 

14.07.2026

Bildquelle (Bild oben): Robert Kneschke / Shutterstock.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Atemwegsinfektionen wie Influenza, RSV oder COVID 19 erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und kardiovaskuläre Komplikationen. 
  • Impfungen sind laut ESC eine eigenständige Säule der Herzprävention.
  • Besonders relevant sind Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, RSV und COVID 19.
  • Der Impfstatus sollte bei Menschen mit Herzerkrankungen regelmäßig überprüft werden.
  • Medizinische Fachangestellte (MFA) erkennen Impflücken häufig frühzeitig und können das Thema im Praxisalltag gezielt ansprechen.

Warum Atemwegsinfektionen das Herz belasten

Atemwegsinfektionen lösen Entzündungsreaktionen im Körper aus. Diese Entzündungsprozesse können:

 

  • die Blutgefäße durch Entzündungsprozesse schädigen
  • die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen
  • die Herzleistung beeinträchtigen

 

Besonders gefährdet sind Menschen ab 60 Jahren sowie Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Diabetes oder Bluthochdruck. Für diese Gruppen ist das Risiko für Herzinfarkt oder eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz erhöht.

Impfen als vierte Säule der Herzprävention

Die European Society of Cardiology (ESC) bewertet Impfungen als eigenständige Säule der kardiovaskulären Prävention – gleichwertig neben Blutdruck-, Lipid- und Diabetesmanagement. Damit sind sie ein fester Bestandteil der leitlinienbasierten Versorgung von Menschen mit Herzerkrankungen.

Welche Impfungen sollten Sie im Blick haben?

Welche Impfungen sollten Sie im Blick haben?

Ihre Rolle in der Herzprävention

Als medizinische Fachangestellte spielen Sie eine zentrale Rolle in der Prävention. Im Praxisalltag erkennen Sie Impflücken oft frühzeitig und können Patientinnen und Patienten gezielt sensibilisieren. So unterstützen Sie Ärztinnen und Ärzte aktiv dabei, leitlinienbasierte Herzprävention umzusetzen.

 

Prüfen Sie den Impfstatus Ihrer Herzpatientinnen und Herzpatienten regelmäßig – und sprechen Sie Impflücken aktiv an.

FAQ –Häufige Patientenfragen und Antworten für den Praxisalltag

Gerade bei bestehenden Herzerkrankungen ist ein wirksamer Infektionsschutz wichtig, da Infektionen das Herz zusätzlich belasten können.

Auch eine erstmalige Infektion kann mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen verbunden sein.

Das Risiko für eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist nach einer Infektion deutlich höher als nach einer Impfung.

Impfungen können in der Regel problemlos zusammen mit kardiovaskulären Medikamenten durchgeführt werden.

Gerade ältere und vorerkrankte Patientinnen und Patienten profitieren besonders vom Impfschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Die neue US-Guideline zum Cardiovascular-Kidney-Metabolic-Syndrom aus europäischer Perspektive. Von Dr. B. Kurt, Prof. D. Wolf und Prof. N. Marx.

Eine Studie legt besonders starke negative Effekte der Perimenopause auf die kardiometabolische Gesundheit von Frauen nahe. Dr. C. Becker kommentiert.

Was leistet der integrierte polygene Risikoscore (PRS) und wer profitiert davon? Prof. H. Schunkert kommentiert.