Können SGLT2-Inhibitoren die langfristige Prognose von Bluthochdruckpatientinnen und -patienten verbessern? Mit dieser Frage wird sich die von der EU geförderte SGLT2 HYPE-Studie auseinandersetzen. Anfang des Jahres fiel der Startschuss für das europäische Großprojekt , bei dem u.a. die DGK und die deutsche Herzstiftung Projektpartner sind. In der multizentrischen, doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie wird der Einfluss des SGLT2-Inhibitors Dapagliflozin auf harte kardiovaskuläre und renale Endpunkte bei Patientinnen und Patienten mit Hypertonie (≥ 140/90 mmHg) und hohem kardiovaskulären Risiko untersucht werden.
Dass SGLT2-Inhibitoren eine Blutdrucksenkung bewirken können, hat sich in randomisierte Studien bereits gezeigt. Nun soll auch das prognostische Potenzial dieser Medikamentenklasse für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck unter Beweis gestellt werden. „Wir müssen wissenschaftlich fundiert prüfen, ob Dapagliflozin nicht nur den Blutdruck senkt sondern auch langfristig das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse und vorzeitiger Todesfälle reduziert“, führt Ko-Studienleiter Dr. Elias Rawish vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) Campus Lübeck die Hintergründe der Studie in einer Pressemitteilung aus.
Eingeschlossen werden sollen in die Studie über 3.000 Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck und mind. einem weiteren kardiovaskulären Risikofaktor. Die Teilnehmenden werden dann randomisiert entweder einer Dapagliflozin-Therapie (10 mg/Tag) oder einer Placebobehandlung zugeteilt, in beiden Fällen zusätzlich zur bereits vorhandenen Bluthochdruckbehandlung. Dabei können sowohl therapienaive als auch unter der bisherigen Therapie nicht adäquat eingestellte Hypertoniepatienten eingeschlossen werden.
Primärer Endpunkt der Studie ist ein kombinierter MACE-Plus-Endpunkt, bestehend aus kardiovaskulärer und renaler Morbidität und Mortalität. Ein zentraler sekundärer Endpunkt ist die Lebensqualität (QoL), um patientenzentrierte Therapieaspekte zu adressieren. Die Untersuchung wird über 7 Jahre hinweg an 53 medizinischen Zentren in ganz Europa durchgeführt. „Die SGLT2 HYPE-Studie bietet eine einzigartige Gelegenheit, neue evidenzbasierte Erkenntnisse für die Bluthochdrucktherapie zu gewinnen. Sie könnte Millionen von Patienten eine bessere und sicherere Behandlung ermöglichen“, macht Studienleiter Prof. Ingo Eitel vom UKSH Campus Lübeck die Bedeutung der Studie deutlich.