„Die Bandbreite der Ursachen ist groß. Oft sind es muskuläre Verspannungen, Reizungen der Rippenknorpel oder Begleitsymptome bei Infekten“, erläutert Dr. Rybak. Daneben kommen auch Erkrankungen der Speiseröhre, der Lunge, der großen Gefäße oder des Herzens infrage.
Harmlos sind Beschwerden meist, wenn sie kurz, stechend, punktförmig und bewegungsabhängig sind, sich punktgenau lokalisieren lassen und nicht in Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen. Begleiterscheinungen wie Luftnot, kalter Schweiß oder starkes Angstgefühl fehlen in der Regel.
Alarmzeichen für einen Notfall sind dagegen dumpfe, brennende Schmerzen mit Druck- oder Engegefühl hinter dem Brustbein, die länger als einige Minuten anhalten, in Ruhe nicht besser werden oder unter Belastung zunehmen. Häufig strahlen sie in Arm, Kiefer, Schulter, Rücken oder Oberbauch aus und gehen mit Atemnot, Übelkeit, Schweißausbruch und ausgeprägter Angst einher. „Bei solchen Symptomen ist sofortiges Handeln erforderlich – jede Minute zählt“, betont die Kardiologin und ergänzt: „Dann besteht der Verdacht auf Angina pectoris oder einen Herzinfarkt.“
Eine Besonderheit: Frauen, ältere Menschen und Diabetiker zeigen häufig atypische Symptome, etwa nur Luftnot, ungewöhnliche Müdigkeit oder Druck im Oberbauch mit Ausstrahlung in den Rücken – oft ohne deutliche Brustschmerzen. Diese Warnzeichen sollten besonders ernst genommen und zeitnah ärztlich abgeklärt werden.