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Alles zum Thema Herzinfarkt

In Deutschland erleiden jährlich über 300.000 Menschen einen Herzinfarkt – und viele überleben ihn nicht. Oft werden die ersten Warnsignale wie Brustschmerzen und Atemnot nicht oder zu spät erkannt. Beim Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Doch wie erkennt man den Ernstfall und wie reagiert man dann richtig? Und wie beugt man einem Herzinfarkt überhaupt vor? Wussten Sie zum Beispiel, dass eine gesunde Ernährung das Herzinfarktrisiko um bis zu 30 Prozent senken kann? Erfahren Sie alles Wichtige über die Anzeichen, Risikofaktoren, Behandlung und Präventionsmaßnahmen und erhalten Sie wertvolle Tipps für ein herzgesundes Leben!

Bildquelle (Bild oben): ©Shutterstock/PeopleImages.com/Yuri A

Was ist ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) tritt auf, wenn der Blutfluss zu einem Teil des Herzmuskels plötzlich stark reduziert oder sogar vollständig blockiert wird. 


„Die Versorgung des Herzmuskels erfolgt über die Herzkranzarterien oder Koronararterien“, erklärt Prof. Thomas Deneke, Chefarzt der Rhythmologie in der Klinik für Kardiologie am Klinikum Nürnberg. „Diese liefern das sauerstoffreiche Blut an den Herzmuskel, damit der Herzmuskel normal funktionieren kann.“

 

Wird der Herzmuskel aber nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt, führt dies sehr schnell zu einer Schädigung des Herzmuskelgewebes. Fachleute unterscheiden zwei Formen des akuten Myokardinfarkts – abhängig vom Ausmaß und dem Ort des Verschlusses:

 

  • ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI): Ein vollständiger Verschluss einer großen Koronararterie, erkennbar an einer sogenannten ST-Hebung im EKG.
  • Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI): Ein teilweiser oder vorübergehender Verschluss einer Koronararterie führt zu geringeren oder keinen EKG-Veränderungen, ist aber dennoch gefährlich.

Welche Symptome verursacht ein Herzinfarkt?

Die Symptome eines Myokardinfarkts können variieren und umfassen typischerweise:

 

  • Brustschmerzen: Ein drückender oder stechender Schmerz in der Brust, oft ein starkes Engegefühl. 

  • Schmerzen in anderen Körperregionen: Schmerzen können in Arme, Rücken, Nacken, Kiefer oder Magen ausstrahlen. 

  • Atemnot: Schwierigkeiten beim Atmen, oft begleitet von einem Gefühl der Kurzatmigkeit. 

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Schwindel und Ohnmacht

 

„Manchmal treten aber auch ganz unspezifische Beschwerden auf wie beispielsweise Kreislaufprobleme oder sogar ein Kollaps“, so der Kardiologe.

Zeigen Frauen bei einem Herzinfarkt andere Symptome als Männer?

Während Männer häufig die klassischen Symptome wie Brustschmerzen und Ausstrahlungsschmerzen erleben, haben Frauen oft unspezifischere Symptome wie Übelkeit, Atemnot und Rückenschmerzen. „Leider können diese Unterschiede noch immer zu einer verzögerten Diagnose und Behandlung der Frauen führen“, sagt Prof. Deneke. Der Kardiologe rät, im Verdachtsfall lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf zu wählen.

Welche Ursachen hat ein Herzinfarkt?

Die meisten Herzinfarkte werden durch eine koronare Herzkrankheit (KHK) verursacht. „Sobald eine Atherosklerose, also eine Verengung der Herzkranzadern, vorliegt, erhöht sich das Risiko, dass die Herzkranzarterien verstopfen“, erklärt Prof. Deneke. „Entweder, weil diese sich weiter verjüngen. Oder aber, wenn sich ein Blutgerinnsel an die verengte Stelle setzt.“ 

 

Zu den generellen Risikofaktoren gehören:

 

 

„Rauchen ist sogar einer der entscheidenden Risikofaktoren“, mahnt der Kardiologe. „Meinen Patientinnen und Patienten rate ich dringend, damit aufzuhören: Wer im Alter von 50 Jahren nicht raucht, hat einen Lebenszeitgewinn von über fünf Jahren im Vergleich zu rauchenden Personen.“

Wie wird beim Herzinfarkt die Diagnose gestellt?

Die Diagnose eines Myokardinfarkts umfasst mehrere Schritte und beginnt in der Regel mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin.


Das EKG (Elektrokardiogramm) ist das erste und wichtigste Untersuchungsverfahren bei Verdacht auf einen Herzinfarkt, da es die elektrische Herzaktivität misst und so schnell entscheidende Hinweise auf den Ort und das Ausmaß des Infarkts geben kann.

 

Zusätzlich zeigen Bluttests, ob typische Herzmarker wie das Troponin erhöht sind. Bildgebende Verfahren wie eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) können helfen, den genauen Ort und das Ausmaß der Blockade in den Koronararterien zu bestimmen.


„Diese diagnostischen Maßnahmen sind entscheidend, um den Schweregrad des Infarkts zu bewerten und möglichst schnell die geeignete Therapie einzuleiten“, sagt Prof. Deneke.

Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?

Bei Verdacht auf einen Myokardinfarkt ist eine sofortige medizinische Hilfe erforderlich! „Mit der sehr guten Anbindung an Herzkatheterlabore, wo die verschlossenen Gefäße schnell wieder eröffnet werden können, ist die Prognose des Herzinfarktes mittlerweile extrem gut“, sagt Prof. Deneke. „Allerdings wissen wir auch: Je länger man wartet, desto schwerwiegender können die Auswirkungen auf die Herzfunktion sein.“
Häufig beinhaltet die Erstversorgung außerdem die Gabe von 

 

  • Sauerstoff
  • Schmerzmitteln
  • Thrombolytika, also Medikamenten, die zur akuten Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt werden
  • Antikoagulanzien, Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen und den Blutfluss wiederherstellen. 

Akute Behandlung des Herzinfarkts

Langfristige Therapieansätze nach einem Herzinfarkt

  • Medikamentöse Langzeittherapie: Plättchenhemmer, Statine, Betablocker, ACE-Hemmer.
  • Lebensstiländerungen: Gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Raucherentwöhnung.
  • Risikofaktor-Minimierung: Reduktion und Behandlung der Risikofaktoren, um ein Rezidiv zu verhindern und das Voranschreiten der Koronarverkalkung zu verhindern.
  • Rehabilitationsprogramme: Physiotherapie und kardiologische Rehabilitation zur Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Vorbeugung weiterer Herzereignisse.

Wie sehen die Prävention und Nachsorge beim Herzinfarkt aus?

Die Prävention eines Herzinfarkts konzentriert sich auf die Kontrolle der Risikofaktoren durch eine entsprechende Medikamentenbehandlung sowie eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören unter anderem auch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Rauchstopp. Zusätzlich trägt eine regelmäßige ärztliche Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten zur Prävention bei.


„Nach einem Myokardinfarkt ist die umfassende Nachsorge sehr wichtig, um das Risiko eines erneuten Ereignisses zu minimieren“, sagt der Kardiologe. Neben den regelmäßigen Nachuntersuchungen in einer kardiologischen Praxis empfiehlt er auch die Teilnahme an einem kardiologischen Rehabilitationsprogramm. 

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