Wissenschaftliche Impulse erhielt Prof. Kallfelz durch Aufenthalte in führenden internationalen Zentren sowie durch ein Stipendium am heutigen Great Ormond Street Hospital in London. 1974 wurde er an die Medizinische Hochschule Hannover berufen, wo er als Direktor der Abteilung für Pädiatrische Kardiologie ein modernes Kinderherzzentrum etablierte und die interdisziplinäre Kinderintensivmedizin entscheidend ausbaute.
Er war eine der treibenden Kräfte bei dem Aufbau einer strukturierten EMAH-Versorgung in Deutschland. Gemeinsam mit dem Bonner Röntgen-Institutsleiter Prof. Dr. Robert Berthold Janker entwickelte er die Kinematographie für die Herzkatheterdiagnostik.
Als erster Medizinier in Deutschland führte er nicht nur eine „Rashkind-Prozedur“, eine lebensrettende Katheterprozedur bei Neugeborenen mit Transposition der großen Arterien, durch, sondern nahm ebenfalls als Erster in Deutschland eine Ballondilatation bei einem Kind mit „Fallot´scher Tetralogie“ vor. Gemeinsam mit Prof. Michal Tynan aus dem Guy’s Hospital London verschloss er erstmals einen Ductus arteriosus Botalli mit einem Rashkind-Schirm.
Seine wissenschaftlichen Erfolge brachten ihm nationale und internationale Anerkennung.
Von 1981 bis 1983 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK). Von 1996 bis 2006 war er der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung und von 2003 bis 2011 der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Kompetenznetzes für Angeborene Herzfehler des BMF.
Prof. Dr. Hans Carlo Kallfelz war Ehrenmitglied der Association of European Pediatric Cardiologists (AEPC), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und dem Herzkind e.V. 2005 wurde ihm in Würdigung seiner herausragenden Verdienste für die Kinderherzmedizin das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Mit Prof. Dr. Hans Carlo Kallfelz verlieren wir einen Wegbereiter der modernen Kinderkardiologie in Deutschland, einen Pionier in der Behandlung angeborener Herzfehler und Herzrhythmusstörungen im Kindesalter, einen Visionär in der Organisation der Versorgung Erwachsener mit angeborenem Herzfehler und einen Unterstützer und Freund der Patientinnen und Patienten und Ihrer Familien. Seine Schülerinnen und Schüler und Weggefährten beklagen den Verlust eines kongenialen Lehrers, eines weltweit beachteten Mediziners, Beraters mit Weitblick und eines liebevollen Freundes. Seine Familie verliert einen verantwortungsvollen und liebenden Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater.