fünf junge Ärztinnen und Ärzte stehen im Kreis und schlagen die Hänge übereinander

Neue Arbeitsgruppen 45 und 46

DGK Jahresbericht 2025 | Die DGK erweitert ihr Portfolio um zwei neue Arbeitsgruppen: Durch die Gründung der AG 45 Notfall- und Rettungsmedizin sowie der AG 46 Kardio-Immunologie können zentrale Zukunftsthemen interdisziplinär, translational und praxisnah weitergebracht werden.

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Von:

Meliha Eslem Yilmaz

DGK-Redaktion

 

02.04.2026

Kardiovaskuläre Akutversorgung im Fokus

Die Notfallmedizin gewinnt in der kardiovaskulären Versorgung seit Jahren stetig an Bedeutung – fachlich, organisatorisch und auch gesundheitspolitisch. Vor diesem Hintergrund wurde innerhalb der DGK die Arbeitsgruppe Notfall- und Rettungsmedizin (AG 45) gegründet, die dem Cluster Akut- und Intensivmedizin angehört.

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gründen für eine Vorstellung in zentralen Notaufnahmen (ZNA), insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten. Erkrankungen des Kreislaufsystems sind weiterhin die führende Todesursache, dennmehr als die Hälfte aller Kreislaufstillstände sind kardial bedingt. Gleichzeitig steigen die Behandlungszahlen in den Notaufnahmen kontinuierlich an – ein klarer Auftrag, die kardiovaskuläre Akutversorgung weiterzuentwickeln.

 

Die Versorgung über ZNA steht aktuell im Zentrum umfassender gesundheitspolitischer Reformen. Als Schnittstelle zwischen präklinischer Notfallmedizin sowie stationärer Akut- und Intensivmedizin kommt der ZNA dabei eine Schlüsselrolle zu. Entsprechend setzt die AG 45 auf eine enge Vernetzung mit weiteren Arbeitsgruppen der DGK sowie mit Fachgesellschaften wie DGIM/DGIIN, DIVI und DGINA.

 

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die kardiovaskulären Aspekte der Notfallmedizin sowohl auf präklinischer als auch auf klinischer Ebene wissenschaftlich, fachgesellschaftlich und gesundheitspolitisch voranzubringen. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf der frühen Phänotypisierung kardialer Dyspnoe und akuter Herzinsuffizienz, der Versorgung kritisch kranker nicht-traumatologischer Patientinnen und Patienten im Non-Trauma-Schockraum sowie auf dem zunehmenden Einsatz digitaler Medizin und Künstlicher Intelligenz in der kardiovaskulären Notfallversorgung.

 

Die ersten Wahlen der AG 45 finden im Rahmen der 92. Jahrestagung statt. Bis dahin wird die Arbeitsgruppe kommissarisch von Prof. Guido Michels (Trier) und Prof. Martin Möckel (Berlin) geleitet. Weitere Nukleus-Mitglieder sind Priv.-Doz. Dr. Christoph Adler (Leverkusen), Priv.-Doz. Dr. Michael Rainer Preusch (Heidelberg), Dr. Ingo Voigt (Essen) und Dr. Sebastian Wolfrum (Lübeck).

Brücken zwischen Kardiologie und Immunologie

Die rasanten Fortschritte der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, welche zentrale Rolle immunologische Prozesse bei der Entstehung und dem Verlauf kardiovaskulärer Erkrankungen spielen. Vor dem Hintergrund dieses wachsenden wissenschaftlichen und translationalen Potenzials sowie einer zunehmenden Zahl Forschender wurde innerhalb der DGK die neue Arbeitsgruppe Kardio-Immunologie (AG 46) gegründet. Sie ist dem Basic-Science-Cluster zugeordnet, das sich mit grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen und der Translation neuer therapeutischer Konzepte befasst.

 

Moderne methodisch-technische Entwicklungen haben das Verständnis kardiovaskulärer Erkrankungen grundlegend erweitert und neue Perspektiven an der Schnittstelle zwischen Immunologie und Kardiologie eröffnet. Nationale Sonderforschungsbereiche, internationale Konsortien, erste Forschungsprofessuren sowie internationale Symposien, Summer Schools und ein eigenes Kompendium in Circulation Research unterstreichen die wachsende Bedeutung dieses dynamischen Fachgebiets. Klinisch befindet sich die Kardioimmunologie jedoch – auch aufgrund der historisch gewachsenen Trennung beider Disziplinen – noch in einer frühen Entwicklungsphase.

 

Die AG 46 hat sich daher zum Ziel gesetzt, gezielt Strukturen, Trainingsprogramme und Forschungsnetzwerke in Deutschland aufzubauen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines nationalen Netzwerks aus Forschungs- und Klinikzentren, das die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht und insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Ärztinnen und Ärzte fördert.

 

Auch die AG 46 wird ihre ersten Wahlen im Rahmen der 92. Jahrestagung durchführen. Bis dahin wird sie kommissarisch von Prof. Stefan Frantz und Prof. Gustavo Ramos (Würzburg) geleitet. Weitere Nukleus-Mitglieder sind Prof. Sabine Steffens (München), Prof. Florian Leuschner (Heidelberg), Prof. Jana Grune (Berlin), Prof. Ingo Hilgendorf (Freiburg) und Prof. Ulrich Hofmann (Würzburg).

Die DGK im Jahr 2025

Neben den zahlreichen Artikeln auf Herzmedizin.de, die einen tiefen Einblick in die vielseitigen Tätigkeiten der Fachgesellschaft geben, finden Sie hier die Daten und Fakten zur Mitgliederentwicklung, Kooperationen, das Protokoll der Mitgliederversammlung sowie Listen der Gremienmitglieder und mehr handlich als PDF-Datei zum Download. 

 

 

Deckblatt DGK Jahresbericht 2025