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Sektion eCardiology: Die DGK im digitalen Wandel

DGK Jahresbericht 2025 | Die digitale Transformation der Herz-Kreislauf-Medizin schreitet mit hoher Dynamik voran. Künstliche Intelligenz, digitale Versorgungsmodelle und neue Formen der Wissensvermittlung verändern Forschung, klinischen Alltag und Weiterbildung. Der ehemalige Ausschuss eCardiology, der inzwischen in eine Sektion überführt wurde, begleitet diesen Wandel bereits seit mehreren Jahren.

Bildquelle (Bild oben): D. Lahout (peopleimages.com) / stock.adobe.com

Von:

Meliha Eslem Yilmaz

DGK-Redaktion

 

02.04.2026

Digitalisierung als Querschnittsaufgabe der DGK

Digitale Medizin ist längst kein isoliertes Spezialthema mehr, sondern ein Querschnittsbereich, der zahlreiche Gruppierungen und Tätigkeitsfelder der DGK berührt. Die Aktivitäten der Sektion eCardiology greifen genau diese Breite auf und verstehen sich als verbindendes Element zwischen bestehenden Strukturen und unterschiedlichen fachlichen Perspektiven. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Quervernetzung innerhalb der Fachgesellschaft: vorhandene Kompetenzen sichtbar zu machen, Synergien zu nutzen und den interdisziplinären Austausch nachhaltig zu stärken. „Uns ist es wichtig, mit den vorhandenen Kapazitäten innerhalb der DGK optimal zu interagieren, so beispielsweise mit den vielfältigen Arbeitsgruppen und ihren eigenen Vorstellungen zum Thema „Digitale Medizin“. Es ist also insbesondere die Quervernetzung, die wir weiter forcieren möchte.“, kommentiert Prof. Dr. Benjamin Meder, Sprecher der Sektion eCardiology.

Prägende digitale Entwicklungen im Jahr 2025

Das Jahr 2025 war insbesondere durch den zunehmenden Einsatz KI-basierter Anwendungen in der Herz-Kreislauf-Medizin geprägt. Mit einer wachsenden Zahl randomisierter Studien entsteht erstmals eine belastbare Evidenzgrundlage für den Einsatz von KI-Tools im klinischen Alltag – eine wesentliche Voraussetzung für ihre breite Akzeptanz. Dabei rückt vor allem die Transparenz der KI-Entscheidungen stärker in den Fokus: Moderne Systeme machen entscheidungsrelevante Informationen, beispielsweise im Bildbefund oder im EKG, sichtbar. Dies verbessert nicht nur die Nachvollziehbarkeit, sondern unterstützt zugleich den Lernprozess der Anwenderinnen und Anwender. Parallel dazu gewinnt die Frage einer zeitgemäßen Wissensvermittlung weiter an Bedeutung. „Wir müssen viel an unseren Kongressen arbeiten, damit sie in Zukunft, und im Zeitalter von KI, weiterhin zur bestmöglichen Wissensvermittlung beitragen können“, betont Meder.

Rolle der DGK im digitalen Wandel

Die Sektion eCardiology leistet einen wichtigen Beitrag zum digitalen Wandel, indem sie Innovationen nicht nur bewertet, sondern aktiv mitgestaltet. Auf diese Weise profitieren sowohl die Mitglieder der DGK als auch die kardiologische Versorgung insgesamt von einer fundierten, praxisnahen und zukunftsorientierten Einordnung digitaler Technologien. Meder stellt fest: „Wenn eine Fachgesellschaft mit einer langen Historie und Vertrauensbasis wie die DGK moderne digitale Entwicklungen kritisch, qualitätsorientiert und zugleich visionär begleitet, ist das ein Gewinn für ihre Mitglieder, aber auch für die Kardiologie insgesamt.“

Beteiligung, Vernetzung und neue Kommunikationswege

Ein zentrales Ziel der Sektionsarbeit ist es, die Beteiligung der DGK-Mitglieder weiter zu intensivieren. Im Jahr 2025 wurden hierfür wichtige Grundlagen geschaffen: Auf der 91. Jahrestagung wurde zur aktiven Mitwirkung sowie zur Einreichung neuer Themen und „How-Tos“ aufgerufen und auf den Herztagen fanden die ersten offiziellen Nukleuswahlen der Sektion statt. Zudem wurde ein eigener Newsletter etabliert und, gemeinsam mit der Geschäftsstelle, der Aufbau einer kollaborativen Plattform vorangetrieben. Ergänzend ist eine Short-Messaging-Initiative geplant, um Informationen niedrigschwellig und zeitnah zu vermitteln. Darüber hinaus tragen zahlreiche Mitglieder der Sektion Inhalte dezentral über ihre Social-Media-Kanäle in die Öffentlichkeit. Gleichzeitig versteht sich die Arbeit der Sektion als Impulsgeber für eine grundsätzliche Diskussion innerhalb der DGK: Welche interaktiven Plattformen und Beteiligungsformate werden künftig benötigt, um Trends frühzeitig zu erkennen, lebenslanges Lernen zu fördern und um den fachlichen Austausch nachhaltig zu stärken?

Projekte, Positionspapiere und Ausblick

Die inhaltliche Arbeit der Sektion eCardiology spiegelt sich bereits in mehreren konkreten Projekten wider. Aktuell entstehen unter anderem zwei Positionspapiere zu den Themen „eLearning“ sowie „sektorenübergreifende Kommunikation“. Darüber hinaus hat die Sektion ihre Position zur Weiterentwicklung von Zukunftskongressen formuliert und in entsprechende Gremien eingebracht. Ziel ist es, digitale Werkzeuge, einschließlich KI, gezielt zur Optimierung der Kongressgestaltung und der Wissensvermittlung einzusetzen. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Stellungnahmen, Bewertungen und konzeptionelle Beiträge, mit denen die Sektion in den vergangenen Monaten aktiv Impulse an der „digitalen Front“ gesetzt hat. Weitere Initiativen befinden sich bereits in Vorbereitung.

 

Mit der Etablierung der Sektion eCardiology schafft die DGK eine zentrale Struktur, um den digitalen Wandel der Kardiologie strategisch zu begleiten, Innovationen qualitätsgesichert in die Versorgung zu integrieren und ihre Mitglieder aktiv in die Gestaltung der Herzmedizin von morgen einzubinden.

Die DGK im Jahr 2025

Neben den zahlreichen Artikeln auf Herzmedizin.de, die einen tiefen Einblick in die vielseitigen Tätigkeiten der Fachgesellschaft geben, finden Sie hier die Daten und Fakten zur Mitgliederentwicklung, Kooperationen, das Protokoll der Mitgliederversammlung sowie Listen der Gremienmitglieder und mehr handlich als PDF-Datei zum Download. 

 

 

Deckblatt DGK Jahresbericht 2025