abstrakte Grafik eines DNA-Strangs

Projekte des DGK-Zentrums für kardiologische Versorgungsforschung in der Übersicht

DGK Jahresbericht 2025 | Das DGK-Zentrum für kardiologische Versorgungsforschung hat auch im vergangenen Jahr wieder eine Vielzahl an Projekten gefördert, die hier kurz vorgestellt werden. Im April übernahm außerdem ein neues Team den Vorsitz des Zentrums.

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Von:

Henrike Nordlohne

Larissa Esch

DGK-Redaktion

 

02.04.2026

Eine neue Leitung übernimmt

Im April 2025 übernahmen Prof. Uwe Zeymer (Vorsitz) und Simon Glück (stellv. Vorsitz) den Vorsitz, beziehungsweise den stellvertretenden Vorsitz, des DGK-Zentrums. In diesem Zuge verabschiedeten sich Prof. Karl Werdan und Prof. Ralf Zahn, die seit Initiierung im Jahr 2019 das Zentrum erfolgreich und mit vollem Engagement und Einsatz mit aufgebaut haben. Das Exekutivkomitee wird zur Intensivierung des Austauschs und zur besseren Zusammenarbeit mit anderen DGK-Gruppierungen seit Anfang 2025 um die Expertise von jeweils einem Vertreter der AGIK (Prof. Moritz Seiffert) und AGEP (Prof. Christian Sohns) bereichert.

Verbesserung der Antragsstellung

Im vergangenen Jahr wurde unter anderem das Antragsverfahren für Förderanträge optimiert und vereinfacht. In diesem Zusammenhang wurde ein neues Antragsformular angefertigt, welches digital auf Herzmedizin.de abrufbar ist. Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sich nun einfach und schnell zu möglichen Förderoptionen und zum transparenten Ablauf einer Antragstellung an das DGK-Zentrum informieren. 

Aktuelle Projekte im Überblick

Die Informationen und die Vorstellung der laufenden und abgeschlossenen Projekte sowie eine Liste der daraus entstandenen Publikationen sind jederzeit auf der Seite des DGK-Zentrums zu finden.

ExPERT-DACH-Register

Unter der Leitung der kardiologischen Zentren der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Universitätsklinikums Köln wurde das ExPERT-DACH-Register initiiert, um die Versorgungsrealität sowie Real-World-Outcomes bei Lungenembolien in der DACH-Region zu erfassen. Mit dem bereits erfolgten Einschluss erster Patientinnen und Patienten liegt der Fokus künftig insbesondere auf der Evaluation interventioneller Therapien sowie der Bedeutung spezialisierter multidisziplinärer Behandlungsteams.
Das Expert-DACH-Register startete im Sommer 2025 und konnte das Jahr mit 20 einge-schlossenen Patientinnen und Patienten beenden. Das DGK-Zentrum fördert das Projekt mit einer Anschubfinanzierung.

Evaluation der Patientenvereinbarung nach akutem Herzinfarkt

Als Konsequenz des GULLIVE-R-Projekts wurde durch das DGK-Zentrum eine „Patienten-vereinbarung nach akutem Herzinfarkt“ entwickelt. In einer prospektiven randomisierten Multicenterstudie mit 250 Teilnehmenden wird derzeit untersucht, ob eine unterzeichnete Patientenvereinbarung die Adhärenz und Kenntnisse zur Sekundärprävention nachhaltig verbessert. Vor dem Hintergrund unzureichender Umsetzungsraten klinischer Leitlinien wird evaluiert, ob dieses individualisierte Informationsinstrument die Erreichung kritischer Zielwerte, wie etwa die des LDL-Cholesterins, im Vergleich zum Standardvorgehen optimiert. Die unter Einbeziehung von Perspektiven der Patientenvertretung und der Deutschen Herzstiftung entwickelte Intervention zielt darauf ab, durch eine sektorenübergreifende Dokumentation die Eigenverantwortung der Betroffenen zu stärken und die therapeutische Schnittstelle zwischen Klinik und Hausarztpraxis zu verbessern. 

Lipid SnapShot

Im Projekt „Lipid Snapshot“ ist im Sommer die dritte und letzte Datenerhebung von 1.500 Patientinnen und Patienten mit dokumentierter KHK erfolgreich durchgeführt worden. Die Ergebnisse des dritten Snapshots und der anschließende Datenvergleich mit Daten aus der hausärztlichen Versorgung werden auf der Jahrestagung 2026 vorgestellt.

German Acute Heart Failure (G-AHF)

Das prospektive German Acute Heart Failure (G-AHF-)Register erfasst systematisch den „Status quo“ der Patientenpfade sowie die klinische Versorgungsqualität bei akuter Herzinsuffizienz in deutschen Notaufnahmen und HFU-Zentren. Ziel der einjährigen Pilotphase ist es, belastbare, versorgungswissenschaftliche Daten zu generieren, um Kapazitätsbedarfe präziser abzuschätzen und die Effizienz der Akutdiagnostik sowie -therapie sektorenübergreifend zu optimieren. Damit soll das Register eine Grundlage für die anstehenden Umstrukturierungen in der Notfallversorgung schaffen und nach erfolgreicher Evaluation als flächendeckendes Instrument fortgeführt werden. Das Projekt ist bereits gestartet und konnte im Februar 2026 den ersten Patienten einschließen. Das DGK-Zentrum fördert das Projekt mit einer Anschubfinanzierung.

Weitere Projektanträge befinden sich derzeit in Beratung bzw. Ausarbeitung mit wissenschaftlicher und fachlicher Unterstützung durch das Exekutivkomitee des DGK-Zentrums.

Kooperationen des DGK-Zentrums

Seit 2019 besteht die Kooperation des DGK-Zentrums mit der Deutschen Herzstiftung. Neben der regelmäßigen Beteiligung eines Vorstandsmitglieds der DHS an den Gremiumssitzungen wird seit 2022 der Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung (Dotation 10.000 Euro) ausgelobt. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Gebiet der Versorgungsforschung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen von in Deutschland tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, werden mit diesem Preis ausgezeichnet.

Aktivitäten auf den DGK-Kongressen

Für die 91. Jahrestagung, die 2025 in Mannheim stattfand, wurden zwei wissenschaftliche Sitzungen erarbeitet und eingereicht. Bei den Sitzungen „Kardiologische Versorgungsforschung – Vorstellung aktueller Projekte“ sowie „Versorgungsforschung – Neue Daten zur Klappentherapie“ konnten sich die Kongressbesucher auf den neusten Stand bringen. Auch für die 92. Jahrestagung (2026) wurde eine wissenschaftliche Sitzung eingereicht, in der es erneut um die Vorstellung der Projekte des Zentrums geht. Die Session „Vorstellung aktueller Projekte“ findet am Freitag, 10. April, von 14:30 bis 16:00 Uhr, in Saal 12 statt. 


Bei den Herztagen 2025 bot das DGK-Zentrum den Besuchenden eine Informationsveranstaltung auf der Plaza an. In diesem Rahmen haben die beiden Vorsitzenden des Zentrums mit Dr. Philipp Breitbart als Vertreter der Young DGK über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit sowie die Anforderungen und den Ablauf der Antragstellung diskutiert. Prof. Zeymer über die Arbeit des Zentrums „Jedes Projekt, das wir gefördert haben, wurde auch (zum Teil mehrfach) publiziert“. Er ist der Überzeugung, dass Versorgungsforschung den Blick über die eigene Klinik hinaus ermöglicht. Ergänzt wurde dies durch die Perspektive aus der Praxis: Michelle Roßberg berichtete über die Herausforderung bei der Beantragung von Förderungen für Versorgungsforschungsprojekte und gab Tipps für die Umsetzung von Projektideen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie ist sich sicher: „Versorgungsforschung vernetzt“. 

Die DGK im Jahr 2025

Neben den zahlreichen Artikeln auf Herzmedizin.de, die einen tiefen Einblick in die vielseitigen Tätigkeiten der Fachgesellschaft geben, finden Sie hier die Daten und Fakten zur Mitgliederentwicklung, Kooperationen, das Protokoll der Mitgliederversammlung sowie Listen der Gremienmitglieder und mehr handlich als PDF-Datei zum Download. 

 

 

Deckblatt DGK Jahresbericht 2025