Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Elektrophysiologische Eingriffe, das Einsetzen aktiver Herzimplantate sowie die strukturierte Nachsorge erfordern ein eingespieltes, hochqualifiziertes interprofessionelles Team. Vor diesem Hintergrund zielt das Curriculum „Fachassistenz Spezielle Rhythmologie“ darauf ab, die Versorgungsqualität weiter zu sichern und nicht-ärztlichem medizinischem Personal eine klar definierte, objektivierbare Qualifikationsmöglichkeit zu bieten.
Nach dem Ende der Übergangsregelung am 30. November 2025 beginnt nun das reguläre Weiterbildungsprogramm. Während der Übergangsphase konnten erfahrene Assistenz- und Pflegekräfte unter bestimmten Voraussetzungen das DGK-Zertifikat auch ohne formale Curriculumsteilnahme beantragen. Mit dem regulären Start wird die Weiterbildung nun strukturiert und einheitlich umgesetzt.
Die berufsbegleitende Weiterbildung startet ab Mai 2026 und umfasst sechs Kursblöcke mit jeweils einer Kurswoche (40 Unterrichtseinheiten). Das moderne Lernkonzept kombiniert Live-Online-Unterricht, Präsenzphasen sowie On-demand-Selbstlernmodule. Neben fachlichen Inhalten werden auch kommunikative, methodische und soziale Kompetenzen vermittelt. Ziel ist es, das Berufsfeld langfristig attraktiver zu gestalten und Entwicklungsperspektiven für Assistenz- und Pflegeberufe sichtbar zu machen.
Mit dem Curriculum Onkologische Kardiologie etablierte die DGK im vergangenen Jahr einen neuen Qualifikationsstandard auf diesem Gebiet. Anlass ist die stetig wachsende Zahl onkologischer Patientinnen und Patienten, die dank moderner Krebstherapien länger leben, jedoch häufiger kardiovaskuläre Nebenwirkungen entwickeln. Das Curriculum schafft erstmals einen bundesweit einheitlichen Rahmen für die strukturierte Aus- und Weiterbildung in diesem hochdynamischen Schnittstellenfach.
Die Zertifizierung richtet sich an Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie sowie an Ärztinnen und Ärzte in fortgeschrittener Weiterbildung, die sich auf die kardioonkologische Versorgung spezialisieren möchten in Klinik, Forschung oder ambulanter Versorgung. Inhaltlich deckt das Curriculum das gesamte Spektrum ab: von kardiovaskulärer Toxizität moderner Krebstherapien über Diagnostik, Prävention und Therapie bis hin zu interdisziplinärer Zusammenarbeit, etwa in Tumorboards.
Die Ausbildung ist dreistufig von grundlegenden Kenntnissen über die Basisversorgung bis hin zur spezialisierten kardioonkologischen Expertise aufgebaut und kann innerhalb von maximal 36 Monaten abgeschlossen werden. Das Curriculum orientiert sich eng an internationalen Leitlinien und Empfehlungen der ESC und der International Cardio-Oncology Society und verbindet diese mit den Anforderungen der nationalen Versorgungsrealität. Die Online-Beantragung der Zertifizierung startete am 1. September 2025; die Übergangsregelung endet am 31. August 2027.