vier ärzte und ärztinnen im OP

Herzmedizin-Summit 2025: Gesundheitssystem im Wandel

DGK Jahresbericht 2025 | Der Herzmedizin-Summit, eine Initiative der DGK und der Nationalen Herz-Allianz (NHA), wurde 2025 nun schon zum zweiten Mal erfolgreich abgehalten. Am 12. November kamen in Berlin hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medizin, Wissenschaft und Gesundheitswesen zusammen. Zu den Teilnehmenden zählten unter anderem Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow, die Medizin- und Datenethikerin Prof. Eva Winkler und DGK-Präsident Prof. Stefan Blankenberg sowie weitere Repräsentanten aus ärztlichen Verbänden, Krankenkassen und der Gesundheitswirtschaft. Gemeinsam diskutierten sie die Weiterentwicklung des deutschen Gesundheitssystems, insbesondere mit Blick auf Patientensteuerung, Kostenentwicklung und den Umgang mit Gesundheitsdaten.

Bildquelle (Bild oben): Jacob Lund / stock.adobe.com

Von:

Larissa Esch

DGK-Redaktion

 

02.04.2026

Die Veranstaltung stand unter dem Leitgedanken, Herzgesundheit stärker in den Fokus der gesundheitspolitischen Debatte zu rücken, denn in Deutschland zählen Herz Kreislauf Erkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow betonte in seinen Ausführungen die Bedeutung einer gesellschaftlichen und politischen Teilhabe in Gesundheitsfragen und verwies darauf, wie wichtig es sei, den Zugang zu Versorgung gerade in ländlichen Regionen zu verbessern. Er verwies auf den Zusammenhang zwischen Infrastruktur, Vertrauen in das System und die Mitwirkung eines jeden Einzelnen, um neue Räume der Begegnung zu schaffen. 

Zentrale Themen des Summits

Der Herzmedizin-Summit bot ein umfangreiches Programm, das mehrere zentrale Themen der aktuellen Gesundheitspolitik aufgriff. Unter anderem wurden folgende Themen diskutiert: 

 

  • Datennutzung und Datenschutz: Ein Schwerpunkt lag auf der verantwortungsvollen Nutzung von Gesundheitsdaten über Sektorengrenzen hinweg. Für eine erfolgreiche Datennutzung seien enge Kooperationen zwischen Patientinnen und Patienten, Versorgungseinrichtungen, akademischer Forschung und Industrie notwendig. Neben dem öffentlichen Nutzen wurden ethische Fragen wie Datenschutz, Privatsphäre, Selbstbestimmung und Vertrauen intensiv diskutiert. Angesichts der zunehmenden Datengetriebenheit der Medizin müsse ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Datenschutzprinzipien und medizinischem Fortschritt gefunden werden.
  • Versorgung im ländlichen Raum: Vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen und regionaler Versorgungsunterschiede wurde erörtert, wie eine flächendeckende und verlässliche Versorgung für Herzpatientinnen und  patienten auch in strukturschwachen Regionen gesichert werden kann.
  • Primärarztsystem: Um die Versorgung zu verbessern wurde zudem die Einführung eines verbindlichen Primärarztsystems genannt. Dieses soll Patientinnen und Patienten Orientierung im komplexen Gesundheitssystem geben und eine koordinierte, interdisziplinäre Betreuung, insbesondere für chronisch kranke Menschen, ermöglichen. Vor dem Hintergrund stark steigender Ausgaben der Krankenkassen und einer drohenden Finanzierungslücke forderten die Teilnehmenden schließlich, bestehende Reformen und Modellprojekte konsequent umzusetzen, um Qualität und Effizienz im Gesundheitssystem langfristig zu sichern.
  • Versorgungsqualität durch Register: Ein zentrales Anliegen war der Ausbau strukturierter und qualitativ hochwertiger Gesundheitsdaten, insbesondere durch nationale Register wie das nationale Register für angeborene Herzfehler oder das geplante[EL1.1] „Nationale Herznetz“. DGK-Präsident Prof. Blankenberg und der Präsident der ESC, Prof. Thomas Lüscher, betonten, dass ohne verlässliche Daten weder die Versorgungsqualität gemessen noch gezielt verbessert werden könne. Register seien daher essenziell für wissenschaftliche Auswertungen, Qualitätssicherung und eine bessere medizinische Versorgung. 

Impressionen vom Event

Gemeinsame Botschaft und Ausblick

Der Präsident der DGK, Prof. Stefan Blankenberg, zog in einer abschließenden Bewertung eine insgesamt positive Bilanz des Summits und hob hervor, dass ein breiter Konsens darüber bestehe, dass sich das Gesundheitssystem weiterentwickeln müsse. Der Herzmedizin-Summit fördere den interdisziplinären Austausch und bemühe sich darum, bessere Versorgungsprozesse für Patientinnen und Patienten mit Herz Kreislauf Erkrankungen über Sektorengrenzen hinweg zu gestalten. In diesem Zusammenhang betonte er, dass insbesondere die digitale Entwicklung, gerade hinsichtlich Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich, nicht verschlafen werden dürfen, sondern aktiv von Seiten der DGK mitgestaltet werden müsse. Die Veranstaltung zeigte nicht nur die Komplexität, sondern auch die Dringlichkeit der behandelten Themen und verdeutlichte, dass der interdisziplinäre Austausch zwischen Politik, Versorgungspraxis, Wissenschaft und Patientenvertretern notwendig ist, um konkrete Fortschritte zu erzielen. Auch im Jahr 2026 wird es wieder einen Herzmedizin-Summit geben, der Raum bietet für Vernetzung, Austausch und Diskussionen, um gemeinsam die Versorgung von herzkranken Patientinnen und Patienten zu verbessern. Eine ausführliche Berichterstattung des Events wird wieder auf Herzmedizin.de erfolgen.

Berichterstattung

Die DGK im Jahr 2025

Neben den zahlreichen Artikeln auf Herzmedizin.de, die einen tiefen Einblick in die vielseitigen Tätigkeiten der Fachgesellschaft geben, finden Sie hier die Daten und Fakten zur Mitgliederentwicklung, Kooperationen, das Protokoll der Mitgliederversammlung sowie Listen der Gremienmitglieder und mehr handlich als PDF-Datei zum Download. 

 

 

Deckblatt DGK Jahresbericht 2025