Verschiedene Untersuchungen: So wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert

Wenn eine Herzschwäche oder Herzinsuffizienz frühzeitig erkannt wird, kann durch eine gezielte Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung gebremst werden. Um die Diagnose Herzschwäche stellen zu können, stehen den Kardiologinnen und Kardiologen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Von Silja Klassen

 

21.06.2023

 

Bildnachweis (Bild oben): iStock / YakobchukOlena

Welche Diagnosemöglichkeiten für eine Herzinsuffizienz gibt es?

Um die Diagnose einer Herzinsuffizienz stellen zu können, befragen Ärztinnen und Ärzte die Patientinnen und Patienten zunächst ausführlich zu ihrer Krankengeschichte und ihren Symptomen und untersuchen sie. Dabei ist es wichtig, alle Fragen so genau wie möglich zu beantworten, damit eine exakte Diagnose gestellt und die beste Behandlung gefunden werden kann. Wenn tatsächlich Symptome einer Herzinsuffizienz, wie beispielsweise Kurzatmigkeit, geschwollene Füße oder Müdigkeit und Erschöpfung vorliegen, werden in der Regel verschiedene weitere Untersuchungen notwendig. Dazu gehören auf jeden Fall ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, und eine Blut-Untersuchung. Diese können vom Arzt oder der Ärztin gemacht werden, um den Verdacht auf eine Herzschwäche zu bestätigen oder auszuschließen. Sofern bei den Untersuchungen Auffälligkeiten vorhanden sind, werden Betroffene an einen Kardiologen oder eine Kardiologin überwiesen.

 

Manche Untersuchungen werden dort womöglich wiederholt und vertieft, andere kommen hinzu: „Nach dem Anamnesegespräch über die Krankengeschichte unserer Patientinnen und Patienten, einem Elektrokardiogramm (EKG) und einem Herz-Ultraschall (Echokardiogramm) folgen in der Regel die Auswertung verschiedener Laborwerte“, erläutert Prof. Christian Hengstenberg, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik in Wien. „Im Blut schauen wir nach dem Blutzucker, nach den Nieren- und den Cholesterinwerten, der Schilddrüse und prüfen auch das BNP, ein Enzym, das erhöht ist, wenn das Herz nur noch eingeschränkt arbeitet.“

Prof. Dr. Christian Hengstenberg. Prof. Christian Hengstenberg, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik in Wien. Bildquelle: privat

Das geschieht bei den einzelnen Untersuchungen auf Herzinsuffizienz

Mithilfe der verschiedenen Untersuchungen, die beim Verdacht auf eine Herzinsuffizienz eingesetzt werden können, soll eine genaue Diagnose erstellt werden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, kann der Schweregrad der Erkrankung bestimmt werden und es lassen sich mögliche Ursachen identifizieren, um sie zu behandeln. Das sind die einzelnen Untersuchungen:

 

Echokardiografie

Die Echokardiografie, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, ist eine zentrale Untersuchung, bei der das Herz im Ultraschall dargestellt wird. Seine Struktur wird dabei detailliert gezeigt. Dadurch kann der Arzt feststellen, ob das Herz vergrößert ist, ob die Pumpleistung normal oder eingeschränkt ist, ob die Herzklappen gut funktionieren oder ob eine Verdickung des Herzmuskels vorliegt.

 

24-Stunden-EKG

Ein Elektrokardiogramm zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Dafür werden Elektroden auf der Haut befestigt. Mit dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob Herzrhythmusstörungen oder andere Schäden am Herzen vorliegen. Bei manchen Herzrhythmusstörungen ist allerdings ein Langzeit-EKG erforderlich. So können Ärztinnen und Ärzte den Herzschlag über einen längeren Zeitraum beobachten und feststellen, ob ein langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag vorliegt.

 

Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Beim Röntgen des Brustkorbs wird festgestellt, ob sich Flüssigkeit in der Lunge befindet, was auf eine Herzschwäche hindeuten kann. Durch die Röntgenaufnahme können die Ärztin oder der Arzt auch eine Vergrößerung des Herzens feststellen. Es lassen sich zudem andere Lungenerkrankungen erkennen oder ausschließen, die ähnliche Symptome wie bei einer Herzinsuffizienz verursachen.

 

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen können verschiedene Messwerte liefern, die Auskunft über den allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten geben. Sie können zum Beispiel Hinweise auf Entzündungen oder ein Herzproblem liefern. Bei einer Herzinsuffizienz steigen die Werte des BNP (B-Typ natriuretisches Peptid) im Blut an und geben auch einen Hinweis auf den Schweregrad.

 

Atemtest

Das Symptom Atemnot kann nicht nur durch eine Herzschwäche, sondern auch durch Erkrankungen der Lunge verursacht werden. Daher können verschiedene Untersuchungen erfolgen, um festzustellen, ob ein Lungenproblem die Ursache für die Atemnot ist. Hierzu gehört beispielsweise ein Atemtest (Spirometrie) der Lunge.

 

Magnetresonanztomographie (MRT)

Ärzte und Ärztinnen können mit dem MRT Entzündungen des Herzmuskels oder strukturelle Herzerkrankungen feststellen. Die Untersuchung zeigt die genaue Anatomie und Funktionsfähigkeit des Herzens, etwa auch die Durchblutung des Herzmuskels. Wenn eine Herzschwäche vorliegt, kann das MRT beispielsweise Hinweise auf eine verminderte Durchblutung oder eine Vernarbung des Herzmuskels liefern.

 

Koronarangiographie

Bei einer Koronarangiographie werden die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, mit Kontrastmittel sichtbar gemacht und in einer Röntgenuntersuchung dargestellt. So können mögliche Engstellen oder komplett verschlossene Gefäße erkannt werden, die für eine schlechtere Blutversorgung des Herzmuskels verantwortlich sind

Diese Seite teilen