Die Pulmonalvenenisolation mit dem neuen Radiofrequenz-Ballon-Katheter – Prozedurale Daten und Outcome nach 12 Monaten

Yannick Teumer (Ulm)1, L. Katov (Ulm)1, C. Miesbichler (Ulm)1, R. Melnic (Ulm)1, A. Pott (Lingen)2, T. Dahme (Esslingen am Neckar)3, C. Bothner (Ulm)1, W. Rottbauer (Ulm)1, K. Weinmann-Emhardt (Ulm)1

1Universitätsklinikum Ulm Klinik für Innere Medizin II Ulm, Deutschland; 2Bonifatius Hospital Lingen Abteilung für Kardiologie und Rhythmologie Lingen, Deutschland; 3Klinikum Esslingen Klinik für Kardiologie, Angiologie u. Pneumologie Esslingen am Neckar, Deutschland

 

Einleitung und Zielsetzung:

 

Mit dem Ziel der Reduktion von Vorhofflimmerrezidiven, der Reduktion von Komplikationen und zur Verbesserung der prozeduralen Effizienz wurden bereits viele verschiedene Kathetertechnologien entwickelt. Eine innovative Technologie zur Pulmonalvenenisolation (PVI) ist der neue, vollständig in die 3D-Mappingtechnologie integrierte Radiofrequenz-Ballon-Katheter (RFB, HELIOSTAR™, Biosense Webster). Die Evidenz dieser neuen Technologie, insbesondere hinsichtlich des Outcomes, ist aktuell noch gering. Ziel dieser Studie war die Evaluation der prozeduralen Daten, des Sicherheitsprofils und des klinischen Outcomes der RFB-PVI.

 

Methoden:

 

Zwischen September 2021 und April 2023 wurden Patienten, die eine Erst-PVI mit dem RFB erhielten, in unsere monozentrische prospektive Registerstudie eingeschlossen. Zur Vermeidung von Komplikationen erfolgte neben einem Phrenicusmonitoring, ein kontinuierliches Monitoring der Oesophagustemperatur. Bei einem Anstieg der Oesophgustemperatur über 42°C erfolgte die Durchführung einer Kontroll-Gastroskopie. Klinische Verlaufskontrollen, inklusive 12-Kanal- und Langzeit-EKG, waren 3, 6, 12 und 24 Monate nach Ablation und im Falle symptomatischer Rezidive vorgesehen. Dabei wurde jede atriale Tachykardie mit einer Dauer > 30 Sekunden als Rezidiv gewertet.

 

Ergebnisse:

 

Insgesamt wurden 171 Patienten in unsere Registerstudie eingeschlossen (Alter: 69 ± 10 Jahre; weibliches Geschlecht: 63 (36,8%); CHA2DS2-VASc-Score: 3,8 ± 2,0; paroxysmales Vorhofflimmern: 108 (63,2%); linksatrialer Diameter: 45 ± 6 mm). Die mediane Prozedurdauer lag bei 88 (70 - 115) Minuten. Die „single-shot“ Isolationsrate lag bei 70,6%. Bei 35 Patienten zeigte sich ein Anstieg der Oesophagustemperatur auf über 42°C. In der Kontroll-Gastroskopie zeigten 5 Patienten oberflächliche thermische Läsionen im Oesophagus. Oesophago-atriale Fisteln traten nicht auf. Des Weiteren kam es zu einer transienten Phrenicusläsion (< 48 Stunden anhaltend). In der Kaplan-Meier-Analyse zeigte sich nach 12 Monaten und einer 3-monatiger „Blanking-Period“ ein rezidivfreies Überleben von 81,8%.

 

Diskussion und Zusammenfassung:

 

Die Pulmonalvenenisolation mit dem RFB zeigt sich sehr effektiv, mit meist nur einer Energieabgabe pro Vene möglich. Kombiniert mit einer guten 12 Monate Rezidivfreiheit ist der RFB ein effizienter und, bei strenger Oesophagustemperaturüberwachung, auch ein sicherer PVI-Katheter zu sein.

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