Wirksamkeit von Semaglutid bei pAVK und Diabetes

 

ACC-Kongress 2025 | STRIDE: In der randomisierten Studie wurde die Wirksamkeit von Semaglutid bei pAVK und Diabetes gegenüber Placebo über 52 Wochen untersucht. Als primärer Endpunkt wurde die Änderung der Leistungsfähigkeit erfasst. Die Daten wurden von Prof. Marc P. Bonaca (University of Colorado) präsentiert und zeitgleich im Lancet publiziert.1,2

 

Prof. Nikolaus Marx (RWTH Aachen) fasst die Studie zusammen und kommentiert.

 

Von:

Prof. Nikolaus Marx

Rubrikleiter Herz & Diabetes

 

31.03.2025

 

Bildquelle (Bild oben): David Harmantas / Shutterstock.com

 

Das Vorliegen einer pAVK bei Patientinnen und Patienten mit Typ 2 Diabetes stellt eine häufige Komorbidität dar, durch welche die Patientinnen und Patienten funktionell eingeschränkt und in ihrer Lebensqualität kompromittiert sind. Darüber hinaus führt die pAVK häufig zu Infektionen und ggfs. Amputationen. Die beim ACC vorgestellte STRIDE-Studie untersuchte, ob Semaglutid Symptome und Gehstrecke sowie Lebensqualität bei Patienten mit Typ 2 Diabetes und pAVK verbessern kann. 

Ergebnisse

 

Es handelt sich um eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie, in der 792 Patientinnen zu Semaglutid oder Placebo randomisiert wurden. Primärer Endpunkt war die Verbesserung der maximalen Gehstrecke nach 52 Wochen. Nach 52 Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Gehstrecke um insgesamt 40 m bei einer zum Studieneinschluss vorliegenden Gehstrecke von 184 m. Darüber hinaus zeigte sich, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität sowie überraschenderweise auch des ABI (Knöchel-Arm-Index).

Kommentar

 

Die STRIDE-Studie konnte zeigen, dass eine Therapie mit Semaglutid zu einer deutlichen Verbesserung der Gehstrecke bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischen pAVK und Typ 2 Diabetes führt.  Unter dem Aspekt des hohen Leidensdruckes für Personen mit Typ 2 Diabetes und symptomatischer pAVK und der Tatsache, dass es außer Cilostazol keine medikamentösen Therapien gibt, zeigt sich hier eine neue, klinisch relevante Therapieoption. Darüber hinaus müssen weitere Studien zeigen, welche Mechanismen bei diesen Patientinnen und Patienten zur Verbesserung der Hämodynamik beitragen.  

Zur Person

Prof. Nikolaus Marx

Prof. Nikolaus Marx ist als Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen tätig. Seine fachlichen Zusatzqualifikationen erwarb er in den Bereichen Interventionelle Kardiologie, Herzinsuffizienz sowie Kardiovaskuläre Intensiv- und Notfallmedizin. 


Referenzen

  1. Bonaca M et al. Semaglutide and walking capacity in people with symptomatic peripheral artery disease and type 2 diabetes (STRIDE): a phase 3b, double-blind, randomised, placebocontrolled trial. LBCT1: Late-Breaking Clinical Trials I (Session 102): 29.03. 9:30-10:30, Chicago, ACC 2025
  2. Bonaca M et al. Semaglutide and walking capacity in people with symptomatic peripheral artery disease and type 2 diabetes (STRIDE): a phase 3b, double-blind, randomised, placebocontrolled trial. www.thelancet.com Published online March 29, 2025 https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)00509-4

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