CALL FOR ACTION - Für die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Edwards Lifesciences bringt die europäische Initiative Structural Heart Disease Coalition auch auf nationaler Ebene in Deutschland voran. Fünf Handlungsemfpehlungen können die Früherkennung von Herzerkrankungen hierzulande langfristig und nachhaltig verbessern.

 

 

 

Von Edwards Lifesciences

 

12.09.2023

 

Bildquelle (Bild oben): Ground Picture / Shutterstock.com

 

Geförderter Inhalt

 

 

Die Teilnehmenden des Roundtables „Die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Chancen und Herausforderungen in der Bekämpfung von Strukturellen Herzerkrankungen“, der am 07. September 2021 online stattgefunden hat, setzen sich für eine Verbesserung der Früherkennung in Deutschland ein.

Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird drastisch steigen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) stellen die Todesursache Nummer 1 in Deutschland dar und zählen somit zu den lebensbedrohlichsten Volkskrankheiten Deutschlands. Vor allem die Todeszahlen durch Strukturelle Herzerkrankungen (SHE), wie Herzklappenerkrankungen, von denen besonders ältere Menschen betroffen sind, nehmen deutlich zu. Durch den demografischen Wandel gehen Expert:innen davon aus, dass die Prävalenz von HKE in Zukunft drastisch steigen wird. Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass die Gesundheit älterer Menschen besonderen Schutz bedarf. Doch viele Betroffene von HKE und SHE berichten, dass sie unter Altersdiskriminierung und -stereotypisierung leiden und ihre Herzerkrankungen oftmals als Teil des Älterwerdens abgetan werden. Das führt zu einer Missachtung der gesundheitlichen Folgen für Betroffene und kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Wir setzen uns daher für die gesellschaftliche Integration älterer Menschen in Deutschland ein, damit sie weiterhin einen zentralen Beitrag zur Gesellschaft leisten und selbstbestimmt leben können.

Die Mittel für ein gesundes Altern und eine frühzeitige Diagnostik stehen bereits zur Verfügung. Die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-Richtlinie) setzt die regulatorischen Rahmenbedingungen zur Früherkennung von HKE und SHE anhand der Herzauskultation. Eine Umfrage zur Herzgesundheit in Deutschland im Rahmen des European Heart Health Surveys 2019 ergab jedoch, dass nur 17 % der Befragten im Alter von 60-64 bei ihren Hausärzt:innen regelmäßig am Herzen abgehört werden. 10 % derselben Altersgruppe gaben an, dass ihr Herz noch nie abgehört worden ist. Die Zahlen verdeutlichen, dass durch die aktuellen Früherkennungssysteme nicht alle Betroffenen von HKE frühzeitig diagnostiziert und entsprechend rechtzeitig therapiert werden.

Die Structural Heart Disease Coalition

Auf europäischer Ebene hat sich dazu bereits die Structural Heart Disease Coalition (SHD Coalition) mit deutscher Beteiligung gebildet. Die Koalition ist ein europäisches Netzwerk, das medizinische Expert:innen, darunter wichtige Meinungsführer:innen, Politiker:innen und Patient:innen zusammenbringt, um gemeinsam sicherzustellen, dass Herz-Kreislauferkrankungen wie SHE in der Politik prioritär behandelt werden. Ziel der Koalition ist die Belastung durch die Krankheit zu verringern und somit die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.

 

Nun möchten wir die Anliegen der Initiative auch auf nationaler Ebene in Deutschland vorantreiben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Koalitionsverhandlungen sowie der anstehenden Regierungsbildung möchten wir daher sowohl an die etablierten Verbündeten als auch an die Newcomer unter den politischen Entscheidungsträgern mit folgenden konkreten Handlungsempfehlungen herantreten, um die Früherkennung von Herzerkrankungen hierzulande langfristig und nachhaltig zu verbessern:

1.

Einrichtung einer separaten Herzuntersuchungs-Richtlinie speziell zur Vorsorge und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Strukturellen Herzerkrankungen. Um die Ergebnisse des European Heart Health Surveys umzusetzen und sicherzustellen, dass SHE frühzeitig erkannt werden, bedarf es einer gesonderten Richtlinie mit standardisierten Verfahren zur Diagnostik und Früherkennung von Herzerkrankungen, wie bspw. regelmäßige Herzauskultationen, Abnahmen von NT-proBNP-Blutproben oder Echokardiographien. Zudem sollten auch nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten festgelegt werden, um stärkere finanzielle Anreize für Ärzt:innen zu schaffen, die über die aktuelle Grundpauschale hinausgehen.

2.

Sensibilisierung der Bevölkerung und der Ärzteschaft für die Notwendigkeit der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Rahmen von öffentlichen Aufklärungskampagnen, Informationsmaterialien in Apothekerzeitschriften und Aufklärung bereits an Schulen, sollte ein stärkeres Bewusstsein für die Symptome und Früherkennungsmöglichkeiten von HKE und SHE in der Bevölkerung geschaffen werden, um sicherzustellen, dass alle potenziell Gefährdeten frühzeitig erkannt werden. Auch die Ärzteschaft sollte gezielter über Symptome, neue Therapieformen und Früherkennungsmaßnahmen von Strukturellen Herzerkrankungen sensibilisiert werden, um u.a. Altersstereotypisierung entgegen zu treten und Herzerkrankungen vor allem bei älteren Patient:innen wahr- und ernst zu nehmen.

3.

Stärkung des intersektoralen Austauschs und der Kommunikation zwischen Hausärzt:innen und Fachärzt:innen, sowie zwischen Ärzt:innen in Niederlassungen und in Kliniken. Um die Patientenversorgung in der Früherkennung zu verbessern, sollte der interdisziplinäre Austausch zwischen den behandelnden Ärzt:innen gestärkt werden. Eine frühzeitige Überweisung der Patient:innen von Hausärzt:innen zu Fachärzt:innen, wie Kardiolog:innen und Geriater:innen, ist dabei ausschlaggebend.

4.

Stärkere Einbindung der Krankenkassen zur Verbesserung der Infrastruktur von Früherkennungsverfahren. Die Krankenkassen sollten stärker in die Pflicht genommen werden, vor allem niedergelassene Kardiolog:innen bei der Umsetzung der Früherkennung zu unterstützen. Darüber hinaus sollten Krankenkassen ihre Mitglieder zielgerichteter über Früherkennungsmaßnahmen informieren und stärkere Anreize zur Nutzung der Früherkennungsangebote setzen.

5.

Gezielte Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGAs) zur frühzeitigen Erkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Strukturellen Herzerkrankungen. Die Digitalisierung bietet vielversprechende Möglichkeiten zur Früherkennung, sowohl für potenziell gefährdete Individuen (bspw. durch die Nutzung von Apps zur Erfassung des Blutdrucks oder Herzrhythmusstörungen) als auch für den Austausch von Patient:innen und ihren behandelnden Ärzt:innen (bspw. durch Telemedizin). Das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) bietet die Grundlage für die Nutzung von DiGAs und sollte in der kommenden Legislaturperiode mit Blick auf die Früherkennung verstärkt ausgebaut werden.


Diese Initiative wurde von Edwards Lifesciences mit der Unterstützung von der RPP Group ins Leben gerufen und wird von den Expert:innen des Roundtables inhaltlich getragen:

  • Priv.-Doz. Dr. Luise Gaede, Oberärztin und Leiterin des Herzkatheterlabors am Universitätsklinikum Erlangen
  • Prof. Dr. Roland Hardt, Leiter der Abteilung für Geriatrie am Universitätsklinikum in Mainz und Leiter der Arbeitsgruppe Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
  • Matthias Kollmar, erster Vorsitzender bei Defibrillator (ICD) Deutschland e.V.
  • Dr. Dimitry Schewel, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, Leiter der Diagnostischen und Interventionellen Echokardiographie und Leiter der Therapie Struktureller Herzerkrankungen am Marienkrankenhaus Hamburg
  • Dr. Jury Schewel, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Marienkrankenhaus Hamburg

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