Das Wichtigste in Kürze
- Ein Herzinfarkt ist eine Unterversorgung des Herzmuskels mit sauerstoffreichem Blut.
- Entscheidende Risikofaktoren sind Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und Rauchen.
- Die typischen Symptome eines Herzinfarkts sind plötzlich auftretende starke Schmerzen in der Brustgegend, ein Engegefühl in der Brust, das länger anhält, oder aber auch ganz unspezifische Beschwerden wie Kreislaufprobleme oder Luftnot.
- Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt ist Eile geboten! Je länger der Verschluss andauert, desto größer ist der Schaden am Herzmuskel.
Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) tritt auf, wenn der Blutfluss zu einem Teil des Herzmuskels plötzlich stark reduziert oder sogar vollständig blockiert wird.
„Die Versorgung des Herzmuskels erfolgt über die Herzkranzarterien oder Koronararterien“, erklärt Prof. Thomas Deneke, Chefarzt der Rhythmologie in der Klinik für Kardiologie am Klinikum Nürnberg. „Diese liefern das sauerstoffreiche Blut an den Herzmuskel, damit der Herzmuskel normal funktionieren kann.“
Wird der Herzmuskel aber nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt, führt dies sehr schnell zu einer Schädigung des Herzmuskelgewebes. Fachleute unterscheiden zwei Formen des akuten Myokardinfarkts – abhängig vom Ausmaß und dem Ort des Verschlusses:
- ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI): Ein vollständiger Verschluss einer großen Koronararterie, erkennbar an einer sogenannten ST-Hebung im EKG.
- Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI): Ein teilweiser oder vorübergehender Verschluss einer Koronararterie führt zu geringeren oder keinen EKG-Veränderungen, ist aber dennoch gefährlich.
Zum Experten
Prof. Dr. Thomas Deneke
Prof. Dr. Thomas Deneke ist Chefarzt der Rhythmologie in der Klinik für Kardiologie am Klinikum Nürnberg.
Welche Symptome verursacht ein Herzinfarkt?
Die Symptome eines Myokardinfarkts können variieren und umfassen typischerweise:
-
Brustschmerzen: Ein drückender oder stechender Schmerz in der Brust, oft ein starkes Engegefühl.
-
Schmerzen in anderen Körperregionen: Schmerzen können in Arme, Rücken, Nacken, Kiefer oder Magen ausstrahlen.
-
Atemnot: Schwierigkeiten beim Atmen, oft begleitet von einem Gefühl der Kurzatmigkeit.
-
Übelkeit und Erbrechen
-
Schwindel und Ohnmacht
„Manchmal treten aber auch ganz unspezifische Beschwerden auf wie beispielsweise Kreislaufprobleme oder sogar ein Kollaps“, so der Kardiologe.
Zeigen Frauen bei einem Herzinfarkt andere Symptome als Männer?
Während Männer häufig die klassischen Symptome wie Brustschmerzen und Ausstrahlungsschmerzen erleben, haben Frauen oft unspezifischere Symptome wie Übelkeit, Atemnot und Rückenschmerzen. „Leider können diese Unterschiede noch immer zu einer verzögerten Diagnose und Behandlung der Frauen führen“, sagt Prof. Deneke. Der Kardiologe rät, im Verdachtsfall lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf zu wählen.
Welche Ursachen hat ein Herzinfarkt?
Die meisten Herzinfarkte werden durch eine koronare Herzkrankheit (KHK) verursacht. „Sobald eine Atherosklerose, also eine Verengung der Herzkranzadern, vorliegt, erhöht sich das Risiko, dass die Herzkranzarterien verstopfen“, erklärt Prof. Deneke. „Entweder, weil diese sich weiter verjüngen. Oder aber, wenn sich ein Blutgerinnsel an die verengte Stelle setzt.“
Zu den generellen Risikofaktoren gehören:
„Rauchen ist sogar einer der entscheidenden Risikofaktoren“, mahnt der Kardiologe. „Meinen Patientinnen und Patienten rate ich dringend, damit aufzuhören: Wer im Alter von 50 Jahren nicht raucht, hat einen Lebenszeitgewinn von über fünf Jahren im Vergleich zu rauchenden Personen.“
Wie wird beim Herzinfarkt die Diagnose gestellt?
Die Diagnose eines Myokardinfarkts umfasst mehrere Schritte und beginnt in der Regel mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin.
Das EKG (Elektrokardiogramm) ist das erste und wichtigste Untersuchungsverfahren bei Verdacht auf einen Herzinfarkt, da es die elektrische Herzaktivität misst und so schnell entscheidende Hinweise auf den Ort und das Ausmaß des Infarkts geben kann.
Zusätzlich zeigen Bluttests, ob typische Herzmarker wie das Troponin erhöht sind. Bildgebende Verfahren wie eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) können helfen, den genauen Ort und das Ausmaß der Blockade in den Koronararterien zu bestimmen.
„Diese diagnostischen Maßnahmen sind entscheidend, um den Schweregrad des Infarkts zu bewerten und möglichst schnell die geeignete Therapie einzuleiten“, sagt Prof. Deneke.
Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?
Bei Verdacht auf einen Myokardinfarkt ist eine sofortige medizinische Hilfe erforderlich! „Mit der sehr guten Anbindung an Herzkatheterlabore, wo die verschlossenen Gefäße schnell wieder eröffnet werden können, ist die Prognose des Herzinfarktes mittlerweile extrem gut“, sagt Prof. Deneke. „Allerdings wissen wir auch: Je länger man wartet, desto schwerwiegender können die Auswirkungen auf die Herzfunktion sein.“
Häufig beinhaltet die Erstversorgung außerdem die Gabe von
- Sauerstoff
- Schmerzmitteln
- Thrombolytika, also Medikamenten, die zur akuten Auflösung von Blutgerinnseln eingesetzt werden
- Antikoagulanzien, Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen und den Blutfluss wiederherstellen.
Akute Behandlung des Herzinfarkts
Langfristige Therapieansätze nach einem Herzinfarkt
- Medikamentöse Langzeittherapie: Plättchenhemmer, Statine, Betablocker, ACE-Hemmer.
- Lebensstiländerungen: Gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, Raucherentwöhnung.
- Risikofaktor-Minimierung: Reduktion und Behandlung der Risikofaktoren, um ein Rezidiv zu verhindern und das Voranschreiten der Koronarverkalkung zu verhindern.
- Rehabilitationsprogramme: Physiotherapie und kardiologische Rehabilitation zur Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Vorbeugung weiterer Herzereignisse.
Wie sehen die Prävention und Nachsorge beim Herzinfarkt aus?
Die Prävention eines Herzinfarkts konzentriert sich auf die Kontrolle der Risikofaktoren durch eine entsprechende Medikamentenbehandlung sowie eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören unter anderem auch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Rauchstopp. Zusätzlich trägt eine regelmäßige ärztliche Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten zur Prävention bei.
„Nach einem Myokardinfarkt ist die umfassende Nachsorge sehr wichtig, um das Risiko eines erneuten Ereignisses zu minimieren“, sagt der Kardiologe. Neben den regelmäßigen Nachuntersuchungen in einer kardiologischen Praxis empfiehlt er auch die Teilnahme an einem kardiologischen Rehabilitationsprogramm.
Weitere informative Artikel dazu finden Sie auf unserer Übersichtsseite Herzinfarkt
FAQ – Häufige Fragen zur Ursache der Herzschwäche
Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) ist eine lebensbedrohliche Erkrankung: Durch den Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Komplikationen können Herzschwäche oder auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sein.
Die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt ist die sogenannte koronare Herzkrankheit (KHK), also eine Einengung der Herzkranzgefäße.
Typische Symptome eines Herzinfarkts sind plötzliche, starke Schmerzen in der Brust, ein starkes Druck- und Engegefühl hinter dem Brustbein, das länger als fünf Minuten anhält und in die Arme, den Hals, den Rücken, den Oberbauch- oder Kieferbereich ausstrahlen kann. Dazu kommen häufig Atemnot, Unruhe oder Übelkeit.
Auch bei Frauen ist das häufigste Herzinfarktsymptom ein Schmerz in der Brust. Zusätzlich können aber auch Symptome auftreten, die weniger mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden wie Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Rücken- oder Kieferschmerzen.
Grundsätzlich gilt: Je eher die Behandlung beginnt, desto besser! Neben einer medikamentösen Therapie mit Blutverdünnern ist vor allem eine schnelle Öffnung der verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäße per Katheter entscheidend.